Das Wichtigste in Kürze

Der Markt für Serviced Apartments wächst laut aktueller Pipeline bis 2029 um 38 Prozent. Apartmentservice-Gründerin Anett Gregorius sieht darin Spielraum für Betreiber, aber auch mehr Konkurrenz, höhere Preissensibilität und neuen Druck durch Regulierung.

Im Interview spricht sie über die Folgen von Corona, die Lage im Beherbergungsmarkt und darüber, warum möbliertes Wohnen politisch schnell auf der Kippe stehen kann.

Der Markt wächst, aber nicht ohne Reibung

Die Pipeline für Serviced Apartments zeigt bis 2029 ein Wachstum um 38 Prozent. Das ist kein Randthema mehr. Das Segment wird größer, sichtbarer und für Betreiber auch anspruchsvoller.

Apartmentservice-Gründerin Anett Gregorius ordnet das im Interview klar ein: Die Betreiber von Serviced Apartments hätten derzeit oft die besseren Antworten auf die Lage im Beherbergungsmarkt. Gemeint ist vor allem die Mischung aus Flexibilität, längeren Aufenthalten und einem Produkt, das zwischen Wohnen und Hotel liegt.

Markt auf einen Blick

Pipeline-Wachstum bis 2029
38 Prozent
Branche
Serviced Apartments
Einschätzung
Mehr Wettbewerb, mehr Preisdruck

Warum das Segment gerade zieht

Zwischen Hotellerie und Wohnen

Serviced Apartments treffen genau dort einen Nerv, wo klassische Hotels und möbliertes Wohnen unterschiedliche Erwartungen bedienen. Für Unternehmen zählt Verfügbarkeit. Für Gäste zählen Privatsphäre, Küche und längere Aufenthalte. Genau in diesem Spannungsfeld sieht Gregorius weiter Potenzial.

  • Längere Aufenthalte statt nur eine Nacht
  • Mehr Platz und Selbstversorgung durch eigene Küchen
  • Attraktiv für Geschäftsreisende und Projektgäste

Corona hat das Segment hart getroffen

Die Pandemie war für das Segment laut Gregorius die schwierigste Phase seit 20 Jahren. Reisen stoppte schlagartig, Gäste blieben aus, und viele Betreiber mussten ihr Modell neu sortieren. Der Markt hat sich davon zwar erholt, aber die Erfahrungen prägen die Branche bis heute.

Redaktions-Einschätzung: Genau hier liegt der Unterschied zur klassischen Hotellerie. Serviced Apartments reagieren oft schneller auf Nachfragewechsel. Das macht das Segment unbequem für alte Gewissheiten — und spannend für Investoren.

Was Betreiber aktuell belastet

Mehr Konkurrenz, mehr Preisgefühl

Gregorius spricht von stärkerem Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie und von höherer Preissensibilität in den Unternehmen. Dazu kommt die anhaltende Wirtschaftskrise. Das drückt auf Buchungen, Raten und Planungssicherheit.

Serviced Apartment oder klassisches Hotel?

Dafür spricht

  • Mehr Flexibilität für längere Aufenthalte
  • Stärkerer Fit für Projektgeschäft und Business-Trips
  • Oft bessere Skalierbarkeit im Bestand

Dagegen spricht

  • Mehr Preisdruck im Markt
  • Starker Wettbewerb mit Hotels
  • Regulierung kann Modelle ausbremsen

Regulierung bleibt das größte Risiko

Besonders kritisch sieht Gregorius aktuelle Pläne für möbliertes Wohnen. Solche Eingriffe können das Geschäftsmodell schnell verändern. Genau deshalb wird die politische Debatte für Betreiber so wichtig. Wer in diesem Markt arbeitet, braucht Planungssicherheit — und keine neuen Hürden im laufenden Betrieb.

Mehr dazu ordnet die Branche auch über Apartmentservice ein. Wer den Markt breiter verstehen will, findet zusätzlich Daten und Einordnungen bei Statista und im Umfeld der deutschen Beherbergungsstatistik bei Destatis.

Worauf Betreiber jetzt achten sollten

  • Das Produkt klar zwischen Hotel und Wohnen positionieren
  • Preis und Aufenthaltsdauer sauber auf die Zielgruppe ausrichten
  • Regulierungsrisiken in die Standortplanung einrechnen
  • Objekteinrichtung auf längere Aufenthalte auslegen

Spannend ist vor allem der Ausblick: Wenn die Pipeline wirklich um 38 Prozent wächst, reicht es nicht, einfach mehr Einheiten zu bauen. Das Segment braucht klare Konzepte, belastbare Kostenstrukturen und eine saubere Argumentation gegenüber Politik und Investoren. Genau da wird es jetzt ernst.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie stark wächst die Pipeline für Serviced Apartments?

Laut dem Interview steigt die Pipeline bis 2029 um 38 Prozent.

Warum sind Serviced Apartments gerade so interessant?

Sie treffen die Nachfrage nach längeren Aufenthalten, mehr Flexibilität und einer klaren Position zwischen Hotel und Wohnen.

Was belastet Betreiber aktuell am meisten?

Gregorius nennt mehr Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie, höhere Preissensibilität und die anhaltende Wirtschaftskrise.

Warum ist Regulierung für das Segment so wichtig?

Weil neue Regeln für möbliertes Wohnen die Kalkulation und das Geschäftsmodell schnell verschieben können.

Welche Rolle spielte Corona für Serviced Apartments?

Laut Gregorius war die Pandemie die schwierigste Zeit seit 20 Jahren, weil Reisen von heute auf morgen fast komplett wegfiel.
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