Das Wichtigste in Kürze

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat die 25. Ausgabe seines Branchenreports „Hotelmarkt Deutschland 2026“ veröffentlicht. Die Zimmerauslastung stieg 2025 auf 68,1 Prozent – gleichzeitig sank der Netto-Zimmerpreis auf 109 Euro, der RevPAR liegt bei 74 Euro. Die Zahl der Insolvenzen im Beherbergungsgewerbe stieg um 40,1 Prozent.

Rekord bei den Übernachtungen, trotzdem mehr Pleiten: Der neue IHA-Branchenreport liefert ein nüchternes Bild der deutschen Hotellerie. Wachstum auf dem Papier, Druck in der Kasse.

Die Zahlen: Auslastung hoch, Preise runter

2025 übernachteten so viele Menschen in Deutschland wie nie zuvor: 497,4 Millionen Übernachtungen – ein neuer Höchstwert im deutschen Beherbergungsgewerbe. Die durchschnittliche Zimmerauslastung kletterte um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent.

Klingt gut. Ist es aber nur halb. Denn der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis fiel gleichzeitig um 2,8 Prozent auf 109 Euro. Der RevPAR – die entscheidende Kennzahl für den Umsatz pro verfügbarem Zimmer – rutschte entsprechend auf 74 Euro ab.

Das Muster ist bekannt: Mehr Gäste, weniger Ertrag pro Zimmer. Wer die Auslastung nur durch niedrigere Preise kauft, verliert am Ende die Marge.

Insolvenzen: 40 Prozent mehr als im Vorjahr

Die härteste Zahl im Report steht nicht bei Auslastung oder ADR. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe stieg laut IHA um 40,1 Prozent – und liegt damit deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Das ist kein Ausreißer. Der Report nennt drei strukturelle Ursachen, die sich gegenseitig verstärken:

  • Steigende Kosten in nahezu allen Betriebsbereichen (Personal, Energie, Lebensmittel)
  • Indexierte Mietverträge, die Kostensteigerungen direkt durchreichen
  • Zunehmende Bürokratiebelastung ohne spürbaren Gegenwert

Im europäischen Vergleich gehört Deutschland laut IHA zu den Hotelmärkten mit besonders hoher Kostenstruktur – bei gleichzeitig moderaten Zimmerpreisen. Eine schlechte Kombination für die Profitabilität.

Positiver Schritt: Mehrwertsteuer auf Speisen

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Gastronomie dauerhaft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen. IHA-Vorsitzender Otto Lindner bezeichnet das als „großen Erfolg hartnäckiger Interessenvertretung und einen überfälligen Schritt zu fairem Wettbewerb“. Weitere Entlastungen – bei Energiepreisen, Bürokratie und Fachkräfteregelungen – fordert der Verband weiterhin.

Schwerpunkte des Reports: Regulierung, CSRD und KI

Die 25. Ausgabe ist mit rund 340 Seiten das umfangreichste Standardwerk der deutschen Hotellerie. Neben den klassischen Marktdaten behandelt der Report drei Themenfelder, die die Branche in den nächsten Jahren prägen werden:

Regulierung und Bürokratie

Der Report analysiert die wachsende Regulierungslast – von arbeitsrechtlichen Anforderungen bis zu neuen Meldepflichten. Konkrete Handlungsempfehlungen für Betriebe gehören laut IHA zum Pflichtinhalt jeder Ausgabe.

Nachhaltigkeit: CSRD, Omnibus I und PPWR

Mit der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattungspflicht (CSRD) und der Verpackungsverordnung (PPWR) kommen auf Hotels neue Compliance-Anforderungen zu. Der Report beleuchtet, was konkret auf welche Betriebsgrößen zukommt – und wann.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

KI-Anwendungen in Revenue Management, Gästekommunikation und operativen Prozessen werden als Wachstumsfeld eingeordnet. IHA-Vorsitzender Lindner fordert dazu „praxistaugliche Regeln zur KI-Anwendung“ – die regulatorische Unsicherheit bremst aktuell viele Betriebe beim Einsatz.

Wer hat den Report erstellt?

An der Jubiläumsausgabe wirkten erneut mehrere Branchenpartner und Marktanalysten mit:

  • Christie & Co. (Transaktions- und Marktdaten)
  • progros (Einkauf und Beschaffung)
  • MKG Consulting (europäische Benchmarks)
  • Hotour (Kennzahlenanalyse)
  • Treugast (Wirtschaftlichkeit)
  • Tophotelprojects (Projektpipeline)
IHA-Mitglieder laden die digitale Ausgabe kostenfrei im Extranet des Verbandes herunter. Für Nicht-Mitglieder kostet der Report 395 Euro, Bildungseinrichtungen zahlen 125 Euro.

Was der Report für dich bedeutet

Ob du ein Einzelhaus führst, für eine Kette arbeitest oder gerade in der Ausbildung steckst – die Zahlen im IHA-Report sind kein abstraktes Branchenrauschen. Der Anstieg der Insolvenzen zeigt: Wer Kosten nicht im Griff hat und Zimmerpreise nicht verteidigt, gerät schnell unter Druck.

Der RevPAR-Rückgang auf 74 Euro bei gleichzeitig steigender Auslastung ist ein klares Signal: Mehr Belegung allein rettet keine Marge. Preisdisziplin, Kostenkontrolle und der Einsatz von Technologie – gerade im Revenue Management – werden 2026 entscheidend sein. Der Report liefert dafür die Datenbasis.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie hoch war die Zimmerauslastung in der deutschen Hotellerie 2025?

Die durchschnittliche Zimmerauslastung stieg 2025 um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent – trotzdem sank der Netto-Zimmerpreis auf 109 Euro.

Was ist der RevPAR und wie hat er sich entwickelt?

RevPAR steht für Revenue per Available Room – also den Umsatz pro verfügbarem Zimmer. 2025 lag er laut IHA-Report bei 74 Euro und ging damit im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Wie viele Insolvenzen gab es im deutschen Beherbergungsgewerbe 2025?

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg laut IHA um 40,1 Prozent und lag damit deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Was kostet der IHA-Branchenreport 2026?

IHA-Mitglieder können die digitale Ausgabe kostenfrei im Extranet herunterladen. Für Nicht-Mitglieder kostet der Report 395 Euro, Bildungseinrichtungen zahlen 125 Euro.

Welche Themen behandelt der IHA-Report 2026 neben den Marktdaten?

Die 25. Ausgabe setzt inhaltliche Schwerpunkte bei Regulierung, Nachhaltigkeit (CSRD, PPWR, Omnibus I) sowie Digitalisierung und KI-Anwendungen in der Hotellerie.
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