
DSR Hotel HoldingHotellerie
In erster Linie schadet es ja nicht, wenn man als Jurist auch den HR-Bereich mitverantwortet. Einerseits ist es gut, die rechtlichen Spielregeln des Miteinander in der Arbeitswelt zu kennen und ebenso auch kein Nachteil, ein angemessenes Gefühl für einen gerechten Ausgleich von Interessen zu haben.
Zunächst sollten wir richtig rechnen: Die Zahl unserer Mitarbeitenden ist mit den Hotels und drei zentralen Standorten auf mittlerweile fast 2.700 Mitarbeitende angewachsen. Zum Glück war es ja ein sehr strukturierter Integrationsprozess. Insofern war die Anzahl der Baustellen, jedenfalls in meinem Bereich, sehr überschaubar. Aber ja, Themen wie die Synchronisierung der Prozesse, das Re-Branding der Hotels und insgesamt die Schaffung einer „gemeinsamen" Welt hatten schon ihre Herausforderungen.
Ohne die Vorgabe eines einheitlichen digitalen Prozesses wird es nicht funktionieren. Dafür haben wir insgesamt – zum Glück – eine viel zu große Anzahl von Bewerbern. Da wir jede Bewerbung sehr wertschätzen, muss sichergestellt sein, dass den Bewerbenden schnell die erforderlichen Informationen über den Fortgang des Prozesses übermittelt werden. Hier müssen wir schnell und unkompliziert sein. Dennoch bleibt die Möglichkeit für hotelspezifische Freiräume.
Die Bildungskooperation mit der Deutschen Hotelakademie eröffnet unseren Mitarbeitenden neue Weiterbildungs- und damit auch Karrieremöglichkeiten. Für die betreffenden Mitarbeitenden wird sich das sicher sofort lohnen und für uns jetzt auch schon. Schließlich haben wir ein großes Interesse daran, unseren Mitarbeitenden diese Möglichkeit zu eröffnen. Ich hoffe, dies wird gut angenommen. Denn bereits jetzt wollen wir damit unsere Kolleginnen und Kollegen für einen weiteren Karriereweg in unserer Unternehmensgruppe begeistern.
Das Thema Housing ist eine zentrale Frage die geklärt werden muss, wenn man Leisure-Hotels an diesen Standorten betreibt. Und: Gerade auch in diesen Standorten kommt es auf ein gutes Team-Building an. Der monetäre Aspekt ist m. E. nicht der entscheidende.
Ich stehe nach wie vor zu meinen Aussagen. Die Hotellerie ist, bei allen Herausforderungen, eine wahnsinnig interessante Branche. Was gibt es schöneres, als Gästen eine gute Zeit in unseren Destinationen zu bescheren. Und bei allem Idealismus: Seit Corona hat sich ja auch im Umgang mit Mitarbeitenden von Seiten der Unternehmen sehr viel getan. Die Wertschätzung ist noch einmal deutlich gestiegen. Ebenso die Vergütung, wenn man auf die letzten Tarifanpassungen schaut. Die Arbeitswelt hat sich modernisiert und auch die Digitalisierung und die Automatisierung wird Kolleginnen und Kollegen von redundanten Arbeitsprozessen befreien und mehr Zeit freisetzen, die unseren Gästen gewidmet werden kann.
Auch wir beteiligen uns natürlich an der internationalen Rekrutierung, sind aber aktuell nicht in dem Maße darauf angewiesen. Von der Politik erwarten wir in diesem Zusammenhang Regularien, welche einen schnelleren Zuzug von Interessierten und deren Integration in den Arbeitsprozess ermöglichen.
Fluktuationsthemen sind bei uns überschaubar und standortspezifisch zu betrachten. Unser Interesse besteht hauptsächlich darin, unseren Mitarbeitenden in unserer Unternehmensgruppe die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, um etwaige Fluktuationstendenzen in die Gruppe zu leiten. Wir haben Leisure-Produkte an der Küste, in den Bergen, genauso aber auch urbane Standorte. Diese Heterogenität müssen wir ausspielen. Denn diese bietet eine immense Zahl von Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeitenden. Nicht zu schweigen von den Möglichkeiten, welche sich auch über unseren Gesellschafter, die DERTOUR ergeben. Dies sollte der größte Hebel der Mitarbeiterbindung sein.
KI ist auch aus der HR-Arbeit nicht wegzudenken. Aber KI wird keinen Team-Spirit generieren, wird den empathischen Umgang mit Gästen vor Ort nicht oder nur sehr begrenzt ersetzen können.
Aktuell bilden wir ca. 216 Auszubildende aus. Die bei uns hauptsächlich gewählten Ausbildungsberufe sind Hotelfachmann/Hotelfachfrau sowie Köche. Aktuell gewinnen wir Auszubildende auch aus anderen Ländern, insbesondere auch aus Vietnam.
Flexibilisierung der Arbeitszeiten in der Branche wäre doch schon einmal ein guter Anfang…
Abgesehen von einzelnen Entscheidungen im Tagesgeschäft, würde ich die großen Entscheidungen meines Berufsweges genau so wieder treffen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem abwechslungsreichen Berufsleben und habe das Gefühl jetzt zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein. Ich habe spannende Aufgaben und ein tolles Team! Insofern: Bisher alles richtig gemacht.

