Hoechste Qualitaetsstufe in franzoesischen Wein-Klassifikationen. Woertlich "grosses Gewaechs" — eine Lagen- oder Weingut-Einstufung, die den Wein als besten seiner Region ausweist. Anders als der deutsche Begriff Qualitaetswein ist Grand Cru immer an eine spezifische Lage (Burgund, Elsass) oder ein klassifiziertes Weingut (Bordeaux) gebunden, nicht nur an ein Pruefungsurteil.

Regionale Unterschiede

Burgund: Grand Cru steht über Premier Cru und bezieht sich auf die Weinlage selbst — aktuell 33 Grand-Cru-Lagen (Romanee-Conti, Chambertin, Montrachet etc.). Bordeaux: Grand-Cru-Classe ist eine Weingut-Klassifikation der Premier-Grand-Cru-Classe-A-und-B-Chateaux aus dem Jahr 1855 (für Medoc und Graves) bzw. 1955 (für St-Emilion). Elsass: 51 Grand-Cru-Lagen, AOC-geschuetzt. Champagne: 17 Grand-Cru-Doerfer, deren Trauben zur Cuvee hoher Linien verwendet werden.

Praxis im Service

Grand-Cru-Weine bekommen im Hotel-Sommelier-Keller besondere Aufmerksamkeit: kontrollierte Lagerung bei 12 bis 14 Grad, vertikale Jahrgangs-Bevorratung, gezielte Vermarktung an Wein-interessierte Gaeste. Preise reichen von 120 Euro (einfache Elsass-Grand-Crus) bis über 5000 Euro (Domaine de la Romanee-Conti). Der Chef-Sommelier beherrscht die Klassifikation im Schlaf — sie ist eine der Pruefungsfragen der Court of Master Sommeliers.