Hotelbetrieb und Kennzahlen

ADR, RevPAR, GOPPAR: die Kennzahlen, an denen ein Haus gemessen wird, die Begriffe des täglichen Betriebs von Check-in bis Housekeeping — und die Berichtspflichten von CSRD bis EU-Taxonomie.

53 Begriffe

ADR

Average Daily Rate. Durchschnittlicher Zimmerumsatz pro verkauftem Zimmer und Tag — einer der drei zentralen KPIs im Room-Performance-Dreiklang aus Auslastung, ADR und RevPAR. Gerechnet: Zimmerumsatz geteilt durch Anzahl verkaufter Zimmer.

Einordnung

ADR-Benchmarks variieren stark nach Segment und Lage. Durchschnittliche Werte in deutschen Grossstaedten 2025: Budget 75 bis 110 Euro, Midscale 110 bis 160 Euro, Upscale 160 bis 280 Euro, Luxury 280 Euro plus. Die Steigerung des ADR ist in Zeiten hoher Auslastung fast immer profitabler als weitere Auslastungssteigerung (geringere variable Zusatzkosten).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist ADR Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Ancillary Revenue

Nebenumsatzstroeme jenseits des Zimmerpreises — Spa, Parking, Minibar, Wifi-Premium, Late Check-out, Fruehgepaeckaufnahme, Tagesausfluege. Aus dem Airline-Industriebegriff ins Hotel-Marketing uebernommen. Typischer Anteil am Gesamtumsatz: 5 bis 20 Prozent, abhaengig vom Haustyp.

Praxis

Ancillary Revenue ist oft margenstark (Parking 80 bis 95 Prozent Marge, Minibar 70 Prozent, Spa 30 bis 50 Prozent nach Personalkosten). Strategie: proaktive Angebote per Pre-Arrival-Mail und digitalen Touchpoints. Upscale-Häuser nutzen inzwischen dedizierte Ancillary-Revenue-Manager oder Tools wie For-Sight, GuestJoy, Oaky.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Ancillary Revenue Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Arrangement

Paket aus Uebernachtung plus Zusatzleistungen zu einem Gesamtpreis. Klassische Bestandteile: Fruehstueck, Abendessen, Spa-Zugang, Ausflug, Transfer. Das Arrangement dient zwei Zielen: erhoehtem Durchschnittsumsatz pro Gast und einer klaren Positionierung gegenueber reinen Zimmerverkaeufen.

Praxis

Typische Arrangements in der deutschen Hotellerie: Romantik-Weekend, Wellness-Auszeit, Schnupper-Golf, Kulinarik-Wochenende, Kurzurlaub über die Feiertage. Die Preiskalkulation lebt von einem klaren Mehrwert (mind. 15 Prozent unter Einzelbuchung der Leistungen), kombiniert mit einer für das Haus ertragsstarken Struktur (hoher Rooms-Anteil, eigene F and B-Leistungen).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Arrangement Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Back of House

Alle gast-unsichtbaren operativen Bereiche eines Hotels: Küche, Spuelkueche, Waescherei, Technik, Personalbereiche. Gegenpol zu Front of House. Die klare Trennung beider Zonen — über Dienstfluren, Service-Aufzuege, getrennte Eingaenge — ist Grundprinzip der Hotel-Architektur.

Praxis

Moderne Lifestyle-Konzepte weichen die Trennung bewusst auf: Open Kitchens mit Blick vom Gast, Show-Bars, Chefs Tables direkt in der Küche. Die klassische Bubble ist seltener, Back-of-House-Elemente werden zum Erlebnis. Hygiene-und-Arbeitsschutz-Vorschriften bleiben unveraendert streng, unabhaengig von der Sichtbarkeit.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Back of House Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Back-Office

Der nicht-gastsichtbare Verwaltungsbereich eines Hotels — Buchhaltung, HR, Einkauf, IT, Sales-Administration. Trennt sich konzeptionell klar vom Front Office (Rezeption und Concierge) und vom F-and-B-Bereich. Strukturell: Personalanteil typisch 8 bis 15 Prozent der Gesamtbelegschaft.

Einordnung

Back-Office-Abteilungen im klassischen Hotel: Accounting, Controlling, HR, Procurement, IT, Marketing. In kleineren Haeusern oft in Personalunion mehrere Funktionen in einer Rolle, in Ketten und grossen Haeusern voll ausgebaute Teams. Der Beitrag zum Gaesteerlebnis ist indirekt, aber entscheidend — stabiles Back-Office ist Voraussetzung für reibungslosen Front-Service.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Back-Office Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Belegungsrate

Der deutsche Begriff für Occupancy — Anteil der verkauften Zimmer an den verfuegbaren Zimmern, meist auf Tages-oder-Monatsbasis gemessen. Formel: Anzahl verkaufte Zimmer geteilt durch Anzahl verfuegbarer Zimmer, mal 100.

Einordnung

Durchschnittliche Belegungsraten in Deutschland 2025: Stadthotels 65 bis 78 Prozent Jahresschnitt, Resort-Hotels 55 bis 70 Prozent, Budget-Hotels 80 bis 88 Prozent. Break-Even-Belegung liegt segmentabhaengig bei 50 bis 65 Prozent, ab der Zimmer gewinnbringend sind. Im Revenue Management ist die Belegungsrate nur eine Halfte des Bildes — sie muss mit dem ADR ins Gleichgewicht gebracht werden (RevPAR).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Belegungsrate Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Boutique-Hotel

Kleines, individuell gestaltetes Premium-Hotel mit typisch 20-80 Zimmern und ausgeprägter Persoenlichkeit (Design, Lage, Service). Abgegrenzt von Konzern-Hotels durch hohe Service-Tiefe pro Gast.

Briefing

Kurzbesprechung zu Schichtbeginn, in der die relevanten Tagesinformationen durchgegeben werden. VIP-Ankuenfte, besondere Wuensche, Vollgesellschaften im Restaurant, Stoerungen in Zimmern, Sicherheitsvorkommnisse und Tagesschwerpunkte. Das Briefing ist das Ruckgrat der operativen Kommunikation in der Hotellerie.

