Trivago hat am 5. Mai 2026 beim Landgericht Hamburg eine kartellrechtliche Schadensersatzklage gegen Google eingereicht. Der Vorwurf: Google bevorzuge das eigene Hotelpreisvergleichs-Produkt in den Suchergebnissen systematisch – zum Nachteil von Wettbewerbern wie Trivago. Das Verfahren könnte Signalwirkung für die gesamte Hotel-Metasuche haben.
Trivago macht Google vor Gericht haftbar. Die in Düsseldorf ansässige Hotel-Metasuchplattform hat beim Landgericht Hamburg Klage eingereicht – Datum: 5. Mai 2026. Das Unternehmen wirft der Alphabet-Tochter vor, den eigenen Hotelpreisvergleich in den allgemeinen Suchergebnissen bevorzugt zu platzieren und damit Konkurrenten wie Trivago strukturell zu benachteiligen.
Was Trivago Google vorwirft
Der Kern des Vorwurfs ist klassisches Self-Preferencing: Google soll die eigenen Hotel-Suchergebnisse prominent in den allgemeinen Suchergebnissen ausspielen – während unabhängige Metasuchplattformen weiter unten landen oder schlechter sichtbar sind. Für ein Unternehmen wie Trivago, das fast vollständig auf bezahlten Traffic aus Google angewiesen ist, hat das direkte Folgen für Reichweite und Umsatz.
Trivago beziffert den entstandenen Schaden nicht öffentlich. Das Unternehmen fordert laut eigenen Angaben eine Entschädigung für Schäden, die durch dieses Geschäftsgebaren entstanden seien. Konkrete Summen sind bislang nicht bekannt.
- Kartellrecht (EU/Deutschland): Wettbewerbsrechtliche Schadensersatzklage – Trivago muss nachweisen, dass Google eine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat.
- Self-Preferencing: Das gezielte Bevorzugen eigener Dienste durch Marktbeherrscher ist seit dem EU Digital Markets Act (DMA, 2023) ausdrücklich verboten.
- Zuständiges Gericht: Landgericht Hamburg – ein häufig gewählter Gerichtsstand für Wettbewerbsstreitigkeiten in Deutschland.
- Klagedatum: 5. Mai 2026
Kein Einzelfall: Google und die Metasuche
Trivago ist nicht das erste Unternehmen, das Google wegen des Umgangs mit Metasuchdiensten verklagt. Die EU-Kommission hat Google bereits 2017 im Fall Google Shopping zu einer Strafe von 2,4 Milliarden Euro verurteilt – wegen strukturell vergleichbarer Praktiken im Preisvergleich. Das Verfahren zog sich bis 2024 durch die Instanzen.
Für die Hotel-Metasuche gilt: Google Hotels ist seit Jahren direkt in die allgemeine Suche integriert – inklusive Preisvergleich, Buchungslinks und Kartenansicht. Für Drittanbieter wie Trivago, Kayak oder HotelsCombined bedeutet das weniger organische Sichtbarkeit bei genau den Suchanfragen, auf die ihr Geschäftsmodell ausgerichtet ist.
Was das für die Branche bedeutet
Das Verfahren hat über Trivago hinaus Bedeutung. Wenn das Landgericht Hamburg Googles Verhalten als kartellrechtswidrig einstuft, liefert das eine Grundlage für weitere Klagen – von anderen Metasuchanbietern oder OTAs, die ähnliche Wettbewerbsnachteile geltend machen könnten.
- Der Digital Markets Act der EU (DMA) verpflichtet Google seit März 2024 als sogenannten Gatekeeper zu mehr Neutralität – Self-Preferencing ist explizit untersagt.
- Laufende DMA-Verfahren der EU-Kommission gegen Google könnten das Hamburger Verfahren inhaltlich stützen.
- Für Hotels und Hotelgruppen, die Trivago als Distributionskanal nutzen, ist die Sichtbarkeit in der Metasuche eine direkte Umsatzfrage.
Trivagoing: Worum es dem Unternehmen wirklich geht
Trivago ist seit Jahren unter Druck. Der Traffic aus Google macht einen erheblichen Teil der Nutzergewinnung aus – bezahlter wie organischer. Wer dort schlechter sichtbar ist, verliert Marktanteile an Plattformen, die Google bevorzugt. Die Klage ist auch ein Zeichen, dass das Unternehmen den Wettbewerb nicht mehr allein über Gebote und Anzeigenbudgets gewinnen will – sondern über den Rechtsweg.
Ob das Hamburger Gericht dem folgt, ist offen. Klar ist: Der Markt für Hotel-Metasuche bleibt ein Schlachtfeld – zwischen Tech-Giganten, OTAs und spezialisierten Plattformen, die um Sichtbarkeit kämpfen, die Google kontrolliert.

