Das Wichtigste in Kürze

Booking Holdings baut unter dem Namen Lola einen neuen KI-Reisedienst auf – entwickelt von Kayak-Gründern Steve Hafner und Paul English. Die Domains Lola.com und Lola.ai wechselten Anfang April 2026 den Besitzer. Erste Partner in der Pre-Launch-Phase: Expedia, Uber und SeatGeek.

Das Travel-Tech-Schwergewicht Booking Holdings bringt zwei alte Bekannte zurück zusammen. Steve Hafner und Paul English – beide Mitgründer von Kayak – arbeiten laut Skift gemeinsam an einem KI-Startup namens Lola. Das Projekt ist gerade aus dem Stealth-Modus aufgetaucht.

Was hinter Lola steckt

Anfang April 2026 kaufte Booking Holdings die Domains Lola.com und Lola.ai von Paul English. Seit Anfang Mai ist eine Splash-Page live. Darauf steht: „Welcome to Lola. Insider access to the world's leading travel brands. Better rates, better options, better everything. Just ask.“

Das „Just ask“ ist kein Zufall. Es signalisiert den geplanten Kern des Dienstes: Nutzer sollen per Konversation – also in natürlicher Sprache – Reiseangebote finden, Preisvorteile erhalten und buchbare Optionen bekommen. Klassischer Agentic-AI-Ansatz: kein starres Suchformular, sondern Dialog.

Lola: Steckbrief zum KI-Startup
  • Betreiber: Booking Holdings (Nasdaq: BKNG)
  • Domains: Lola.com und Lola.ai – gekauft von Paul English, April 2026
  • Kernfunktion: Conversational AI für Reisebuchungen und Insider-Rabatte
  • Partner (Pre-Launch): Expedia, Uber, SeatGeek sowie Booking-Holdings-Marken (Booking.com, Priceline, Agoda, KAYAK, OpenTable)
  • Status: Pre-Launch / Splash-Page live seit Mai 2026

Hafner gibt Kayak-CEO-Sessel ab – für KI

Der Schritt macht nur Sinn, wenn man ihn im Kontext sieht. Booking Holdings gab am 3. Februar 2026 bekannt, dass Peer Bueller neuer CEO von Kayak wird. Hafner, 14 Jahre lang Kayak-CEO, wechselt in den Titel Executive Chair – und übernimmt laut Unternehmensangaben eine KI-fokussierte Führungsrolle innerhalb der Booking-Holdings-Gruppe.

Das ist kein normaler Führungswechsel. Bueller ist ein 14-jähriger Booking-Holdings-Veteran. Hafner baut parallel Lola auf. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: KI ist bei Booking Holdings kein Feature mehr, sondern Geschäftsfeld.

Booking Holdings hat bereits Kayak mit dem Feature „Ask AI“ ausgestattet. Lola geht einen Schritt weiter – eigenständige Marke, externe Partner, eigene Domain.

Die Lola-Geschichte: Schon mal hier gewesen

Der Name Lola ist in der Travel-Tech-Szene nicht neu. Das ursprüngliche Lola war eine App für Geschäftsreisen, die von Paul English mitgegründet wurde. Capital One übernahm das Unternehmen – und jetzt kauft Booking Holdings die Marke zurück. Dritte Runde für Lola, diesmal mit KI als Fundament.

Was die Partnerstruktur verrät

Bemerkenswert ist, wer in der Pre-Launch-Phase bereits mit an Bord ist. Expedia ist direkter Wettbewerber von Booking Holdings. Dass beide Konzerne gemeinsam als Partner eines neuen KI-Dienstes auftreten, ist ungewöhnlich – und zeigt, dass Lola offenbar als branchenübergreifende Plattform positioniert werden soll, nicht als reines Booking-Holdings-Loyaltyprogramm.