Format

Effiziente Briefings dauern 10 bis 15 Minuten, haben eine feste Struktur (Gaeste, Operations, Commercial, Safety) und einen klaren Moderator. Morning Briefing des Fuehrungsteams um meist 09:00 oder 09:30, Flash Meetings pro Abteilung in Front-of-House-Bereichen zu Schichtwechsel, Pre-Shift-Briefing in Restaurants vor Service-Start.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Briefing Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Check-in

Ankunftsprozess eines Gastes im Hotel: Identifikation, Zuweisung von Zimmer und Schluessel, Registrierung, Übergabe der Hausinformation. Die kritische erste Gast-Interaktion: der Ton der kommenden Tage wird hier gesetzt. In der EU rechtlich durch die Meldepflicht unterlegt (Gaestemeldeschein).

Praxis

Klassischer Check-in dauert 3 bis 6 Minuten, Express-Check-in (online vor Ankunft) reduziert auf 60 bis 90 Sekunden an der Rezeption. Mobile und Self-Check-in-Lösungen breiten sich rasant aus: Apaleo, Mews und Oracle bieten entsprechende Module. In Grossstaedten mit hoher Ankuenfte-Frequenz (Messe-Tage) entscheidet die Check-in-Geschwindigkeit über Service-Qualität und Schlange im Foyer.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Check-in Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Check-out

Abreiseprozess des Gastes — Schluesselrueckgabe, Rechnungspruefung und Zahlung, Aufnahme offener Bemerkungen. Letzte Front-Office-Interaktion, oft unter Zeitdruck am Morgen. Die Qualität des Check-outs entscheidet über den Schlussakkord im Gesamterlebnis.

Praxis

Klassischer Check-out dauert 3 bis 5 Minuten, Express-Check-out (im PMS vorbereitet, Rechnung per E-Mail) reduziert auf 60 Sekunden an der Rezeption. Mobile Check-out-Lösungen (App, Tablet in der Lobby) breiten sich aus. Standard-Zeit für Auschecken: 11:00 bis 12:00 Uhr; Late Check-out gegen Aufpreis bis 14:00 bis 16:00 Uhr, abhaengig von der Tagesbelegung.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Check-out Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Concierge

Schluesselfigur im Front-of-House der Upscale-und-Luxury-Hotellerie. Organisiert alles, was außerhalb des Zimmers stattfindet — Restaurantreservierungen, Theatertickets, Transfers, Fuehrungen, personalisierte Insider-Tipps. Der weltweite Zusammenschluss der Top-Concierges, Les Clefs d'Or (goldene Schluessel am Revers), umfasst Stand 2025 über 4000 Mitglieder in 80 Laendern.

Abgrenzung

Der Rezeptionist verantwortet den Check-in und die Zimmer, der Concierge alles drumherum. In kleineren Haeusern werden die Rollen kombiniert. Die Guest Relations uebernehmen VIP-Betreuung und Service Recovery. Der Chef Concierge leitet in grossen Haeusern ein Team von bis zu 8 Concierges und Bellboys.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Concierge Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Cross-Selling

Verkauf ergaenzender Leistungen rund um die Kernbuchung. Beispiel: zum gebuchten Zimmer die Spa-Behandlung, das Dinner-Paket, der Flughafentransfer, die Weinbegleitung. Im Gegensatz zum Upselling (hoeherwertiges Zimmer) zielt Cross-Selling auf breite Leistungsausweitung statt auf Kategorie-Upgrade.

Praxis

Effektive Cross-Selling-Programme haben klare Pakete (statt beliebigen Optionsauswahlen), Pre-Arrival-Kommunikation (2 bis 7 Tage vor Ankunft) und stationsuebergreifende Anreize (Spa-Team profitiert ebenso wie Rezeption, wenn die Anmeldung am Empfang erfolgt). Pre-Arrival-Tools wie Oaky, GuestJoy, Hotefy automatisieren die Cross-Selling-Ansprache.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Cross-Selling Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

CSRD

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie verpflichtet Unternehmen, nach einheitlichen Standards (ESRS) über ökologische und soziale Themen zu berichten. Seit dem Omnibus-Paket 2026 gilt die direkte Pflicht erst ab über 1.000 Beschäftigten und über 450 Mio. Euro Umsatz — die meisten Hotels sind nur indirekt über Lieferkette und Finanzierung betroffen.

Quelle: EU-Omnibus RL (EU) 2026/470

DEHOGA

Deutscher Hotel-und-Gaststaettenverband. Interessenvertretung der deutschen Hospitality-Branche mit Bundesverband in Berlin und 17 Landesverbaenden. Mitgliederbasis: rund 60.000 Betriebe mit über zwei Millionen Beschaeftigten. Zentrale Arbeitsfelder: Tarifverhandlungen, Gesetzesvertretung (Mindestlohn, MwSt, Arbeitszeit), Ausbildungskoordination, Klassifizierung (DEHOGA-Sterne-System).

Praxis

Das DEHOGA-Sterne-System ist der deutsche Standard der Hotelklassifizierung (1 bis 5 Sterne plus Superior). Zertifizierung über einen dreijaehrigen Turnus mit dokumentierter Pruefung von über 270 Einzelkriterien (Zimmergroesse, Ausstattung, Sauberkeit, Service). Die Klassifizierung ist freiwillig, aber für die Vermarktung in vielen Kanaelen fast Pflicht.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist DEHOGA Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

EBITDA

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — die Kernkennzahl zur Bewertung der Ertragskraft eines Hotels unabhaengig von Finanzierung und Investitionsalter. In der Hotel-Investment-Welt das meistgenutzte Vergleichsmass, weil es Häuser mit unterschiedlicher Kapitalstruktur vergleichbar macht.

