Frank Martin tritt als neuer Executive Chef im Raffles Seychelles auf der Insel Praslin an. Der Kanadier bringt über 20 Jahre internationale Erfahrung mit, hat unter anderem bei Mandarin Oriental Marrakech, Seafire Resort Grand Cayman und Bisha Hotel Toronto Küchen geleitet – und unter Größen wie Alain Ducasse und Daniel Boulud gearbeitet. Im Mittelpunkt seiner Arbeit auf den Seychellen: kreolische, französische, indische und afrikanische Einflüsse, kombiniert mit klassischer Technik.
Auf Praslin beginnt ein neues Kapitel. Das Raffles Seychelles hat Frank Martin als Executive Chef verpflichtet – einen Koch, der seine Karriere in Montreal startete und seitdem auf vier Kontinenten Küchen geprägt hat. Die Ernennung fällt in eine Phase, in der das Resort sich nach eigenen Angaben in einem umfassenden Transformationsprozess befindet.
Eine Karriere, die Kontinente überspannt
Martin lernte das Handwerk zunächst in der klassischen französischen Küche. Was folgte, war eine Laufbahn, die ihn durch Nordamerika, Europa, die Karibik, den Nahen Osten, Nordafrika und auf Luxus-Kreuzfahrtschiffe führte. Entlang des Wegs arbeitete er mit einigen der bekanntesten Köche der Welt zusammen.
- Ausbildung in klassischer französischer Küche in Montreal
- Zusammenarbeit mit Daniel Boulud, Jérôme Ferrer, Alain Ducasse, Jonnie Boer, Jacques Pépin und Marc McEwan
- Executive Chef: Mandarin Oriental Marrakech, Seafire Resort + Spa Grand Cayman, Bisha Hotel Toronto
- Gründung des Michelin-Chef-Festivals „Chefs Series“ am Mandarin Oriental Marrakech
- Pre-Opening-Leitung: Indigo Hotel Grand Cayman
- FACT Dining Award: Best Friday Brunch in Doha
- Kulinarische Leitung der TIFF 2016 Galas im Windsor Arms Hotel Toronto
- Begleitung des Seafire Resort-Teams beim Cayman Cookout 2023
Diese Bandbreite zeigt: Martin ist kein reiner Fine-Dining-Koch. Er hat Großevents verantwortet, Pre-Openings gesteuert, Festivalkonzepte entwickelt. Das macht ihn für ein Resort im Wandel zu einer passenden Wahl.
Was ihn nach Praslin zieht
Das Raffles Seychelles liegt auf Praslin, der zweitgrößten Insel der Seychellen, mit 86 Villen – alle mit privatem Plunge Pool. Das Resort trägt mehrere Auszeichnungen, zuletzt den Titel „Seychelles' Leading Beach Resort 2025“.
Martin beschreibt die Insel als kulinarisch reichhaltigen Ausgangspunkt. Tropische Früchte wie Mango, Ananas, Vanille und Kokosnuss, dazu frische Meeresfrüchte und Gewürze – und eine Küchentradition, die kreolische, französische, indische und afrikanische Einflüsse miteinander verknüpft. Genau das will er als Grundlage nehmen.
Creole, Français, Indien, AfriqueDiese vier Küchen-Stränge sollen erkennbar bleiben – angereichert durch Martins klassische Technik und seinen internationalen Blickwinkel. Jedes Outlet im Resort soll laut seinen Aussagen einen eigenen Ausdruck der Seychellen entwickeln: durch Geschmack, Atmosphäre und Kultur.
Philosophie: Herkunft vor Trend
Martins Ansatz ist nicht kompliziert, aber konsequent: zuerst das Produkt, dann die Technik. Nicht umgekehrt. Er beginnt mit den Zutaten und Traditionen eines Ortes – und hebt sie dann auf ein Niveau, das zum Raffles-Anspruch passt.
Gleichzeitig betont er, was er als die eigentlich befriedigendste Arbeit beschreibt: junge Köche zu begleiten und mitzuprägen. Das ist kein PR-Statement – es passt zu einem Kochweg, der durch viele Stationen ging und dabei offensichtlich mehr aufgesaugt hat als abgegeben.
Einordnung: Was die Personalie bedeutet
Für das Raffles Seychelles ist die Verpflichtung von Martin ein Signal. Das Resort positioniert sich gerade neu – und investiert offensichtlich in die Küche als zentrales Differenzierungsmerkmal. Im Luxussegment entscheidet das F&B-Angebot zunehmend über Wiederbuchungsraten und Weiterempfehlungsquoten.
- Martin bringt Erfahrung aus mehreren Fünf-Sterne-Häusern weltweit mit
- Er hat Festival-Formate aufgebaut, die über das eigene Resort hinaus Aufmerksamkeit erzeugen
- Sein Fokus auf lokale Zutaten passt zu einem Resort, das auf Natur und Authentizität setzt
- Die Transformation des Resorts schafft Raum für neue Konzepte ohne Bestandsschutz für alte Formate
Wie genau die neuen Dining-Konzepte aussehen werden, hat Martin noch nicht kommuniziert. Was er skizziert, klingt nach Intimität statt Showküche – nach Gedächtnis, Verbindung, Kontext. Das Gegenteil von Gala-Buffet.

