Charlestowne Hotels hat Tomas Chavarría zum Corporate Culinary Director ernannt. Der aus Costa Rica stammende Chef bringt über 20 Jahre internationale Erfahrung mit – von Lateinamerika und der Karibik bis Asien und die USA. Seine Aufgabe: die F&B-Strategie über das gesamte Portfolio der Hotelgruppe neu ausrichten.
Charlestowne Hotels hat Tomas Chavarría als Corporate Culinary Director berufen. Die auf unabhängige, Lifestyle- und Soft-Brand-Hotels spezialisierte Managementgesellschaft aus Charleston, South Carolina, gab die Ernennung Ende April 2026 bekannt.
Wer ist Tomas Chavarría?
Chavarría startete seine Küchenkarriere mit 16 Jahren – mit 25 war er bereits Executive Chef. Das ist kein typischer Lebenslauf, sondern ein relativ steiler Aufstieg in einem Metier, das solche Sprünge selten schnell macht.
Danach folgten Stationen in Lateinamerika, der Karibik, Asien und den USA. Zuletzt war er als Multi-Property Executive Chef bei Sage Hospitality tätig, wo er mehrere Luxushotel-Outlets betreute und die kulinarische Entwicklung im breiteren Portfolio mitverantwortete. Er kennt also beide Welten: Markenhotels mit klaren Brand-Standards und unabhängige Häuser, bei denen konzeptionelle Freiheit und wirtschaftlicher Druck nebeneinander stehen.
Was die Rolle bedeutet
Als Corporate Culinary Director trägt Chavarría die Verantwortung für die kulinarische Strategie und F&B-Innovation im gesamten Charlestowne-Portfolio. Das klingt nach einem typischen C-Suite-Titel – ist aber bei einer Managementgesellschaft dieser Art komplexer als in einem Einzelhaus.
Charlestowne betreibt keine eigenen Hotels, sondern managt Häuser für Eigentümergruppen. Das bedeutet: kein einheitliches Konzept, das man einfach durchdrückt, sondern marktgerechte Ansätze, die zu den jeweiligen Standorten und Eigentümererwartungen passen. Chavarría arbeitet direkt mit den Küchenchefs vor Ort, mit Eigentümergruppen und mit Entwicklungspartnern zusammen.
- Culinary-Strategie über mehrere Häuser hinweg koordinieren – ohne die lokale Identität zu nivellieren
- Konzeptentwicklung für neue Eröffnungen und Repositionierungen
- F&B-Performance überwachen: Wareneinsatz, Menü-Engineering, Outlet-Rentabilität
- Schulung und Entwicklung der Küchen-Teams auf Property-Ebene
- Abstimmung mit Revenue- und Marketing-Teams zu Pricing und Positionierung
Charlestowne Hotels: Wer steckt dahinter?
Charlestowne Hotels ist auf unabhängige und Soft-Brand-Hotels spezialisiert – also Häuser, die entweder komplett eigenständig operieren oder unter Dachmarken wie Marriott's Autograph Collection oder Hilton's Curio Collection laufen, ohne dabei zur Einheitsware zu werden. Das Portfolio wächst, und mit der Ernennung von Chavarría setzt das Unternehmen ein klares Signal: F&B soll kein Nebenschauplatz sein, sondern ein echter Differenzierungsfaktor.
Für Lifestyle-Hotels ist das keine Selbstverständlichkeit. Viele Häuser kämpfen mit dünnen F&B-Margen, schwacher Konzeptschärfe oder dem Problem, dass das Restaurant zwar schön aussieht, aber kaum Locals anzieht. Eine starke kulinarische Führung auf Unternehmensebene kann dort strukturell etwas bewegen – vorausgesetzt, die Linie zwischen Corporate-Vorgabe und Property-Eigenheit stimmt.
Einordnung für die Branche
Küchenchefs mit echtem Multi-Property-Background sind auf dem Markt knapp. Wer Konzeptentwicklung, Betriebsführung und Revenue-Denken verbindet – und das in verschiedenen kulturellen Kontexten –, hat einen Marktwert, der weit über klassische Executive-Chef-Rollen hinausgeht. Chavarría bringt genau dieses Profil mit.
Für Nachwuchskräfte in der Gastronomie ist diese Karriere ein Hinweis: Wer früh international denkt, Managementkompetenz aufbaut und sich nicht auf ein einzelnes Konzept oder eine Marke festlegt, öffnet sich Wege, die es vor zehn Jahren in dieser Form kaum gab.