Einordnung

Branchenuebliche EBITDA-Margen: Budget-Segment 20 bis 28 Prozent, Midscale 25 bis 32 Prozent, Upscale und Luxury 28 bis 38 Prozent. Unter 18 Prozent EBITDA-Marge gilt ein Haus in der Branche als unterdurchschnittlich profitabel. Bewertungsmultiples für Hotel-Transaktionen liegen typisch bei 8 bis 14 EBITDA, abhaengig von Lage und Marktphase.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist EBITDA Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

ESG

ESG steht für Environmental, Social und Governance — die drei Dimensionen, nach denen die Nachhaltigkeit eines Unternehmens bewertet wird. In der Hotellerie umfasst ESG unter anderem Energie, Wasser und Emissionen (Environmental), Arbeitsbedingungen und Lieferkette (Social) sowie Unternehmensführung und Compliance (Governance). Banken und Investoren nutzen ESG-Kennzahlen zur Bewertung von Krediten und Immobilien.

Quelle: EFRAG ESRS

EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Für Hotels wird sie vor allem über die Finanzierung relevant: Banken und Investoren nutzen Taxonomie-Kriterien, um grüne Kredite und den Wert von Gebäuden zu bewerten. Eine direkte Berichtspflicht trifft nur sehr große Unternehmen.

Quelle: EU-Taxonomie-Verordnung

Executive Floor

Exklusive Etage in Upscale-und-Luxushotels mit Zusatzleistungen für Club-Level-Gaeste. Typisch mit eigener Executive Lounge (Fruehstueck, Afternoon Tea, Happy Hour inkludiert), personalisiertem Concierge, Early Check-in und Late Check-out, exklusiver Amenities im Zimmer.

Einordnung

Executive-Floor-Konzepte verdichten die Luxury-Elemente auf einem Teil des Hauses und erlauben dem Hotel, zwei Service-Niveaus parallel zu betreiben. Der Aufpreis gegenueber Standardzimmern liegt typisch bei 30 bis 80 Euro pro Nacht — kalkuliert so, dass die inkludierten Leistungen (Breakfast, Happy Hour) dem Aufpreis nahezu vollstaendig entsprechen. Markenbezeichnungen: Hilton Executive, Marriott M Club, Hyatt Regency Club.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Executive Floor Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Front of House

Alle gastsichtbaren Bereiche des Hotels: Rezeption, Concierge, Lobby, Restaurants, Bars, Bankett-Räume. Im Gegensatz zu Back of House (Küche, Spuelkueche, Waescherei, Buero, Personalbereich). Die Trennung der beiden Zonen ist entscheidend für Sauberkeit, Geraeuschkontrolle und Gaesteerlebnis.

Praxis

Front-of-House-Standards: makellose Präsentation, ruhige Geraeuschkulisse, keine Transportwege von Mitarbeitenden mit schmutzigem Geschirr. Back-of-House-Zugaenge sind unauffaellig versteckt (Dienstfluren, Service-Aufzuege). Im modernen Lifestyle-Konzept werden die Grenzen zunehmend aufgeweicht: Open Kitchens, Bar-Stations mit Blick, Chef-Tables bringen Back-of-House-Elemente in die Sichtbarkeit.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Front of House Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Gastgewerbe

Sammelbegriff für Hotellerie und Gastronomie. Wirtschaftszweig mit über 2 Millionen Beschäftigten in Deutschland, traditionell durch DEHOGA und NGG tarifiert.

GOP

Gross Operating Profit. Bruttobetriebsergebnis vor Management Fee, Versicherung, Grundsteuer und nicht-operativen Kosten. Standard im USALI-Kontenrahmen (Uniform System of Accounts for the Lodging Industry) und in fast allen internationalen Managementvertraegen die Incentive-Fee-Basis des Betreibers.

Einordnung

GOP-Margen als Benchmark: Budget 30 bis 38 Prozent, Midscale 35 bis 42 Prozent, Upscale 40 bis 48 Prozent, Luxury 42 bis 52 Prozent. GOP pro verfuegbarem Zimmer und Tag (GOPPAR) ist der entscheidende Effizienz-KPI für den General Manager. Unterhalb von GOP stehen im USALI nur noch Eigentuemerkosten.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist GOP Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

GOPPAR

Gross Operating Profit per Available Room. Effizienz-KPI für die Hotel-Operations — misst den Bruttobetriebsgewinn pro verfuegbarem Zimmer und Tag. Formel: GOP geteilt durch Anzahl verfuegbarer Zimmertage. Zentrale Kennzahl im Owner-Reporting und in der Incentive-Berechnung des Managements.

Einordnung

GOPPAR-Benchmarks: Budget-Segment 25 bis 40 Euro, Midscale 40 bis 70 Euro, Upscale 70 bis 130 Euro, Luxury 130 Euro plus — Jahresdurchschnitt, abhaengig von Lage und Hausgroesse. GOPPAR verbindet Auslastung, Rate und Kostenstruktur in einer einzigen Zahl — die wichtigste Kennzahl für den General Manager in Bezug auf die Management-Incentive-Gestaltung.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist GOPPAR Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

GreenSign

GreenSign ist das bekannteste deutsche Nachhaltigkeitssiegel für Hotels, vergeben vom GreenSign Institut. Es prüft seit 2015, ist seit 2022 vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC) anerkannt und arbeitet mit fünf Leveln, über 130 Kriterien in zehn Handlungsfeldern und 20 Pflichtkriterien. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig.

Quelle: GreenSign Institut

Hotelkette

Verbund mehrerer Hotels unter gemeinsamer Marke und zentraler Steuerung. Bekannte Beispiele: Marriott Bonvoy, Accor, IHG, Hilton, Radisson, Maritim, Steigenberger.

Hotellerie

Sammelbegriff für das Beherbergungsgewerbe. Umfasst Hotels, Pensionen, Resorts, Boutique-Hotels und Hotelketten. Abgegrenzt von der Gastronomie (Speisen-/Getraenke-Service ohne Beherbergung).

Housekeeping

Zimmer-und-Gemeinschaftsbereichs-Reinigung als Gesamtdisziplin. Das Housekeeping verantwortet Sauberkeit, Zimmerstatus, Ausstattung und die zentrale Wahrnehmung von Qualität durch den Gast. Personalstaerkste Abteilung fast jedes Hotels, oft mit 30 bis 45 Prozent der gesamten Belegschaft.

