Das Wichtigste in Kürze

Coastal Hotels lassen laut HospitalityNet einen Marine-Excursion-Markt von 67 Milliarden US-Dollar weitgehend bei Drittanbietern. Der Artikel setzt den entgangenen Wert pro Haus bei kapitalisierter Betrachtung auf 2,3 bis 9,2 Millionen Euro an.

Der Kern ist simpel: Wer am Meer sitzt, verkauft nicht nur Zimmer. Er verkauft Lage, Zugang und Zeit am Wasser – und genau dort entsteht Zusatzumsatz, der oft am Hotel vorbeiläuft.

Worum es bei dem Geldfluss wirklich geht

Der Originalbeitrag von Juan Sánchez-Harguindey auf HospitalityNet beschreibt ein bekanntes Muster: Das Hotel besitzt das Grundstück, die Lage und den Gästestrom. Die Marine-Exkursionen rundherum verkauft aber meist jemand anderes. Genau dort liegt der Hebel.

Laut dem Text ist der globale Tours-&-Activities-Markt über 300 Milliarden US-Dollar schwer. Marine- und Wasseraktivitäten machen davon 67 Milliarden US-Dollar aus und wachsen mit 12 bis 14 Prozent pro Jahr. Der Artikel nennt als größte Segmente Bootstouren und Yachtcharter mit 28 Prozent, danach Tauchen und Schnorcheln mit 22 Prozent.

Die Zahlen aus dem Beitrag

67 Mrd. US-Dollar: Marine-Excursion-Markt weltweit
12–14 %: jährliches Wachstum im Segment
2,3–9,2 Mio. Euro: entgangener Wert pro Küstenhotel laut Modellrechnung

Warum Hotels das Thema unterschätzen

Viele Betreiber schauen auf RevPAR, ADR und Auslastung. Das reicht aber nicht, wenn ein Teil der Gästausgaben außerhalb des Hotels landet. Der Beitrag spricht von 8 bis 14 Prozent des Gesamtspendings pro Aufenthalt, das bei den analysierten Häusern auf Marine-Aktivitäten entfällt. Dieses Geld landet oft bei Tauchbasen, Bootsunternehmen oder lokalen Vermittlern.

Das Problem sitzt nicht im Zimmerverkauf. Es sitzt im Erlebnis rund ums Hotel. Wer den Zugang zu Riffen, Buchten, Wracks oder Yachthäfen kontrolliert, kontrolliert auch den Zusatzumsatz. Trotzdem behandeln viele Häuser diese Nachfrage wie externes Zubehör statt wie einen Teil ihres Geschäftsmodells.

Was das für Eigentümer heißt

Der Artikel zieht den Vergleich zu Markenresidenzen. Dort haben frühe Eigentümer zusätzliche Erlöse mitgenommen, während späte Nachzügler Lehrgeld zahlten. Dieselbe Logik überträgt der Autor auf Küstenhotels: Wer den maritimen Freizeitmarkt nicht aktiv bündelt, verschenkt Marge.

  • Mehr Umsatz pro Gast durch eigene Buchungspunkte
  • Bessere Kontrolle über Partner und Kommissionen
  • Stärkere Bindung an die Destination

Was Hotels konkret tun können

Der naheliegende Schritt ist keine große Transformation. Es geht zuerst um Struktur. Wer Exkursionen sichtbar macht, verkauft sie besser. Wer Partner sauber integriert, hält Buchung und Zahlung eher im eigenen Umfeld. Wer die Nachfrage misst, sieht schnell, was bisher verloren geht.

Eigene Vermarktung oder nur Vermittlung?

Dafür spricht

  • Mehr Kontrolle über Verfügbarkeit und Marge
  • Bessere Daten zu Gästeinteressen
  • Höhere Relevanz am Ort

Dagegen spricht

  • Mehr Abstimmung mit lokalen Partnern
  • Eigene Teams brauchen klare Prozesse
  • Fehler bei Haftung und Leistungstrennung kosten schnell Geld

Vier Punkte für den Start

  • Welche Ausflüge buchen Gäste schon heute über den Concierge?
  • Welche Partner laufen direkt am Hotel vorbei?
  • Welche Angebote passen zur Saison und zum Zielmarkt?
  • Welche Buchungen lassen sich digital ins PMS oder CRM spiegeln?

Einordnung für die Branche

Der Beitrag passt gut in eine Phase, in der Asset Management wieder mehr Gewicht bekommt. Eigentümer schauen genauer hin, wo Wert entsteht und wo Umsatz leise abwandert. Für Küsten- und Inselhotels ist das keine Nebensache. Es ist ein zusätzlicher Erlöskanal direkt vor der Tür.

Spannend wird das vor allem dort, wo Partnernetzwerke sauber funktionieren: lokale Anbieter, Hafenbetreiber, Tauchschulen, Tourenschalter. Wer das gut organisiert, verkauft nicht nur ein Zimmer mit Meerblick. Er verkauft den Zugang zum Meer selbst.

The marine excursion economy around coastal and island hotels is now exactly where branded residences sat in 2014.

– Juan Sánchez-Harguindey, Consultant, Harguindey Hospitality Consulting

HÄUFIGE FRAGEN

Worum geht es in dem Artikel genau?

Es geht um den Umsatz aus Bootsfahrten, Tauchgängen und anderen Marine-Exkursionen rund um Küstenhotels. Der Beitrag sagt: Dieser Markt landet oft bei Drittanbietern statt beim Hotel.

Wie groß ist der Markt laut Artikel?

Der Text nennt 67 Milliarden US-Dollar für marine und wasserbasierte Aktivitäten weltweit. Er verweist auch auf ein Wachstum von 12 bis 14 Prozent pro Jahr.

Wie viel Geld könnte pro Hotel fehlen?

Der Artikel nennt eine Modellrechnung von 2,3 bis 9,2 Millionen Euro pro Property, kapitalisiert mit 6,5 Prozent.

Was können Hotels konkret tun?

Sie können Ausflüge sichtbarer verkaufen, Partner sauber anbinden und Buchungen digital ins eigene CRM oder PMS spiegeln. So bleibt mehr Wert im Haus.

Warum ist das ein Thema für Asset Manager?

Weil es um zusätzlichen Erlös auf einem bestehenden Standort geht. Wer den Gästestrom und die Partner vor Ort versteht, kann mehr Wert aus dem Asset holen.
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