Occupancy und RevPAR sind die beiden meistzitierten Rooms-Kennzahlen im Hotel-Reporting — und zugleich die am häufigsten verwechselten. Wer nur Auslastung misst, optimiert in die falsche Richtung. Wer nur RevPAR steuert, übersieht Marktanteilsbewegungen. Beide Kennzahlen gehören nebeneinander auf jeden Management-Bericht.

Kurzübersicht: Was misst was?

Occupancy (Auslastungsquote) zeigt, wie viele der verfügbaren Zimmer tatsächlich verkauft wurden. Formel: verkaufte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer × 100. Das Ergebnis ist ein Prozentwert zwischen 0 und 100. RevPAR (Revenue per Available Room) zeigt den Umsatz pro verfügbarem Zimmer — auch pro nicht verkauftem. Formel: Rooms-Umsatz ÷ verfügbare Zimmer, alternativ Occupancy × ADR.

Direktvergleich

DimensionOccupancyRevPAR
Was wird gemessen?Anteil verkaufter ZimmerUmsatz je verfügbarem Zimmer
Einheit%Euro
BlickwinkelMarktanteilErtragskraft
Optimierungs-HebelRate senken, Kanäle öffnenRate + Auslastung ausbalancieren
Gefahr bei EinzelbetrachtungVerkauf unter DeckungsbeitragPyrrhus-Verdienst bei kaputtem ADR
Reporting-Frequenztäglichtäglich + Index gegen Comp Set

Durchgerechnetes Beispiel

Hotel A verkauft 85 von 100 Zimmern zu 80 Euro Durchschnittspreis: Occupancy 85 %, ADR 80 €, RevPAR 68 €. Hotel B verkauft nur 70 von 100 Zimmern, aber zu 110 Euro: Occupancy 70 %, ADR 110 €, RevPAR 77 €. Obwohl Hotel A mehr Zimmer verkauft hat, liegt Hotel B beim RevPAR klar vorn — die höhere Rate kompensiert die geringere Auslastung deutlich. Der Deckungsbeitrag von Hotel B ist noch günstiger, weil weniger variable Kosten (Housekeeping, F&B) anfallen.

Wann welche Kennzahl?

Occupancy führt in der Yield-Entscheidung: sinkt sie unter den Break-Even, muss die Rate-Strategie gelockert werden. RevPAR führt in der Profitabilitäts-Entscheidung: er zeigt, ob die Ratendifferenzierung tatsächlich Mehrumsatz bringt oder nur Rate gegen Volumen tauscht. Beide gehören täglich nebeneinander. Zusatz: der RevPAR-Index gegen den Comp Set, weil absolute Zahlen ohne Marktkontext wenig sagen.

Häufige Verwechslungsfallen

  • Occupancy hoch gleich gute Performance? Nein — nicht, wenn die Rate dafür eingebrochen ist.
  • RevPAR hoch gleich Profit? Auch nicht — der GOPPAR ist der Profit-KPI, RevPAR nur die Umsatz-Kennzahl.
  • RevPAR ohne Index? Unbrauchbar. 90 Euro RevPAR im Luxussegment ist katastrophal, im Budget-Segment stark. Vergleich mit Comp Set ist Pflicht.

Weiterführende Rechner

Rechne dich durch: RevPAR-Rechner, RevPAR-Index-Rechner, Break-Even-Auslastung. Fachliche Einordnung bei STR Global und im IHA-Hotelverband Deutschland.

HÄUFIGE FRAGEN

Ist eine hohe Occupancy immer gut?

Nein. Wenn die Auslastung durch massive Rate-Kürzungen erkauft wird, leidet der RevPAR und am Ende der GOPPAR. Hohe Occupancy muss mit stabiler oder steigender ADR einhergehen, sonst ist es ein Pyrrhus-Sieg.

Kann RevPAR ohne Occupancy steigen?

Ja — wenn die ADR stärker steigt als die Auslastung fällt. Typisch bei Luxus-Hotels, die bewusst Volumen gegen Rate tauschen.

Welche Kennzahl ist wichtiger?

Beide — für unterschiedliche Fragen. Occupancy steuert die Yield-Pipeline, RevPAR misst die Profitabilität. Ohne beide nebeneinander wird falsch optimiert.
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