Struktur

Führung durch den Head Housekeeper oder Executive Housekeeper. Darunter Floor Supervisor je Etage oder Etagenbereich, dann Room Attendants als operative Kraefte. Kennzahlen: Minuten pro Zimmer (20 bis 35, abhaengig vom Segment), Revision-Quote (wie oft ein Zimmer nach der Reinigung nachgebessert werden muss, Ziel unter 5 Prozent), Pickup-Zeit nach Check-out.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Housekeeping Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Incentive-Reise

Unternehmensveranstaltung als Belohnung für Mitarbeitende, Vertriebspartner oder Kunden — typisch mehrtaegige Reise an attraktive Destinationen mit kombiniertem Incentive-und-Meeting-Programm. Teil des MICE-Segments. Budgetrahmen pro Teilnehmer typisch 1500 bis 8000 Euro.

Einordnung

Incentive-Reisen sind hochmargiges Geschaeft für Hotels — hoher Pro-Kopf-Umsatz, Vollauslastung von Zimmern und F and B, Nachfrage nach besonderen Erlebnissen (Helikopter, Weingut, Dinner am aussergewoehnlichen Ort). Klassische Destinationen: Seychellen, Dubai, Alpen-Hotelerie, Luxus-Resorts in Italien, Spanien, Portugal. Entscheider: HR, Vertriebsleitung, CEO-Office, spezialisierte Incentive-Agenturen.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Incentive-Reise Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: GCB German Convention Bureau

Kettenhotel

Hotel, das Teil einer uebergeordneten Marke oder Betreibergruppe ist — mit gemeinsamen Standards, Markenvorgaben, Vertriebskanaelen und oft zentraler Verwaltung. Im Gegensatz zum Individualhotel (unabhaengig gefuehrtes Haus ohne Markenbindung). Die Ketten beherrschen etwa 35 bis 45 Prozent des deutschen Hotelbettenbestandes.

Einordnung

Kettenhotels teilen sich in Owned (Kette besitzt Immobilie und Betrieb), Leased (Kette pachtet und betreibt), Managed (Kette fuehrt für Eigentuemer gegen Fee) und Franchised (selbstaendiger Betreiber unter Markenlizenz). Groesste Ketten in Deutschland 2025: Accor, Marriott, IHG, Hilton, Hyatt, Radisson, Wyndham, Motel One, B and B Hotels.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Kettenhotel Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Klimaneutral

Klimaneutral bedeutet, dass die von einem Betrieb verursachten Treibhausgasemissionen rechnerisch ausgeglichen werden — auch durch Kompensation. Davon abzugrenzen ist Net-Zero, das zuerst eine drastische Reduktion der Emissionen verlangt und nur den unvermeidbaren Rest ausgleicht. Seit der EmpCo-Richtlinie ist die Aussage klimaneutral ohne eigene Reduktion und anerkannten Nachweis nicht mehr zulässig.

Quelle: GHG Protocol; EmpCo-RL (EU) 2024/825

KPI

Key Performance Indicator — eine messbare Kennzahl, die ein Geschäftsziel im Zeitverlauf bewertet. In der Hotellerie gehören RevPAR, ADR, GOPPAR, Occupancy und TRevPAR zum Standardset; in der Gastronomie Food Cost, Prime Cost und Kostenquoten; im Marketing ROAS und KUR; in der Mitarbeiterführung Fluktuationsquote, Trainings-Stunden und Gästezufriedenheits-Indizes. Der Unterschied zwischen Rohzahl und KPI liegt in der Relation: erst die Verbindung mit einem Bezugswert — verfügbare Ressourcen, Wettbewerb als Index, oder einem Zielwert — macht eine Zahl zur Steuerungskennzahl.

Abgrenzung

Der reine Umsatz ist noch kein KPI, weil er die Betriebsgröße nicht berücksichtigt — er wird erst als RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) zum KPI. Ein KPI setzt immer in Verhältnis: zu Ressourcen, zu Benchmark oder zu Zielwert. Metriken sind die breitere Kategorie aller messbaren Werte; KPIs sind die Untermenge der Metriken, die das Management aktiv zur Steuerung einsetzt. OKR (Objectives and Key Results) sind ein konkurrierendes Management-Framework, in dem KPIs typisch als Key Results auftauchen, aber die „Objectives“ über dem KPI stehen.

In der Praxis

Faustregel im Hotel-Management: pro Abteilung 3–7 zentrale KPIs, nicht 30. Zu viele KPIs führen zu Scheinmessung statt Steuerung, weil die Aufmerksamkeit sich verteilt. Eine typische Kombination auf Direktionsebene: GOPPAR, RevPAR-Index (RGI), Mitarbeiterfluktuation, Gästezufriedenheit (Guest Index, NPS oder Booking.com-Review-Score) und eine F&B-Kennzahl wie Prime Cost. Die vollständigen Definitionen und Rechner für alle Hotel-KPIs findest du im TURNDOWN-KPI-Hub.

Herkunft

Management-Literatur der 1990er-Jahre, stark geprägt vom Balanced-Scorecard-Ansatz von Kaplan und Norton. Vor „KPI“ wurde in Deutschland von Kennzahl oder Führungskennzahl gesprochen; der englische Begriff hat sich seit 2000 flächendeckend durchgesetzt.

Late Check-out

Verlaengerte Zimmernutzung über die Standard-Abreisezeit hinaus (ueblicherweise 11:00 oder 12:00 Uhr). Typisch gegen Aufpreis: bis 14:00 Uhr 30 bis 80 Euro, bis 16:00 Uhr 100 bis 150 Euro, bis 18:00 Uhr oft halbe Tagesrate, danach volle Tagesrate. In Luxushaeusern bei geringer Folgebelegung oft kostenfrei als Service-Geste.

Praxis

Late-Check-out-Verfuegbarkeit haengt von der Zimmertyp-Nachfrage der Folgenacht ab — bei Vollauslastung kaum möglich, bei niedriger Nachfrage grosszuegig. Das Front-Office kann die Verfuegbarkeit am Abend des Vorabends oder am Morgen des Abreisetages pruefen. Upscale-Häuser bieten oft ein halbes Tageszimmer als Alternative (Day Use Room).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Late Check-out Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Lobby

Die Eingangshalle eines Hotels — primaer Transit-und-Orientierungsbereich, zugleich Buehne der ersten und letzten Gaesteerfahrung. Enthaelt die Rezeption, häufig eine Lobby Bar oder Lobby Lounge, oft den Concierge-Desk und Sitzbereiche für das Warten auf Transfers, Ankuenfte oder Meetings.

