Das Wichtigste in Kürze

Fünf US-Bundesstaaten – New York, Kalifornien, Florida, Texas und Massachusetts – kassierten 2024 knapp 60 % aller Ausgaben internationaler Besucher, zusammen fast 100 Milliarden US-Dollar. Ein neuer Bericht des National Travel and Tourism Office zeigt jetzt, welche davon am stärksten unter dem anhaltenden Rückgang des Inbound-Tourismus leiden. Der Trend setzt sich 2026 fort: Im März 2025 brachen internationale Ankünfte bereits um rund 14 % ein.

Wer das Geld internationaler Reisender verdient, trägt auch das größte Risiko, wenn diese ausbleiben. Genau das zeigt ein neuer Bericht des National Travel and Tourism Office (NTTO) des US-Handelsministeriums – der erste seiner Art seit 1997. Fünf Staaten dominieren den Inbound-Tourismus der USA so stark, dass ein Rückgang dort den gesamten Markt bewegt.

Die Rangliste der exponiertesten Staaten

New York führt mit Abstand: Allein der Staat generierte 2024 rund 32,1 Milliarden US-Dollar aus Ausgaben internationaler Besucher – das entspricht etwa einem Drittel der nationalen Gesamtsumme. Dahinter folgen Kalifornien mit 26,9 Milliarden und Florida mit 25,2 Milliarden Dollar.

Texas und Massachusetts folgen mit je rund 7,9 bzw. 7,7 Milliarden Dollar, Hawaii kommt auf 7,5 Milliarden. Diese sechs Staaten allein machen den Löwenanteil des US-Inbound-Tourismus aus – und sind entsprechend anfällig, wenn internationale Reisende wegbleiben.

New York und Kalifornien: Ankünfte already rückläufig

Besonders brisant: Sowohl New York als auch Kalifornien verzeichneten laut NTTO-Bericht bereits 2024 einen Rückgang bei internationalen Ankünften. Florida war eine Ausnahme – der Staat legte leicht zu, litt aber gleichzeitig unter einem deutlichen Einbruch bei kanadischen Besuchern.

Das ist kein Randproblem. Mehr als die Hälfte der gesamten Ausgaben internationaler Besucher stammt aus nur zehn Herkunftsländern (Kanada und Mexiko nicht mitgerechnet). Fällt ein Markt weg – oder wird durch politische Signale abgeschreckt – spüren das Hotels, Restaurants und Attraktionen in New York und San Francisco sofort.

Warum bleiben internationale Gäste weg?
  • Politisches Klima: Einreiseverschärfungen und öffentliche Rhetorik schrecken Reisende aus Europa, Kanada und Asien ab
  • Kanadier: Besonders starker Rückgang – Ankünfte aus Kanada fielen im März 2025 um 26 % gegenüber dem Vorjahr (übernacht, Landreisen)
  • Gesamtmarkt: Internationale Besuche in die USA sanken im März 2025 laut vorläufigen Daten des U.S. Department of Commerce um rund 14 %
  • Reputationsdruck: Branchenbeobachter beschreiben einen „Trump Slump“ – bereits das zweite Jahr mit sinkenden Inbound-Zahlen
  • Operative Belastung: Staaten wie New York, Kalifornien, Florida und Texas melden gleichzeitig wirtschaftlichen Druck und Reputationsschäden

Was das für die Hospitality-Branche konkret bedeutet

Internationale Gäste geben pro Aufenthalt deutlich mehr aus als Inlandsreisende – für Ausgaben bei Unterkunft, Verpflegung, Entertainment und Transport. Wenn diese Gruppe wegbricht, trifft das besonders Stadthotels in Metropolen, Fine-Dining-Restaurants in touristischen Lagen und Attraktionen mit hohem Auslandsanteil.

