Das Wichtigste in Kürze

LARC erwartet für 2026 keinen breiten Aufschwung im US-Hotelmarkt. Stattdessen laufen Nachfrage, Preise und Bewertungen auseinander.

Im Podcast nennt Ryan Meliker drei Punkte, die den Markt prägen: ein überraschend starkes erstes Quartal mit +3,8 Prozent RevPAR, eine Verschiebung im US-inbound Travel um 23 Millionen Reisende und Folgen der Fußball-WM 2026 für Zimmerkontingente.

Warum 2026 nicht nach Gleichklang aussieht

Ryan Meliker beschreibt den US-Markt als K-shaped economy: Ein Teil der Nachfrage läuft stark, ein anderer bleibt schwach. Genau das macht Forecasts gerade so nervös. LARC sieht deshalb keinen sauberen Aufwärtstrend für alle Segmente.

Die zentrale Zahl aus dem Podcast: Im ersten Quartal lag der RevPAR laut LARC bei plus 3,8 Prozent. Das kam trotz Iran-Konflikt, Government Shutdown, hohen Spritpreisen und Zöllen. Melikers Punkt: Diese Stärke stand nicht im Buchungsbild, sondern tauchte spät in der Nachfrage auf.

LARC-Zahlen für den Ausblick

2025: U.S. Hotel-EBITDA minus 5,5 Prozent, Hotelwerte minus 4 Prozent.

2026: U.S. Hotel-EBITDA minus 1,1 Prozent, Hotelwerte minus 3 Prozent.

Fünf Jahre: Hotelwerte plus 2 Prozent gesamt. Quelle: LARC-Ausblick im Podcast sowie die im Umfeld genannten Prognosen.

Was hinter der Zwei-Geschwindigkeiten-Nachfrage steckt

Im Podcast geht es um mehr als ein gutes Quartal. Meliker verweist auf den Bruch zwischen Konsumstimmung und Reiseverhalten. Die US-Konsumstimmung fiel im März auf 53,3 und sank im April weiter, doch Reiseausgaben hielten sich erstaunlich gut.

  • Business und Premium-Nachfrage halten sich besser als Budget-Segmente.
  • Preisdisziplin bleibt dort möglich, wo die Marke stark genug ist.
  • Schwächere Häuser spüren die Spreizung früher bei Auslastung und ADR.

Das 23-Millionen-Problem für die USA

Ein zweiter Punkt wiegt schwer: Laut Podcast hat sich der Netto-US-Reiseverkehr seit 2019 um 23 Millionen Personen verschoben. LARC setzt das grob mit rund vier Punkten nationaler Occupancy gleich. Das ist kein Randthema. Das trifft Revenue-Modelle direkt.

Die Diagnose ist klar: Auf dem Markt hängt laut Meliker sinngemäß ein „do not stay here“-Schild. Gemeint ist nicht ein einzelnes Hotel, sondern ein Teil der USA als Reiseziel. Für Hotels heißt das: Nicht jede Region profitiert gleich, selbst wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stabil wirkt.

Spannend ist der Widerspruch: Makrodaten sehen wacklig aus, trotzdem läuft Reise nach oben. Genau deshalb trennen sich die Märkte immer stärker.

Wo das Geld eher bleibt

Für 2026 schaut LARC auf Märkte mit robuster Inlandsnachfrage, klarer Gruppennachfrage und wenig Abhängigkeit von weicherem Inbound-Traffic. Im Podcast nennt Meliker auf die Frage nach starken und schwachen Märkten sogar konkrete Gewinner und Verlierer, ohne sich hinter Floskeln zu verstecken.

  • Starke Marken mit klarer Preissetzungsmacht
  • Märkte mit stabiler Geschäftsreise und Gruppenmix
  • Standorte ohne extreme Abhängigkeit von internationalen Ankünften

World Cup 2026 wird zur Belastungsprobe

Ein drittes Thema sorgt für Reibung: die Fußball-WM 2026. Meliker kritisiert die frühe Zimmerblockierung in den Host Cities und das spätere Zurückziehen von Kontingenten. Genau dieses Hin und Her erschwert Revenue-Planung und Kapazitätssteuerung. Hospitality Net nennt das Thema ebenfalls im Umfeld des Gesprächs zum World Cup 2026.