Einordnung

Die Lobby definiert die Marken-Erstwahrnehmung: Beleuchtung, Duft, Geraeuschkulisse, Materialwahl und Personal-Praesenz transportieren das Haus-DNA in den ersten 90 Sekunden. Im Luxus-Segment ist die Lobby traditionell grosszuegig und repraesentativ, im modernen Lifestyle-Segment oft kompakt und multifunktional (Arbeits-Co-Working, Lounge, Cafe).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Lobby Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Lounge

Halb-öffentlicher Aufenthaltsbereich im Hotel mit ruhiger, wohnlich gestalteter Atmosphäre. Die Lounge unterscheidet sich bewusst von der klassischen Bar: weniger durchgängiger Bedienbetrieb, dafür längere Verweildauer, informelle Arbeitsatmosphäre und ein Snack- statt vollem Speisenangebot. Typische Positionen im Hotel: im Foyer-Anschluss (Lobby Lounge), auf einem Executive Floor (Executive Lounge) oder als Rooftop-Variante mit Blick auf die Stadt.

Abgrenzung

Die Bar ist getränke- und serviceorientiert mit festem Tresen und kürzerer Verweildauer pro Gast. Die Lobby ist primär ein Transitbereich. Die Executive Lounge ist eine zugangsbeschränkte Variante für Club-Level-Gäste mit eigenem Food- und Beverage-Angebot (Breakfast, Afternoon Tea, Happy Hour). Als Sonderformen unterscheidet die Fachpraxis Piano Lounge (festes Live-Musik-Konzept), Gentlemen's Lounge (Whisky/Zigarre-fokussiert, heute seltener) und Business Lounge (Arbeits-fokussiert mit Meeting-Bereichen).

In der Praxis

Operativ ist die Lounge ein Zwischending aus F&B-Outlet und Rezeptions-Erweiterung. Besetzt wird sie mit einem Lounge Host, der Getränke- und Snack-Bestellungen annimmt und zugleich als Ansprechpartner für kurze Serviceanfragen dient. Bei Executive-Stufen ist der Aufenthalt im Zimmerpreis inkludiert; bei öffentlichen Lounges gilt normales Bar-Pricing. Auslastung und Upselling-Potenzial sind KPIs, die der F&B Manager regelmäßig prüft. Design-seitig bevorzugen Hotels der oberen Klasse gemischte Sitzmöbel (Sessel, Sofas, Einzelplätze mit Tisch) und eine Geräuschkulisse leicht unter Bar-Niveau — hier dürfen Gäste arbeiten und telefonieren.

Herkunft

Aus dem englischen to lounge (sich ausstrecken, müßig verweilen), ursprünglich im 18. Jahrhundert ein Begriff für lockeres Gesellschaftsverhalten. Im heutigen Hotel-Sinn seit dem frühen 20. Jahrhundert verbreitet, zunächst in Grand Hotels der Ostküste der USA und in Londoner Clubhotels.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

MICE

Meetings, Incentives, Conferences, Events. Geschaeftliches Veranstaltungsgeschaeft in seiner Gesamtheit — einer der beiden Hauptumsatztreiber vieler Stadthotels (neben Individualreisen). MICE-Kunden buchen Zimmerkontingente, Tagungsraeume, F-and-B-Leistungen und oft Rahmenprogramme als Paket.

Einordnung

MICE-Anteil am Hotelumsatz: in Stadthotels 20 bis 40 Prozent, in spezialisierten Tagungshaeusern 60 bis 80 Prozent. Entscheider sitzen in Unternehmen (Travel Manager, Event Manager), Agenturen (MICE Agencies) oder Verbaenden. Der Vertriebsweg: Sales Manager des Hotels plus Sales Offices der Kette, Tagungsbroker (HotelPlanner, Cvent), spezialisierte Fachportale.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist MICE Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

No-Show

Reservierter Gast, der ohne Stornierung nicht erscheint. Kritisches Event im Revenue-Management: das Zimmer bleibt unverkauft, Kommission oder Storno-Gebuehr werden nach Policy für den Vertragspartner faellig. Moderne Häuser buchen die erste Nacht automatisch auf die hinterlegte Kreditkarte (Guaranteed No-Show Policy).

Einordnung

No-Show-Quote schwankt nach Segment und Kanal: OTAs mit Non-Refundable-Raten unter 2 Prozent, Corporate-Buchungen 4 bis 8 Prozent, Flex-Raten ohne Kreditkartenhinterlegung bis 15 Prozent. Die Quote ist Grundlage der Overbooking-Kalkulation des Revenue-Managers. Juengere Buchungstrends (Pay-on-Arrival, Mobile-Buchungen ohne Kreditkarte) haben die No-Show-Quote strukturell erhoeht.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist No-Show Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Overbooking

Bewusste Annahme von mehr Buchungen als Zimmer verfügbar, kalkuliert auf Basis der No-Show-Quote. Standard-Instrument des Revenue Managements in Haeusern mit hoher Nachfrage — ohne Overbooking laesst man Auslastung liegen. Riskant, weil jedes Overbook über die Ausgleichsquote zum Walk fuehrt.

Praxis

Typische Overbooking-Quote in Stadthotels mit hoher OTA-Abhaengigkeit: 2 bis 8 Prozent, je nach Wochentag und Segment. Bei Geschaeftsreise-Tagen tendenziell niedriger (verbindlichere Buchungen), bei Messe-und-Kongress-Spitzen hoeher (hoehere Stornoquote kurzfristig). Pflicht: Walk-Policy mit definierter Kompensation, Pre-Arrival-Check des Arrival-List am Vortag.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Overbooking Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

PAX

Kurzform für Person oder Personen. PAX ist im Bankett-, Event-, Reisebus- und Cruise-Kontext Standard und ersetzt Formulierungen wie „Gäste“ oder „Teilnehmer“, wenn es um schnelle Kommunikation zwischen Planer, Küche und Service geht. „Angebot für 50 PAX, Halbtages-Seminar mit Mittagessen“ ist eine vollständige Brief-Zeile, die allen Abteilungen sofort verständlich ist. Der Begriff ist geschlechtsneutral, unverändert im Singular und Plural, und signalisiert durch seine Kürze den operativen Charakter eines Vorgangs.