Welche Segmente besonders hart getroffen werden

  • Luxus- und Upscale-Hotels in New York, Los Angeles, Miami und San Francisco – internationales Klientel ist dort überproportional vertreten
  • Stadthotels in Kongressstandorten – Business-Travel aus Europa bricht ein
  • Touristisch geprägte Restaurants und Attraktionen in Manhattan, Beverly Hills, South Beach
  • Charter- und Inbound-Tour-Operator, die europäische und asiatische Gruppen betreuen
  • Hawaii insgesamt – der Staat ist mit 7,5 Milliarden Dollar extrem abhängig von internationalen Besuchern bei gleichzeitig kaum ausweichbarem Inlandsmarkt

August 2025: Vierter Monat in Folge mit Rückgang

Die Daten des NTTO zeigen keinen einmaligen Ausreißer. Im August 2025 – dem vierten Monat in Folge mit sinkenden Inbound-Zahlen – veröffentlichte das NTTO ein Update der International State Travel (IST)-Daten mit umfassenden Zahlen zu Ankünften und Ausgaben auf Staatsebene. Der Trend ist konsistent: weniger Ankünfte, weniger Ausgaben, zunehmende operative Belastung für Hotellerie und Gastronomie in den betroffenen Staaten.

Der NTTO-Bericht ist der erste dieser Art seit 1997 – und er kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Die Branche braucht jetzt konkrete Zahlen, um Budgets und Marketingstrategien anzupassen.

Einordnung: Was Hoteliers und Gastronomen jetzt tun können

Kurzfristig lässt sich die politische Komponente des Rückgangs nicht wegdiskutieren. Was bleibt, ist die Reaktion auf Marktebene. Für Betriebe in den exponiertesten Staaten bedeutet das konkret:

  • Inlandsmarkt stärken: Amerikanische Reisende können internationale Gäste nicht 1:1 ersetzen, aber Pakete und Angebote für Domestic Travel abfedern die Lücke
  • Herkunftsmärkte diversifizieren: Wer bisher stark auf Kanada oder einen einzelnen europäischen Markt gesetzt hat, sollte Märkte aus dem globalen Süden (Brasilien, Indien, Golfstaaten) aktiver bearbeiten
  • Revenue-Mix anpassen: Wenn ADR durch weniger zahlungsstarke internationale Gäste sinkt, braucht es höhere F&B- und Ancillary-Umsätze zur Kompensation
  • Kommunikation nach außen: Destinationen und Verbände wie U.S. Travel Association arbeiten aktiv daran, das internationale Image zu stabilisieren – Betriebe können sich hier einklinken
Methodischer Hinweis zum NTTO-Bericht

Das NTTO weist selbst darauf hin, dass einzelne Datenpunkte aufgrund kleinerer Stichprobengrößen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Die Grundaussage – extreme Konzentration auf fünf Staaten – gilt aber als belastbar. Kanada und Mexiko sind in den Ausgaben-Rankings separat erfasst und in den zitierten 100 Milliarden Dollar nicht enthalten.

Der Rückgang ist real, strukturell und vorerst nicht zu stoppen. Für die Hospitality-Branche in New York, Kalifornien, Florida, Texas und Massachusetts beginnt jetzt die Aufgabe, Strategien zu entwickeln, die nicht auf dem Ausbleibenden aufbauen – sondern auf dem, was noch da ist.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche US-Bundesstaaten verlieren am meisten durch den Rückgang des Inbound-Tourismus?

New York, Kalifornien, Florida, Texas und Massachusetts sind am stärksten betroffen. Sie kassierten 2024 zusammen knapp 60 % aller Ausgaben internationaler Besucher – rund 100 Milliarden US-Dollar.

Wie stark sind internationale Touristenankünfte in die USA gesunken?

Im März 2025 fielen internationale Besuche in die USA laut vorläufigen Daten des U.S. Department of Commerce um rund 14 % gegenüber dem Vorjahr. Kanada verzeichnete dabei einen besonders starken Einbruch von 26 %.

Was ist der sogenannte Trump Slump im Tourismus?

Als Trump Slump bezeichnen Branchenbeobachter den anhaltenden Rückgang internationaler Ankünfte in die USA, der auf politisches Klima, Einreiseverschärfungen und Reputationsschäden zurückgeführt wird. 2026 befindet sich der Trend bereits im zweiten Jahr.

Welche Hotelsegmente trifft der Inbound-Rückgang besonders hart?

Vor allem Luxus- und Upscale-Hotels in New York, Los Angeles, Miami und San Francisco sowie Stadthotels an Kongressstandorten, da dort internationale Gäste überproportional vertreten sind.

Was können Hoteliers in den betroffenen Staaten jetzt tun?

Fachleute empfehlen, den Inlandsmarkt zu stärken, die Herkunftsmärkte zu diversifizieren (z. B. Brasilien, Indien, Golfstaaten) und den Revenue-Mix durch höhere F&B- und Ancillary-Umsätze anzupassen.
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