Für Hotels in den Austragungsstädten heißt das: Wer mit Gruppen, Kontingenten und dynamischer Preissteuerung arbeitet, braucht früh saubere Regeln. Sonst blockiert man Bestand, ohne am Ende sauber zu verkaufen. Klingt simpel? Ist es nicht.

World Cup 2026 — Chance oder Chaos?

Dafür spricht

  • Hohe Sichtbarkeit der Host Cities
  • Starke Spitzenraten in klar definierten Peak-Nächten
  • Mehr Nachfrage aus Gruppen, Medien und Fans

Dagegen spricht

  • Frühe Fehlblockungen bei Zimmerkontingenten
  • Unklare Abrufquoten
  • Planungsrisiko für Revenue Teams

Was Hotelwerte und Deals bremst

Auch auf der Transaktionsseite bleibt es zäh. LARC erwartet für 2026 sinkende Hotelwerte um 3 Prozent. Für Besitzer klingt das hart, für Käufer öffnet es aber meist nur dann ein Fenster, wenn Finanzierungen mitspielen.

Zusätzlich belasten laut Podcast höhere Personalkosten und der Druck durch Gewerkschaftsvereinbarungen. Meliker deutet an, dass zu harte Arbeitsverträge Automatisierung in manchen Bereichen schneller vorantreiben könnten. Das ist keine schöne, aber eine ziemlich reale Marktnachricht.

Worauf du als Betreiber jetzt schauen solltest

  1. Prüf deine Märkte getrennt nach Inbound, Leisure und Corporate.
  2. Fahr Forecasts nicht mehr nur auf Gesamt-RevPAR, sondern auf Segmentebene.
  3. Sicher dir bei Großereignissen früh Regeln für Kontingente und Release Dates.
  4. Plane Personalkosten gegen schwächere RevPAR-Monate durch.

Was 2026 wirklich zählt

Der Podcast zeigt vor allem eins: Der Markt bewegt sich nicht einheitlich. Ein gutes Quartal reicht nicht, um den Rest des Jahres zu lesen. Wer jetzt nur auf Durchschnittswerte schaut, übersieht die Spreizung zwischen starken und schwachen Häusern.

Für Hoteliers heißt das: Daten tiefer zerlegen, nicht glatter rechnen. Genau da liegt der Unterschied zwischen Bauchgefühl und echter Steuerung.

HÄUFIGE FRAGEN

Was meint LARC mit einer K-förmigen Wirtschaft?

Gemeint ist eine gespaltene Nachfrage: Ein Teil des Markts läuft stark, ein anderer bleibt zurück. Im Hotelgeschäft zeigt sich das bei RevPAR, Auslastung und Preisdurchsetzung sehr unterschiedlich nach Segment und Standort.

Wie hoch lag der RevPAR im ersten Quartal laut Podcast?

LARC nennt für Q1 einen RevPAR-Anstieg von 3,8 Prozent. Das kommt laut Podcast trotz mehrerer Belastungsfaktoren zustande.

Warum ist der World Cup 2026 für Hotels heikel?

Weil frühe Zimmerblockierungen und spätere Stornierungen oder Anpassungen die Planung durcheinanderbringen. Das betrifft besonders Host Cities und Häuser mit Gruppenfokus.

Welche Kennzahlen nennt LARC für 2026?

Im Umfeld des Podcast-Ausblicks stehen ein erwarteter Rückgang des U.S. Hotel-EBITDA um 1,1 Prozent und ein Minus bei den Hotelwerten um 3 Prozent.

Welche Märkte sollten Hoteliers 2026 genauer prüfen?

Vor allem Märkte mit starkem Inlandsanteil, solider Geschäftsreise und wenig Abhängigkeit vom schwankenden Inbound-Tourismus. Genau dort fällt die Spreizung im K-Markt weniger brutal aus.
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