Abgrenzung

Im Hotel-Zimmerbetrieb wird eher von Guest Count, Occupancy oder Heads in Beds gesprochen; in der klassischen Gastronomie von Covers (gedeckte Plätze, die tatsächlich bespielt wurden); in der Event-Industrie von Attendees, Delegates oder Participants. PAX dominiert dort, wo es um Kopfzahlen geht, die sich auf Logistik und Kalkulation auswirken — nicht um Umsatz- oder Buchungs-KPIs. Die Unterscheidung ist wichtig in Reports: „50 PAX“ ist eine Kapazitätsaussage, „50 Covers“ eine Verkaufsaussage.

In der Praxis

Im Bankett-Forecast steht PAX in jeder Zeile des Function Sheet: Empfang 80 PAX, Dinner 60 PAX, Seminar 45 PAX, Kaffeepause 30 PAX am Vormittag. Die Küche plant Portionen mit 5–10 % Überschuss, der Service Tische, Stühle, Gedecke, Bar-Besatz und Schichten. Bei Bus- und Gruppen-Reservierungen sichert die PAX-Zahl die Zimmer-Allokation und F&B-Kapazität. Die finale PAX-Zahl muss je nach Haus 24 bis 72 Stunden vor dem Event bestätigt sein; danach gilt die Garantie-PAX als Abrechnungsbasis, auch wenn weniger erscheinen.

Herkunft

Übernommen aus der Airline- und Cruise-Industrie, Kurzform von englisch passengers. In der DACH-Hotellerie seit den 1990ern flächendeckend in Verträgen, Function Sheets und Morning Briefings verankert; heute auch in Schulungen und Ausbildungsordnungen aufgeführt.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Prime Cost

Die Prime Cost ist die wichtigste Kosten-Kennzahl in der Gastronomie und fasst die beiden größten variablen Kostenblöcke zusammen: Wareneinsatz (Food und Beverage Cost) plus Personalkosten. Als Anteil am Umsatz gilt in vielen Betrieben ein Richtwert von rund 60 bis 65 Prozent als gesund — darüber wird die Marge schnell knapp. Weil sie Waren- und Personalkosten bündelt, eignet sie sich besser zur Steuerung als die Food-Cost-Quote allein.

Quelle: TURNDOWN-Glossar

Privathotel

Eigentümergeführtes oder familiengeführtes Hotel ohne Konzernbindung. Typisch 30-150 Zimmer, oft mit persönlicher Eigentümer-Präsenz und individueller Service-Praegung.

Revenue Management

Disziplin der Maximierung des Zimmerumsatzes durch dynamische Ratensteuerung, Kanal-Steuerung und Restriktions-Politik. Der Revenue Manager entscheidet täglich über Preisniveau, Mindestaufenthalte, Closed-to-Arrival-Regeln und Kanal-Sichtbarkeit auf Basis von Bedarfsprognose, Wettbewerbsanalyse und Historie.

Praxis

Tools: Revenue Management Systeme wie IDeaS, Duetto, Atomize, BEONx automatisieren die Rate-Empfehlung. Der Revenue Manager kontrolliert die System-Empfehlungen, ueberstimmt sie bei Sonder-Events und koordiniert mit Sales und Marketing. Kritische KPI: RevPAR Index (eigenes Haus zum Wettbewerb), GOP-Effekt der Ratendynamik, Prognose-Genauigkeit.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Revenue Management Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

RevPAR

Revenue per Available Room. Der Allround-KPI der Hotel-Room-Performance — kombiniert Auslastung und ADR in einer einzigen Zahl. Formel: Rooms-Umsatz geteilt durch Anzahl verfuegbarer Zimmer (nicht verkaufter!). Alternativ: Auslastung mal ADR.

Einordnung

RevPAR-Benchmarks in Deutschland 2025: Budget 50 bis 75 Euro, Midscale 75 bis 120 Euro, Upscale 120 bis 200 Euro, Luxury 200 Euro plus. Der RevPAR Index (eigenes Haus im Verhaeltnis zum Competitive Set) ist die zentrale Kennzahl im Revenue Management — ein Index über 100 bedeutet, dass das Haus besser performt als der Wettbewerb im gleichen Markt.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist RevPAR Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Rooms Division

Hotel-Funktionsbereich, der alle Zimmer-bezogenen Abteilungen umfasst: Empfang, Reservierung, Concierge, Etage und Housekeeping. Verantwortet von der Rooms Division Manager/in.

SOP

Standard Operating Procedure. Schriftlich fixierte Arbeitsanweisung für einen wiederkehrenden Ablauf — vom Check-in-Prozess über die Zimmerkontrolle bis zum Turndown-Service. SOPs bilden das Qualitaetsgeruest eines Hauses: sie machen Prozesse replizierbar, trainierbar und messbar.

Aufbau

Gute SOPs haben eine klare Struktur: Ziel, Geltungsbereich, Verantwortlicher, Schritte in nummerierter Reihenfolge, Pruefkriterien, Freigabe. Im Enterprise-Kontext werden SOPs in einem Learning Management System zentral verwaltet und jaehrlich reviewed. Kettenhotels pflegen 200 bis 500 SOPs über alle Abteilungen, individuelle Häuser oft 50 bis 120.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist SOP Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Spa

Wellness-Bereich eines Hotels mit Pools, Saunen, Dampfbad, Ruheraum und Behandlungsräumen. Typisch abgetrennt vom Zimmer- und F&B-Bereich, mit eigenen Öffnungszeiten, textilfreien oder textilpflichtigen Zonen und eigenem Personal. Bei Destination-Hotels ist das Spa der zentrale Umsatzträger und oft der Grund für die Buchung; bei Stadthotels eher Komfort-Zusatz zur Übernachtung; bei Kurorten der medizinische Kern des Konzepts mit entsprechender fachlicher Leitung.