  • Booking-Holdings-Marken: Booking.com, Priceline, Agoda, Kayak, OpenTable
  • Extern: Expedia (Mitbewerber), Uber (Mobilität), SeatGeek (Events/Entertainment)

Das deutet auf ein Modell hin, das über reine Reisebuchungen hinausgeht. Wer per KI eine Reise plant, bucht am Ende auch Transfers und Veranstaltungen. Lola würde dann den gesamten Trip orchestrieren – nicht nur Flug und Hotel.

Was das für die Branche bedeutet

Booking Holdings bewegt sich damit in Richtung einer Entwicklung, die andere Tech-Giganten gerade ebenfalls verfolgen: KI-Agenten, die im Auftrag von Nutzern selbstständig buchen, vergleichen und optimieren. Google Travel, Apple Intelligence, Perplexity – alle wollen den Suchschlitz durch Dialog ersetzen.

Für Hotels und andere Anbieter bedeutet das eine neue Realität: Wer in den Ergebnissen von KI-Agenten auftaucht, braucht saubere, maschinenlesbare Daten, klare Preisstrukturen und Schnittstellen zu genau solchen Plattformen. Lola könnte – falls der Launch erfolgreich läuft – zu einer weiteren Distribution-Schicht werden, an der man nicht vorbeikommt.

KONTEXT Booking Holdings im KI-Umbau
5
Marken im Portfolio
Booking.com, Priceline, Agoda, Kayak, OpenTable – alle potenziell in Lola integriert.
Feb. 2026
Hafners Rollenwechsel
Peer Bueller wird Kayak-CEO. Hafner übernimmt KI-Führungsrolle bei Booking Holdings.
April 2026
Domain-Kauf
Booking Holdings kauft Lola.com und Lola.ai von Paul English.
Quellen: Skift, PRNewswire (Booking Holdings, 3. Feb. 2026)

Offene Fragen vor dem Launch

Vieles ist noch unklar. Wie genau funktioniert das Preismodell – zahlen Partner eine Listing-Fee, eine Provision, beides? Welche Datenschutzstandards gelten für die Konversations-Daten? Und: Wie reagiert das EU-Wettbewerbsrecht, wenn ein Marktführer wie Booking Holdings eigene Marken über eine eigene KI-Plattform bevorzugt?

Das sind keine akademischen Fragen. Booking Holdings stand zuletzt in Europa unter Beobachtung wegen wettbewerbsrechtlicher Themen rund um Booking.com. Lola wird diese Diskussion neu befeuern – besonders wenn eigene Marken in KI-Antworten prominent erscheinen, externe Partner aber nicht.

HÄUFIGE FRAGEN

Was ist Lola von Booking Holdings?

Lola ist ein neues KI-Startup von Booking Holdings, das Nutzer per Konversation durch Reisebuchungen führen soll. Die Domains Lola.com und Lola.ai wurden im April 2026 von Kayak-Mitgründer Paul English gekauft. Das Projekt befindet sich noch in der Pre-Launch-Phase.

Wer entwickelt Lola?

Die Kayak-Mitgründer Steve Hafner und Paul English arbeiten gemeinsam an Lola. Hafner hat dafür im Februar 2026 den Kayak-CEO-Posten an Peer Bueller übergeben und übernimmt eine KI-fokussierte Führungsrolle bei Booking Holdings.

Welche Partner sind bei Lola dabei?

In der Pre-Launch-Phase sind neben den Booking-Holdings-Marken (Booking.com, Priceline, Agoda, Kayak, OpenTable) auch Expedia, Uber und SeatGeek als Partner bestätigt.

Was unterscheidet Lola von anderen Reise-KI-Tools?

Lola setzt auf Conversational AI – Nutzer sollen in natürlicher Sprache fragen und dabei Insider-Zugang sowie Sonderkonditionen bei Partnermarken bekommen. Damit geht das Konzept über klassische Metasuche hinaus und umfasst auch Mobilität (Uber) und Events (SeatGeek).

Wann startet Lola?

Ein konkretes Launch-Datum ist noch nicht bekannt. Seit Anfang Mai 2026 ist eine Splash-Page unter Lola.com aktiv. Das Projekt befindet sich offiziell in der Pre-Launch-Phase.
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