Die Kosten-Umsatz-Relation (KUR) zeigt, wie viel Prozent vom Umsatz einer Kampagne für Marketing draufgegangen sind. Sie ist die einfachste und direkteste Performance-Marketing-Kennzahl und wird überall gebraucht, wo Werbeausgaben gegen messbaren Umsatz laufen — Google Ads, Meta Ads, Metasearch, Paid Social, Affiliate.

Die Formel

KUR (%) = (Marketingkosten ÷ Umsatz durch Kampagne) × 100.

BEISPIEL-RECHNUNG (ohne JS sichtbar)

(3.500 € ÷ 42.000 €) × 100 = 8,3 % KUR

Google-Ads-Hotelkampagne: 3.500 € Ad-Spend generiert 42.000 € Buchungsumsatz.

Richtwerte

  • Unter 10 %: Sehr gut, Skalierungspotenzial
  • 10–15 %: Gut, stabile Wirtschaftlichkeit
  • 15–25 %: Standard, abhängig von Branche
  • 25–35 %: Kritisch, nur bei hoher Marge vertretbar
  • Über 35 %: Verlust (außer Markenaufbau oder Lifetime Value)

Für Hotellerie-Direktbuchungen sind KURs von 8–15 % typisch — deutlich unter dem, was an OTAs fließt (siehe OTA-Provisions-Rechner), aber mit eigenem Tracking-Aufwand.

Rechenbeispiele

Google Ads Hotelkampagne: 3.500 € Ad-Spend, 42.000 € Umsatz → KUR 8,3 %. Deutlich profitabler als OTA-Provision.

Meta-Kampagne für Spa-Tagespaket: 800 € Budget, 4.200 € Umsatz → KUR 19,0 %. Okay, aber mit Optimierungspotenzial.

Display-Retargeting: 500 € Spend, 1.800 € Assisted-Revenue → KUR 27,8 %. Direkter Last-Click kritisch, gerechtfertigt nur bei sauberer Attribution.

KUR in Excel berechnen

=(B2/B3)*100

Marketingkosten in B2, Umsatz in B3. Für Kanal-Vergleich getrennte Spalten pro Quelle, SUMMENPRODUKT für gewichtete Durchschnitte.

KUR vs. ROAS: Kehrwerte derselben Zahl

KUR und ROAS (Return on Ad Spend) sind Kehrwerte voneinander. ROAS = Umsatz ÷ Marketingkosten. Ein KUR von 10 % entspricht einem ROAS von 10 : 1. Deutschsprachige Agenturen nutzen eher KUR, internationale/US-Agenturen eher ROAS — inhaltlich gleich.

KURROASEINORDNUNG
5 %20 : 1Exzellent
10 %10 : 1Sehr gut
20 %5 : 1Standard
33 %3 : 1Kritisch
50 %2 : 1Verlust (meist)

Häufige Fehler bei der KUR-Berechnung

  1. Attribution zu eng: Last-Click-only ignoriert View-Through-Conversions. Für Markenkampagnen data-driven Attribution nutzen.
  2. Nebenkosten vergessen: Agenturhonorare, Tool-Abos, Content-Produktion — gehören zum Kosten-Anteil.
  3. MwSt.-Basis uneinheitlich: Manchmal Brutto-Umsatz, manchmal Netto. Konsistent bleiben.
  4. Stornos nicht abgezogen: Besonders bei flexiblen Hotelraten sind Storno-Quoten von 10–25 % üblich. Post-Cancellation-Revenue rechnen.
  5. Lifetime Value ignoriert: Bei Stammgast-Kampagnen lohnt sich oft ein höherer KUR, wenn der Gast wiederkommt.

KUR senken

  1. Keyword-Bereinigung — Suchbegriffe mit schlechter Conversion ausschließen.
  2. Landing-Page-Optimierung — Conversion Rate hebt Umsatz bei gleichem Spend.
  3. Audience-Targeting verfeinern — Lookalikes, Retargeting, Buyer-Stage-Segmente.
  4. Value-based Bidding — auf Umsatz optimieren, nicht auf Klicks.
  5. Attribution sauber aufsetzen — Server-side Tracking, um Umsatz vollständig zu erfassen.