Abgrenzung

Wellness-Bereich ist der weiter gefasste Begriff — Spa ist eine Untergruppe mit stärkerem Behandlungs- und Ritual-Anteil. Der Fitness-Bereich ist sporttauglich ausgestattet (Cardio- und Kraftgeräte, Kurse), der Beauty-Salon auf kosmetische Behandlungen konzentriert. Die Fachpraxis unterscheidet vier Spa-Typen: Day Spa (Tagesgast ohne Übernachtung), Hotel Spa (Hausgast + externer Eintritt), Medical Spa (medizinische Leitung, teils abrechnungsfähig), Destination Spa (Gesamtkonzept, das Haus existiert primär für den Spa).

In der Praxis

Ein Upscale-Hotel-Spa im DACH-Raum rechnet mit 15–25 % externen Tagesgästen, 60–70 % Hausgästen und 10–20 % Mitglied-Abos. Der Ausstattungs-Standard umfasst mindestens zwei Saunen (finnisch, Bio), ein Dampfbad, einen Hallenpool, einen Ruheraum und zwei Behandlungsräume. Der Spa Manager verantwortet Revenue, Hygiene-Konzept, Personalplanung und Produktsortiment; typische KPIs sind Treatment-Auslastung pro Therapeutin, Umsatz pro Behandlung und Retail-Quote (Produktverkauf zur Behandlung). Die Durchschnittsgröße eines Resort-Spas in DACH liegt bei 800–2.000 m² Nutzfläche.

Herkunft

Benannt nach dem belgischen Heilbad-Ort Spa, dessen Mineralquellen im 16. Jahrhundert international Ruf hatten und die Kurortbewegung in Nordeuropa prägten. Das populäre Akronym Sanitas per Aquam ist eine moderne Rückbildung und etymologisch nicht gesichert.

Weiterfuehrend: Deutscher Wellness Verband

STR

STR Global — der weltweite Industrie-Benchmark-Anbieter für Hotel-Performance-Daten. Seit 2019 Teil von CoStar Group. Sammelt täglich anonymisierte Daten von rund 70.000 Hotels zu Auslastung, ADR und RevPAR, aggregiert sie nach Region und Segment und liefert Vergleichswerte (Competitive Set Reports).

Praxis

Jedes Hotel definiert einen Comp Set aus 5 bis 8 vergleichbaren Haeusern; STR rechnet dann den eigenen Wert gegen den Set-Durchschnitt. Die zentralen Indices: Occupancy Index, ADR Index, RevPAR Index — jeweils über 100 bedeutet besser als der Wettbewerb. Die STR-Reports sind Pflichtlektuere für Revenue-Management und General Manager.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist STR Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

TRevPAR

Total Revenue per Available Room — erweiterte RevPAR-Kennzahl, die alle Umsatzstroeme (Rooms, F and B, Spa, Parking, Sonstiges) pro verfuegbarem Zimmer zusammenfasst. Ein ganzheitlicherer Blick auf die Ertragskraft eines Hauses als der reine RevPAR — vor allem in Resort-Hotels und Haeusern mit hohem F-and-B-Anteil aussagekraeftig.

Einordnung

TRevPAR-Benchmarks: In klassischen Stadthotels 1,4 bis 1,7 Mal RevPAR (30 bis 40 Prozent Non-Rooms-Anteil), in Resort-Hotels 2,0 bis 2,5 Mal RevPAR (F-and-B-und-Spa-starker Mix). Der Indikator wird zunehmend als zentrale Asset-KPI verwendet, weil er die Gesamtertragskraft widerspiegelt. Noch nicht universell genutzt wie RevPAR — STR-Reports fokussieren historisch auf Rooms-KPIs.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist TRevPAR Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Turndown Service

Abendlicher Housekeeping-Service im Upscale-und-Luxus-Segment. Zwischen 17:00 und 21:00 Uhr wird das Zimmer für die Nacht vorbereitet: Bett aufgedeckt, Vorhaenge zugezogen, sanftes Licht aktiviert, benutzte Handtuecher ersetzt, Amenity platziert (Schokolade, Gute-Nacht-Karte, Wasserflasche am Bett).

Einordnung

Personalbedarf: etwa 10 bis 15 Zimmer pro Stunde pro Attendant. In Luxushaeusern mit 100 Zimmern benoetigt der Turndown 60 bis 90 Minuten mit 6 bis 8 Attendants. Ab 5-Sterne-Kategorie Standard, in Luxus-Haeusern Pflichtleistung. Markenspezifische Turndown-Rituale sind Teil der DNA (Four Seasons, Ritz-Carlton, Mandarin Oriental — jedes Haus hat eine eigene Signature).

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Turndown Service Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Upselling

Verkauf einer hoeherwertigen Leistung gegenueber der urspruenglich gebuchten. Klassisch: Upgrade von Standard-zu-Deluxe-Zimmer beim Check-in, Wechsel von Halbpension auf Vollpension, Premium-Weinbegleitung statt Standard-Pairing. Die wichtigste Tages-KPI der Rezeption nach Auslastung und ADR.

Praxis

Effektive Upselling-Programme haben klare Preis-Staffelungen (Upgrades in 20-Euro-Schritten verkaufen sich besser als in 50-Euro-Schritten), einen Bonus-Anreiz für Mitarbeitende (3 bis 5 Prozent Provision auf den Zusatzumsatz ueblich) und systematisches Training. Pre-Arrival-Upselling (digital per E-Mail 2 bis 4 Tage vor Ankunft) produziert in guten Systemen 4 bis 8 Prozent zusaetzlichen Rooms-Umsatz.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Upselling Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

USALI

Uniform System of Accounts for the Lodging Industry. Internationaler Kontenrahmen der Hotelbranche, herausgegeben von der American Hotel & Lodging Educational Institute (AHLEI) und der Hospitality Financial and Technology Professionals (HFTP). USALI standardisiert Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzstruktur und Reporting-Ebenen so, dass Häuser weltweit vergleichbar werden — eine Grundvoraussetzung für Branchen-Benchmarks, Investitionsentscheidungen und Management-Vertraege.

