Das Wichtigste in Kürze

Priceline hat seinen legendären Negotiator-Werbeauftritt neu aufgelegt – mit Schauspieler Randall Park als Nachfolger von William Shatner. Neue CEO Brigit Zimmerman, seit Januar 2026 im Amt, will den OTA-Platzhirsch mit KI, Transparenz und einer klaren Value-Positionierung neu ausrichten. Im Fokus: nordamerikanische Deal-Sucher, Gen Z – und die Abgrenzung von Schwester-Plattform Booking.com.

William Shatner gibt ab – nach fast 30 Jahren

1997 debütierte William Shatner als Pricelines „Negotiator“ und bewarb damals das Name-Your-Own-Price-Modell. Heute übernimmt Randall Park, bekannt aus der US-Serie „Fresh Off the Boat“, den ikonischen Werbe-Slot. Der Wechsel ist kein Zufall: Priceline will jüngere Zielgruppen ansprechen – und das mit einem anderen Ton.

„We're bringing it back in a way that's modern with a twist, with new talent, and with a different comedic approach“, wird CEO Brigit Zimmerman in einem exklusiven Skift-Interview zitiert. Das Original-Konzept bleibt – aber die Ausführung soll frischer, zugänglicher und digitaler wirken.

Wer ist Brigit Zimmerman?

Zimmerman ist seit 2013 bei Priceline. Zuletzt als Chief Commercial Officer, jetzt als CEO – seit dem 1. Januar 2026. Ihr Vorgänger Brett Keller leitete das Unternehmen fast ein Jahrzehnt lang und blieb als Special Advisor bis Mai 2026 an Bord. Ein geplanter, geordneter Übergang also – kein Krisenwechsel.

Ihr erstes öffentliches Interview als CEO gab Zimmerman gegenüber Skift. Themen: die neue Kampagne, die Positionierung gegen andere OTAs und die Frage, wie sich Priceline in einem Markt behauptet, den Booking.com – ebenfalls Teil der Booking Holdings – dominiert.

PRICELINE AUF EINEN BLICK Zahlen & Fakten
1997
Gründungsjahr Negotiator-Kampagne
William Shatner debütierte als Priceline-Pitchman für das Name-Your-Own-Price-Modell.
2013
Zimmerman bei Priceline seit
Zunächst in kommerziellen Rollen, ab 2022 als Chief Commercial Officer, seit Jan. 2026 als CEO.
Norwalk, CT
Hauptsitz
Priceline operiert aus dem US-Bundesstaat Connecticut – als Teil der Booking Holdings.
Quellen: Skift, Booking Holdings, TravelPulse

Value-Travel als Strategie – und die Abgrenzung von Booking.com

Priceline und Booking.com gehören beide zur Booking Holdings – trotzdem sind sie keine direkten Konkurrenten, zumindest in der Selbstwahrnehmung. Während Booking.com global ausgerichtet ist, fokussiert sich Priceline auf den nordamerikanischen Markt und Deal-orientierte Reisende.

Zimmerman betont in ihrem Skift-Interview, dass Value-Reisen gerade jetzt relevanter sei denn je. Das passt zum Moment: Inflation, steigende Reisepreise und ein wachsendes Preis-Bewusstsein bei Gen Z und Millennials spielen Priceline in die Karten – wenn das Angebot überzeugt.

Wie Priceline sich vom OTA-Markt abheben will
  • Zielgruppe: nordamerikanische Deal-Sucher, preisbewusste Reisende
  • KI-Assistent Penny: personalisierte Empfehlungen, Transparenz bei Angeboten
  • Werbestrategie: proprietäre Kampagnenansätze statt Standard-Performance-Marketing
  • Positionierung: explizit kein Booking.com-Klon – andere Zielgruppe, anderer Ton
  • Comedic Branding: Humor als Differenzierungsmerkmal in gesättigtem OTA-Markt

KI-Assistent Penny: mehr als Marketing-Versprechen?

Priceline setzt auf seinen KI-Assistenten Penny als zentrales Produkt-Feature. Konkret: personalisierte Reiseempfehlungen, transparentere Preisdarstellung und – laut Zimmerman – ein besseres Erlebnis für preisbewusste Nutzer, die nicht einfach nur den günstigsten Flug wollen, sondern den besten Deal.

Wie weit Penny tatsächlich über Standard-Chatbot-Funktionen hinausgeht, bleibt vorerst offen. Priceline hat Details zur technischen Infrastruktur nicht öffentlich kommuniziert. Was klar ist: Die KI-Investitionen sollen Personalisierung ermöglichen, die klassische OTA-Suchen nicht leisten.

Priceline hat 29 Jahre Markengeschichte – das ist Vorteil und Last zugleich. Der Negotiator ist kulturell verankert, aber auch ein Relikt. Ob Randall Park die gleiche Strahlkraft entwickelt wie Shatner, entscheidet sich nicht im Werbespot, sondern im Produkt dahinter.

Was das für die OTA-Branche bedeutet

Der OTA-Markt ist eng. Expedia, Booking.com, Google Travel, Airbnb – alle kämpfen um Aufmerksamkeit und direkte Buchungen. Priceline hat weder das Budget noch die globale Reichweite der größten Player. Der Bet von Zimmerman: klare Positionierung schlägt breite Streuung.

Value-Travel als Thema ist 2026 kein schlechter Einstiegspunkt. Reisende vergleichen mehr, wechseln schneller und reagieren sensibel auf Preis-Kommunikation. Wenn Penny tatsächlich relevantere Deals schneller liefert als die Konkurrenz – und Randall Park die jüngere Zielgruppe emotional erreicht – hat die Strategie eine Chance.

Wie schnell Zimmerman Ergebnisse liefern muss, ist unklar. Booking Holdings hat in den letzten Jahren stark in Booking.com investiert. Priceline braucht sichtbare Fortschritte, um intern Ressourcen zu sichern – und extern relevant zu bleiben.

HÄUFIGE FRAGEN

Wer ist die neue CEO von Priceline?

Brigit Zimmerman leitet Priceline seit dem 1. Januar 2026. Sie war zuvor Chief Commercial Officer des Unternehmens und arbeitet seit 2013 für Priceline.

Was ist die Negotiator-Kampagne von Priceline?

Die Negotiator-Kampagne ist Pricelines bekannteste Werbereihe, die 1997 mit William Shatner startete. 2026 übernahm Schauspieler Randall Park die Rolle mit einem moderneren, humorvolleren Ansatz.

Was ist Penny bei Priceline?

Penny ist Pricelines KI-Assistent, der personalisierte Reiseempfehlungen und transparentere Preisangebote für deal-orientierte Reisende liefern soll.

Wie unterscheidet sich Priceline von Booking.com?

Obwohl beide zur Booking Holdings gehören, fokussiert sich Priceline auf nordamerikanische, preisbewusste Reisende – Booking.com agiert global. Positionierung, Zielgruppe und Tonalität unterscheiden sich bewusst.

Warum setzt Priceline auf Value Travel?

Steigende Reisepreise und ein wachsendes Preis-Bewusstsein bei jüngeren Generationen machen Value-Travel 2026 besonders relevant. Priceline will genau diese Zielgruppe mit klaren Deal-Angeboten und KI-gestützter Personalisierung ansprechen.
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