UN Tourism startet gemeinsam mit der Fundación Mahou San Miguel einen Hospitality-Kurs, der komplett über WhatsApp läuft. 2.000 Plätze stehen spanischen Gastgewerbe-Fachkräften kostenlos zur Verfügung. Das Pilotprojekt ist weltweit das erste dieser Art in der Tourismus-Ausbildung.
WhatsApp als Lernplattform – klingt ungewohnt, ist aber die Kernidee hinter dem neuen Digital Course on Hospitality von UN Tourism. Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, Unternehmer und kleine Betriebe im Gastgewerbe und Tourismus. Inhalte, Aufgaben, Feedback: alles läuft über den Messenger. Keine App-Installation, kein Lernportal, kein Login.
Warum ausgerechnet WhatsApp?
Die Antwort ist pragmatisch: WhatsApp hat in Spanien eine Penetrationsrate, die kaum eine andere digitale Plattform erreicht. Für Hotellerie und Gastronomie – Branchen mit hohem Anteil an Teilzeit-, Saisonkräften und Solo-Selbstständigen – senkt das die Einstiegshürde auf null. Kein Firmenlaptop nötig, kein Highspeed-Internet. Das Smartphone reicht.
Das Konzept adressiert ein echtes Problem: Klassische E-Learning-Plattformen scheitern im operativen Gastgewerbe oft an der Compliance-Rate. Wer nach einem Doppeldienst noch ins Lernportal einloggen soll, tut es meistens nicht. Push-Nachrichten im gewohnten Chat-Umfeld funktionieren anders.
- Anbieter: UN Tourism (ehemals UNWTO) + Fundación Mahou San Miguel
- Plätze: 2.000 kostenlos, Zielgruppe Spanien
- Kanal: vollständig über WhatsApp
- Zielgruppe: Fachkräfte, Unternehmer, KMU im Gastgewerbe und Tourismus
- Schwerpunkt: Praxiswissen Betriebsmanagement
- Status: Pilotprojekt, erstes seiner Art weltweit laut UN Tourism
Was der Kurs vermittelt
Inhaltlich liegt der Fokus auf Betriebsmanagement – also genau dem Bereich, in dem kleinere Betriebe strukturell am schwächsten aufgestellt sind. Konkrete Themenblöcke hat UN Tourism noch nicht vollständig veröffentlicht. Aus den verfügbaren Informationen geht hervor, dass interaktive Inhalte geplant sind: keine reinen Lesestrecken, sondern Aufgaben und Wissenstests im Chat-Format.
Der Kurs entstand auf Basis eines Open Call, bei dem UN Tourism Unternehmen gesucht hat, die interaktive WhatsApp-Inhalte für Hospitality und Vocational Tourism Staff entwickeln können. Das deutet auf eine modulare, skalierbare Struktur hin – die Grundlage, um das Modell nach Spanien auch in andere Märkte zu tragen.
Erstes WhatsApp-basiertes Tourismus-Ausbildungsprogramm weltweitDie Rolle der Fundación Mahou San Miguel
Der Brauerei-Konzern Mahou San Miguel ist über seine Stiftung seit Jahren in der Gastgewerbeförderung aktiv. Die Partnerschaft mit UN Tourism ist keine PR-Kooperation mit Logo am Rand – die Stiftung finanziert die 2.000 Freiplätze. Für die Zielgruppe bedeutet das: kein Kostenfaktor, keine Bedingungen jenseits der Teilnahme.
Was das für die Branche bedeutet
Messenger-basiertes Lernen ist kein Nischenthema mehr. Organisationen wie die International Labour Organization testen ähnliche Formate in Entwicklungsländern, wo Smartphone-Verbreitung die Desktop-Infrastruktur längst überholt hat. Dass UN Tourism das Modell jetzt in einem westeuropäischen Markt pilotiert, ist ein Signal: Der Ansatz soll skalieren.
Für Personalverantwortliche in Hotellerie und Gastronomie öffnet sich damit ein neues Format für die interne Weiterbildung – one-to-many über einen Kanal, den die meisten Mitarbeitenden täglich öffnen. Ob und wann UN Tourism das Programm auf andere Länder ausweitet, ist noch offen.
- Niedrigschwellig: kein Portal, keine App, nur WhatsApp
- Kostenlos: Fundación Mahou San Miguel trägt die Kosten
- Praxisnah: Fokus auf Betriebsmanagement, nicht Theorie
- Skalierbar: Pilotmodell mit internationalem Potenzial
- Offen: KMU und Einzelunternehmer ausdrücklich eingeschlossen

