Motel One setzt seit März 2025 einen KI-Chatbot des Berliner Anbieters Dialogshift ein. Rund 20.000 Gäste nutzen das System pro Monat – direkt eingebunden in das zentrale Content-Management-System der Budget-Design-Gruppe. Ein Teil der Chats mündet laut Motel One direkt in eine Buchung.
20.000 Gäste im Monat, die sich ihre Fragen vom Chatbot beantworten lassen – das ist kein Experiment mehr, das ist ein Servicekanal. Motel One hat die KI-Lösung von Dialogshift nach einer intensiven Test- und Optimierungsphase fest in die eigene digitale Infrastruktur integriert. Seit März 2025 läuft das System produktiv, die Zahlen sprechen für eine echte Nutzerbasis.
Ein Chatbot für alle Häuser – zentral gesteuert
Der Chatbot ist nicht auf einzelne Hotelseiten beschränkt. Er ist ins zentrale CMS von Motel One eingebunden und kann Fragen zu allen Häusern der Gruppe beantworten – egal, welche Seite ein Gast gerade aufruft. Das klingt nach einer technischen Kleinigkeit, ist es aber nicht: Wer je versucht hat, Informationen zu zehn verschiedenen Hotels konsistent und aktuell zu halten, weiß, wie schnell das auseinanderfällt.
Max Brodersen, Director Digital Marketing bei Motel One, beschreibt den Ansatz so:
Mit der KI-Lösung haben wir unsere Gästekommunikation nahtlos in unser zentrales Content-Management-System integriert und damit die Grundlage für konsistente und skalierbare Information über alle Hotels hinweg geschaffen.
– Max Brodersen, Director Digital Marketing, Motel One
Und weiter: „Heute ist der Chatbot ein fester Bestandteil unserer digitalen Service-Strategie und leistet einen messbaren Beitrag zur Conversion-Optimierung.“ Heißt: Gäste, die über den Chat Antworten bekommen, landen seltener im Nichts – und öfter in der Buchungsstrecke.
Google Maps direkt im Chat: der neue Ortsagent
Dialogshift hat für Motel One zuletzt einen Google-Maps-Agenten entwickelt. Der liefert Gästen Entfernungsangaben und Ortsinformationen direkt aus dem Kartendienst – ohne Medienbruch, ohne Tab-Wechsel. Wer wissen will, wie weit das Motel One Frankfurt zur Messe ist oder ob das nächste Parkhaus zu Fuß erreichbar ist, bekommt die Antwort direkt im Chat.
Dialogshift ist ein Berliner Anbieter für KI-gestützte Gästekommunikation im Hospitality-Bereich. Das System lässt sich in Hotel-Websites, Buchungsstrecken und CMS-Systeme integrieren und beantwortet Gästefragen automatisiert – rund um die Uhr, in mehreren Sprachen. Neben Motel One zählen weitere Hotelgruppen und Einzelhäuser zu den Kunden.
Was das für die Branche bedeutet
Motel One ist kein kleines Boutique-Hotel, das einen Chatbot ausprobiert. Die Budget-Design-Gruppe betreibt Häuser in über 80 Städten in Europa. Wenn eine Gruppe dieser Größe sagt, der Chatbot sei heute ein fester Servicekanal mit messbarem Conversion-Beitrag, ist das ein Signal für die gesamte Branche.
Vor allem drei Fragen werden dabei für andere Hotelgruppen relevant:
- Wie tief muss ein Chatbot ins CMS integriert sein, damit die Antworten wirklich stimmen?
- Ab welchem Traffic-Volumen rechnet sich der Aufwand für eine saubere Trainings- und Optimierungsphase?
- Welche Touchpoints – Website, App, WhatsApp – sollen abgedeckt werden?
Motel One hat diese Fragen offenbar mit Zeit und einer intensiven Testphase beantwortet. Brodersen betont, genau das sei entscheidend gewesen: Qualität und Skalierbarkeit erst sicherstellen, dann ausrollen.
Conversion oder Service – oder beides?
Interessant ist die Doppelrolle, die Motel One dem Chatbot zuschreibt: Servicekanal und Conversion-Tool. Das ist kein Widerspruch, aber eine Abkehr vom klassischen Chatbot-Denken, das sich meist auf FAQ-Entlastung konzentriert.
- Gästefragen zu allen Motel-One-Häusern beantworten
- Direkte Weiterleitung in die Buchungsstrecke
- Ortsinformationen via Google-Maps-Agent liefern
- Konsistente Informationen über alle Häuser hinweg sicherstellen
- 24/7 verfügbar – ohne Telefonleitung, ohne Wartezeit
Das Modell zeigt: KI im Gästekontakt funktioniert am besten, wenn es nicht als Kostenspar-Maßnahme verkauft wird, sondern als echter Servicekanal mit klar messbaren Zielen. 20.000 Gäste pro Monat sind ein Argument, das sich schwer wegdiskutieren lässt.

