Trip.com Group will in den nächsten fünf Jahren 200 Millionen internationale Besucher nach China bringen. Im ersten Quartal 2026 servierte das Unternehmen laut Skift rund 7 Millionen Inbound-Reisende, im Vorjahr waren es etwa 20 Millionen.
Die Wette ist klar: Nicht nur Visa-Erleichterungen ziehen Gäste an. Entscheidend sind laut Trip.com auch Bezahlfunktionen, KI und lokale Anbieter, die auf ausländische Gäste vorbereitet sind.
Warum Trip.com gerade jetzt Druck macht
China öffnet den Markt wieder stärker. Visa-freie Einreisen und bessere Zahlungsoptionen senken die Hürden für internationale Gäste. Trip.com will daraus Geschäft machen. Der Konzern nennt 200 Millionen Inbound-Reisende in fünf Jahren als Ziel.
Die Zahl wirkt groß. Ist sie auch. Aber sie passt zur aktuellen Strategie des Online-Reisebüros: Trip.com will nicht nur Buchungen vermitteln, sondern den gesamten Weg für ausländische Gäste glätten. Dazu gehören Suche, Zahlung, Übersetzung und lokale Leistungsträger.
200 Millionen internationale Besucher in fünf Jahren nennt Trip.com als Ziel. 7 Millionen Inbound-Reisende servierte der Konzern im ersten Quartal 2026, 20 Millionen waren es im Gesamtjahr zuvor. Laut Skift kommen dabei auch rund 150.000 Hotels, Attraktionen und Reiseanbieter in China in Reichweite.
Was Trip.com anders denkt
Trip.com sieht Inbound-Tourismus nicht als Nebenprodukt. Für den Konzern ist das ein Langfristmarkt. Laut den Angaben aus der Berichterstattung verbindet die Plattform internationale Nachfrage mit tausenden chinesischen Betrieben, die bisher kaum Kontakt zu Auslandsgästen hatten.
Vier Bausteine zählen
- Visa-Erleichterungen: weniger Hürden am Anfang der Reise.
- Payments: Zahlungen müssen mit ausländischen Karten und Apps laufen.
- KI: für Suche, Übersetzung und Service im Buchungsprozess.
- Lokale Supplier: Hotels, Attraktionen und DMCs brauchen Produkte für internationale Gäste.
Warum China mehr braucht als offene Grenzen
Die eigentliche Baustelle liegt im Alltag. Ein Reisender muss ein Zimmer finden, eine Tour buchen, bezahlen und sich vor Ort zurechtfinden. Wenn einer dieser Schritte stockt, bricht der Funnel. Genau dort setzt Trip.com an.
Das ist auch wirtschaftlich logisch. Internationale Gäste bleiben laut den im Kontext genannten Zahlen im Schnitt 6,1 Tage und geben mehr aus als im Vorjahr. Solche Reisen bringen nicht nur Umsatz in Hotels, sondern auch in Sehenswürdigkeiten, Transfers und Gastronomie.
Wen das direkt betrifft
- Hotels in Städten wie Shanghai, Peking oder Shenzhen
- Attraktionen mit Ticketverkauf für Auslandsgäste
- DMCs und Incoming-Agenturen mit internationalem Vertrieb
- Restaurants und Retail-Betriebe mit englischer Beschilderung und Kartenzahlung
Was das für die Branche heißt
Für die chinesische Hospitality-Branche ist das eine klare Ansage: Wer internationale Gäste gewinnen will, braucht mehr als schöne Fotos und gute Lage. Das Angebot muss buchbar, bezahlbar und verständlich sein. Sonst landet der Gast woanders.
Trip.com baut damit an einer Infrastruktur-Schicht über dem Reiseziel selbst. Das erinnert an klassische Marktplatz-Strategien: Erst den Zugang vereinfachen, dann das Volumen einsammeln. Klingt nüchtern? Ist es auch. Und genau deshalb könnte es funktionieren.
Was Hoteliers jetzt prüfen sollten
- Sind Preise, Stornobedingungen und Leistungen auf Englisch sauber erklärt?
- Laufen ausländische Karten und mobile Zahlarten ohne Reibung?
- Gibt es Inhalte für internationale Gäste, nicht nur für den Heimmarkt?
- Sind Transfers, Upselling und lokale Erlebnisse direkt buchbar?
Wer das früh löst, profitiert. Wer wartet, verliert Buchungen an Plattformen, die den Prozess komplett denken.

