Das Hotel Corduroy öffnet am 8. Mai 2026 in Montauk, New York – ein 29-Zimmer-Boutique-Hotel von Blue Flag Capital, das den ehemaligen Sunset Montauk (Baujahr 1983) komplett neu interpretiert. Das Design-Team Ward + Gray hat die Interiors vollständig erneuert, während Architekturbüro Workshop/APD die drei Originalgebäude erhält. Es ist Blue Flags erste Eröffnung in New York.
540 West Lake Drive, Montauk: Hier stand bis vor Kurzem der Sunset Montauk, ein Motel aus den 80ern, das nie ganz in Vergessenheit geraten war. Jetzt steht an seiner Stelle das Hotel Corduroy – und Blue Flag Capital hat damit seinen Radius deutlich erweitert. Nach Projekten auf Nantucket und Martha's Vineyard ist Montauk der erste New Yorker Standort des Hospitality-Investors.
Vom Sunset Montauk zum Corduroy: Was sich geändert hat
Die drei Originalgebäude stehen noch. Workshop/APD hat die Architektur bewusst erhalten – nicht als Kompromiss, sondern als Haltung. Was sich verändert hat, sind die Innenräume: Interior-Design-Firma Ward + Gray hat alles neu aufgebaut, ohne dabei zu übertreiben.
Das Ergebnis ist eine Ästhetik, die sich anfühlt, als wäre sie gewachsen statt geplant: sonnenverblasste Farbtöne, Schichttexturen, Custom-Möbel, die nach Jahren am Strand aussehen. Referenzpunkt ist das Küstenleben der 1960er – kein Kitsch, sondern eine zurückhaltende Reminiszenz.
Der Lawn: Sozialer Mittelpunkt mit Blick auf die Bucht
Wer Montauk kennt, weiß: Der Außenbereich zählt. Beim Corduroy übernimmt das sogenannte „The Lawn“ die Rolle des Gemeinschaftsraums – locker angeordnete Sofas und Liegestühle, Feuerstellen, Blick auf die Bucht. Kein durchgetaktetes Pool-Konzept, sondern ein Raum, der sich tagsüber verändert.
Dazu kommt ein privater Strandbereich am Sunset Beach. Fahrräder und Strandequipment sind kostenlos für Gäste – wer die nahe Marina oder die Surfer-Spots erkunden will, hat kurze Wege.
We've always felt Montauk stands apart from the rest of the Hamptons with its independent, laid-back, and free-spirited energy, and that's exactly what we set out to capture with Hotel Corduroy.
– Eric Freitas Orford, Managing Director New York, Blue Flag Capital
Zimmer und Details: Collected, nicht kuratiert
Die 29 Zimmer liegen entlang von Außenkorridoren – typisch für die ursprüngliche Motel-Typologie, hier aber bewusst als Qualität genutzt. Jeder Korridor hat Sitzmöglichkeiten: Morgenkaffee, Abenddrink, Zufallsgespräch. Das Haus schafft damit Begegnungspunkte, ohne sie zu erzwingen.
Die Zimmer selbst folgen dem gleichen Stilprinzip wie die Lobby: gesammelt wirkende Einrichtung, Custom-Möbel, gedämpfte Töne. Nichts wirkt frisch aus dem Katalog. Mode-Brand Faherty hat die Mitarbeiter-Uniformen entworfen – passend zum Gesamtkonzept, das Kleidung und Küstenatmosphäre zusammendenkt.
- 29 Zimmer mit Außenkorridor und Sitzbereich
- The Lawn mit Sofas, Loungechairs und Feuerstellen, Blick auf die Bucht
- Privater Strandbereich am Sunset Beach
- Kostenlose Fahrräder und Strandequipment
- Curated Retail Shop (Snacks, Drinks, Suncare, Faherty-Apparel)
- Lobby als „Living Room“ mit Vintage-Stücken und ruhiger Atmosphäre
Blue Flag Capital: Kleines Portfolio, klare Handschrift
Blue Flag Capital ist kein klassischer Hotel-REIT, der Volumen aufbaut. Das Unternehmen setzt auf wenige Standorte mit starker Identität – Nantucket, Martha's Vineyard, jetzt Montauk. Der gemeinsame Nenner: Destinationen mit Eigencharakter, die keine generische Urlaubskulisse brauchen.
Every property we take on is an opportunity to honor what already exists while evolving it for today. Expanding into Long Island felt like a natural next chapter for us.
– Jason Brown, Co-Founder & CEO, Blue Flag Capital
Das Hotel Corduroy ist dabei nicht das letzte Kapitel am East End. Blue Flag hat mit dem Faraway Sag Harbor bereits das nächste Projekt in der Pipeline – ein weiterer Standort in der Region, der den gleichen Ansatz verfolgt: bestehende Strukturen neu denken statt tabula rasa.
Was das für die Branche bedeutet
Montauk ist nicht der Hamptons-Standard. Wer dort ein Hotel betreibt, konkurriert nicht mit den Grand-Hotel-Konzepten in Southampton oder East Hampton – sondern mit einer Destination, die von Surf-Kultur, Fischern und einem sehr eigenen Selbstverständnis lebt. Das Corduroy greift das auf, ohne es zu folklorisieren.
Für Hoteliers und Investoren, die ähnliche Märkte im Blick haben, liefert das Projekt ein paar klare Thesen: Erhalt schlägt Abriss, wenn die Struktur trägt. Design kann Nostalgie bedienen, ohne kitschig zu werden. Und Boutique-Format bedeutet nicht automatisch Luxuspreispunkt – sondern vor allem Haltung.
- Bestandsgebäude erhalten – Identität bewahren, Kosten senken
- Lokale Kultur als Designprinzip, nicht als Dekoration
- Außenräume als eigentliche Gastgeber-Fläche denken
- Marken-Kooperationen (Faherty) konsequent ins Konzept einbauen
- Kleines Portfolio, starke Destinations-Identität statt Skalierung