KUR nach Marketing-Kanal

Nicht jeder Kanal rechnet sich gleich. Typische KUR-Ranges für Hotellerie-Direktbuchungen 2026:

  • Google Ads Brand: 2–6 % (wer nach deinem Hotelnamen sucht, kauft fast immer).
  • Google Ads Generic: 10–20 % (Suche nach „Hotel in München" — mehr Wettbewerb, teurer CPC).
  • Google Hotel Ads (Metasearch): 8–18 %.
  • Meta / Instagram Paid: 15–30 % (je nach Zielgruppe und Creative).
  • Display-Retargeting: 8–20 %.
  • Affiliate: 10–15 % (provisionsbasiert, tendenziell effizient).
  • E-Mail-Newsletter: 1–4 % (fast geschenkter Kanal, wenn Liste gepflegt ist).

Attribution: Warum dein KUR oft schlechter aussieht als er ist

Last-Click-Attribution weist 100 % des Umsatzes dem letzten Touchpoint zu — meist Google Brand oder Direct Traffic. Kanäle, die früher in der Customer Journey stehen (Social, Display, Metasearch), bekommen nichts ab. Ihr KUR sieht deshalb schlechter aus als in einem Data-Driven-Modell.

Wer das Vollbild will, braucht Multi-Touch-Attribution (z.B. Google Analytics 4 data-driven oder eigene serverseitige Lösung). Praxis-Faustregel: Die wahren KURs liegen bei View-Through-Kanälen (Display, Social) etwa 20–40 % unter dem Last-Click-Wert.

KUR und Lifetime Value

Für Markenaufbau-Kampagnen ist ein KUR über 30 % kein Alarm, wenn der erworbene Gast mehrfach bucht. Rechenweg: Durchschnittliche Wiederbuchungsrate × durchschnittlicher Zweit-Buchungswert = Lifetime-Revenue-Zuschlag. Ein Gast, der 1,8 × pro Jahr wiederkommt, darf im Akquise-KUR 50–80 % höher liegen als ein One-Time-Gast und bleibt trotzdem profitabel.

Weiterführende Quellen

KUR-Optimierung: Drei Steuerungshebel

Attribution-Modell wählen

Last-Click unterbewertet Top-of-Funnel-Kampagnen; Data-Driven Attribution (Google Analytics 4) verteilt den Conversion-Beitrag realistischer. Für Hotelmarketing mit langer Entscheidungsphase ist eine Position-basierte Attribution oft die bessere Entscheidungsgrundlage.

Kanal-Budget-Allocation

KUR je Kanal weicht stark ab — Branded Search typisch 3–6 %, Display und Social 12–25 %. Die Mischung bestimmt die Gesamt-KUR. Beim Shift von Display auf Search sinkt die KUR oft um 30–40 %, aber auch das Reichweiten-Potenzial.

Lifetime-Value statt KUR

Reine KUR-Optimierung bestraft Neukunden-Akquise. Wer LTV pro Kanal misst (wiederkehrende Gäste, cross-sell zum Spa/F&B), sieht andere Prioritäten: Brand-Investitionen mit scheinbar schlechter KUR können langfristig rentabelste Kanäle sein.

Weiterführende Rechner

HÄUFIGE FRAGEN

Was ist KUR?

Die Kosten-Umsatz-Relation zeigt, wie viel Prozent vom Kampagnen-Umsatz für Marketing draufgegangen sind. Formel: (Marketingkosten / Umsatz) × 100.

Was ist der Unterschied zwischen KUR und ROAS?

KUR und ROAS sind Kehrwerte. KUR 10 % entspricht ROAS 10 : 1. Deutschsprachige Agenturen nutzen KUR, internationale ROAS — inhaltlich identisch.

Was ist ein guter KUR-Wert?

Unter 10 % sehr gut, 10–15 % gut, 15–25 % Standard, 25–35 % kritisch. In der Hotellerie sind 8–15 % für Direktbuchungs-Kampagnen typisch.

Wie senkt man die KUR?

Keyword-Bereinigung, Landing-Page-Optimierung, Audience-Targeting verfeinern, Value-based Bidding, sauberes Server-side-Tracking für vollständige Attribution.

Welche Kosten zählen in die KUR?

Media-Spend + Agenturhonorare + Tool-Kosten + Content-Produktion, die direkt der Kampagne zugeordnet werden. Keine Overheads, keine Gehälter des eigenen Marketing-Teams.

Wie berechnet man KUR in Excel?

Formel: =(B2/B3)*100. Mit Marketingkosten in B2 und Kampagnen-Umsatz in B3.

Soll man Stornos bei der KUR abziehen?

Ja. Post-Cancellation-Revenue ist die realistische Basis, gerade bei flexiblen Hotelraten mit 10–25 % Storno-Quote.
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