Einordnung

USALI aktuell in der 11. Edition (2014, revidiert 2019). Definiert die Hierarchie der Ertragsstufen — Rooms, Food & Beverage, Other Operated Departments, Undistributed Operating Expenses — bis zu den zentralen KPIs GOP, Net Operating Income und EBITDA. Der Standard wird von praktisch allen internationalen Ketten, STR-Berichten und Bewertungsgutachten angewendet.

Praxis

Im Owner-Reporting dient USALI als gemeinsame Sprache zwischen Betreiber, Eigentuemer und Investor. Departements-GOP-Anteile, Personalquote, Ancillary-Revenue-Beitraege und F-and-B-Cost-Quote werden alle auf USALI-Basis ausgewiesen. Wer im Hotel-Controlling oder Asset-Management arbeitet, beherrscht den Kontenrahmen im Schlaf — wer neu einsteigt, beginnt mit der Original-Publikation oder einem USALI-Kurs der AHLEI.

VIP

Very Important Person. Im Hospitality-Kontext ein Gast mit besonderem operativen Status: prominente Einzelgäste, Loyalty-Programm-Mitglieder auf höchster Stufe, wirtschaftlich bedeutende Kunden (Tagungsentscheider, Travel Manager), Eigentümer-Verbindungen oder Referral-Partner des Hauses. Entscheidend ist: VIP ist eine Service-Markierung, kein Rabattsystem. Der Status wird im PMS hinterlegt und löst einen abweichenden Check-in-, Zimmer- und Amenity-Prozess aus.

Abgrenzung

Nicht jeder wiederkehrende Gast ist VIP — dafür gibt es den Begriff Repeat Guest, der rein auf die Aufenthaltshäufigkeit zielt. High Roller ist eine Casino-Kategorie über Spieleinsatz, ein A-Kunde im Sales-Sprachgebrauch eine Umsatzkategorie. VIP dagegen ist ein qualitativ vergebener Service-Marker; er kann auch an einen nicht besonders umsatzstarken Gast vergeben werden, wenn der Einfluss des Gastes auf zukünftige Buchungen oder die Reputation hoch ist.

In der Praxis

Standard-VIP-Prozess im Upscale-Segment: Zimmer-Pre-Block und -Kontrolle durch den Guest Relations Manager, Welcome-Amenity nach Vorliebenprofil (Weinsorte, Blumenfarbe, Schokolade statt Obst), kurzer Begrüßungsanruf nach Ankunft, Late-Check-out ohne Gebühr. Drei interne Stufen sind üblich: VIP3 (Standard-Upgrade + Amenity), VIP2 (Suite + persönliche Begrüßung durch GM oder F&B Manager), VIP1 (Full-Service inklusive Flughafen-Transfer, individuellem Ansprechpartner, Menü-Preview im Restaurant, Turndown-Service mit persönlichem Gruß). Die Pre-Opening-Meetings des Morgens (Ten-at-Ten, Flash Meeting) behandeln die erwarteten VIPs immer als festen Tagesordnungspunkt.

Herkunft

Militärjargon des Zweiten Weltkriegs, nachweislich zuerst bei der britischen Royal Air Force für hochrangige Passagiere benutzt. Ab den 1950er-Jahren in die Zivilluftfahrt und den Gesellschaftsbereich übernommen, im Hotelbereich seit den 1970ern Standard.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)

Walk

Im Hotel-Front-Office die Situation, dass ein Gast mit bestaetigter Reservierung im ueberbuchten Haus keinen Platz findet und in ein Alternativhaus umgebucht werden muss. Der Walk ist die Konsequenz aktiven Overbookings — und ein Krisenereignis, dessen Umgang über den Reputationsschaden entscheidet.

Praxis

Walk-Policy eines seriousen Haeuses: Uebernahme aller Transportkosten zum Alternativhaus (Taxi oder Shuttle), Bezahlung der ersten Nacht im anderen Haus auf mindestens gleicher Kategorie, Rueckruf am nächsten Morgen zur Kontrolle, substantielle Kompensation beim nächsten Aufenthalt (20 bis 40 Prozent Rabatt, Upgrade). Ziel: die Beziehung zum Gast soll durch den Walk nicht endgueltig beschaedigt werden.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Walk Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Walk-in

Gast, der ohne Reservierung an die Rezeption kommt und ein Zimmer sucht. In Stadthotels mit wechselnder Auslastung weiterhin relevant — vor allem in den fruehen Abendstunden, bei Messe-Tagen als Nachfrage-Ueberlauf, oder bei Gaesten, die an der Abendplanung scheitern.

Einordnung

Walk-in-Quote variiert stark: in Flughafen-Hotels 8 bis 15 Prozent der Anreisen, in Messe-Hotels an Stichtagen bis 20 Prozent, in Resort-Hotels praktisch 0 Prozent. Preispolitik: oft Top-Rate (Rack Rate oder nahe dran), da die Verhandlungsposition des Gastes schwach ist — insbesondere am Abend mit wenigen Alternativen in der Stadt.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Walk-in Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

Yield Management

Historischer Begriff für die dynamische Preis-und-Kapazitaetssteuerung in der Hotellerie und Luftfahrt. Entstanden in der US-Airline-Deregulierung der 1980er-Jahre (American Airlines prägend), später in die Hotellerie uebernommen und zu Revenue Management weiterentwickelt. Heute oft synonym verwendet.

Abgrenzung

Yield Management setzt den Fokus eng auf die Kapazitaetsauslastung (Yield als Auslastungs-Ertrag), Revenue Management erweitert den Blick auf Kanaele, Segmentierung, Upselling und Gesamtumsatz inklusive Nebenleistungen. In vielen Haeusern und Ausschreibungen sind die Begriffe gleichwertig.

Praxis

Im Hotelbetrieb ist Yield Management Teil der operativen oder strategischen Steuerung, je nach Kontext. Upscale-Häuser führen den Begriff in internen SOPs, Brand-Standards und im Reporting an Eigentuemer oder Zentrale. Kleinere Häuser nutzen ihn pragmatischer, aber der Industrie-Konsens stammt aus der internationalen Ketten-Hotellerie und den Fachverbaenden.

Weiterfuehrend: STR Global

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