Das Wichtigste in Kürze

Google-Klicks auf Hotel-Keywords kosten in europäischen Märkten bereits 3 bis 8 Euro – bei einer Conversion Rate von 2 bis 4 % zahlst du bis zu 400 Euro für eine einzige Direktbuchung. Eine Re-engagement-E-Mail an einen Stammgast kostet nichts davon. Trotzdem stecken die meisten Hotelgruppen 80 % ihres Marketing-Budgets in die Neukundengewinnung – und fast nichts in Gäste, die schon einmal da waren.

Die teuerste Gewohnheit im Hotel-Marketing

OTA-Provisionen, Google Ads, Social-Media-Kampagnen: Das Geld fließt dort hin, wo die Aufmerksamkeit ist. Verständlich – aber teuer. Eine Buchung über Booking.com oder Expedia kostet bei einem Drei-Nächte-Aufenthalt zu 200 Euro pro Nacht zwischen 90 und 150 Euro Provision, bevor der Gast überhaupt eingecheckt hat. Das ist kein Ausnahmefall, das ist Standard.

Gleichzeitig liegt in fast jedem PMS ein Datenschatz, den kaum jemand hebt: alle Gäste, die schon einmal gebucht haben. Sie kennen das Haus. Sie haben schon bezahlt. Und sie erreichst du ohne Klickpreis, ohne Gebotsauktion, ohne Provision.

ZAHLEN & FAKTEN Kostenvergleich: Neukundenakquise vs. Re-engagement
€ 75–400
Kosten pro Direktbuchung via Google
Bei CPC von 3–8 € und einer Conversion Rate von 2–4 % auf Hotel-Keywords in europäischen Märkten.
+15–25 % YoY CPC-Anstieg
€ 90–150
OTA-Provision pro 3-Nächte-Buchung
Bei 200 € Zimmerpreis pro Nacht – bevor der Gast überhaupt angereist ist.
40–55 %
Öffnungsrate bei Re-engagement-Mails
Gegenüber ~12 % bei generischen Hotel-Newslettern. Personalisierung macht den Unterschied.
vs. 12 % Newsletter
Quelle: Angaben laut eHotelier/BookBoost, Mai 2026

Warum Re-engagement trotzdem kaum stattfindet

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Trotzdem landet der Großteil des Marketing-Budgets in der Neukundengewinnung. Drei Gründe, warum das so ist:

  • Die Daten sind nicht verbunden. Gästedaten liegen im PMS, die E-Mail-Plattform ist ein anderes System. Das Marketing-Team kann nicht einfach abrufen, wer vor sechs Monaten gebucht hat, was er gebucht hat und wie er das Hotel gefunden hat. Ohne diese Verbindung bleibt nur der generische Newsletter – der genauso schlecht performt wie Kaltakquise.
  • Neukundengewinnung fühlt sich dringlicher an. Wenn die Auslastung sinkt, ist der Reflex: mehr Google Ads, mehr OTA-Sichtbarkeit. Diese Kanäle liefern sofort messbaren Traffic. Re-engagement wirkt langsamer – obwohl die Rendite langfristig besser ist.
  • Post-Stay gehört niemandem. Marketing-Energie konzentriert sich auf die Phase vor der Buchung. Nach dem Check-out verschwindet der Gast aus dem Kalender. Dabei ist genau das die Phase, in der kaum ein Mitbewerber um die Aufmerksamkeit dieses Gastes kämpft.
Redaktions-Einschätzung: Das Silo-Problem zwischen PMS und CRM ist in der Hotelbranche so alt wie die Software selbst – und bleibt der Hauptgrund, warum Re-engagement in vielen Häusern nicht funktioniert.

Vier Nachrichten, die Stammgäste zurückbringen

Re-engagement ist kein einmaliger Massen-Versand an alle, die irgendwann mal gebucht haben. Es ist eine Abfolge gezielter Nachrichten – zeitlich passend, inhaltlich persönlich, nie werblich-aufdringlich.

1. Die Dankesnachricht (1–3 Tage nach Check-out)

Kurz, echt, ohne Verkaufsdruck. Kein Angebot, kein Rabatt-Countdown. Optional: ein Feedback-Link oder ein dezenter Hinweis, beim nächsten Mal direkt zu buchen. Das Ziel ist, einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen und die Tür offen zu halten.

2. Die relevante Nachricht (4–8 Wochen nach Aufenthalt)

Hier wird Kontext genutzt: Hat der Gast im Winter gebucht? Dann ist ein Hinweis auf das Frühjahrsprogramm relevant. Hat er ein Spa-Paket gebucht? Dann passt ein neues Treatment-Angebot. Generische Saisonangebote funktionieren hier nicht – Bezug zum tatsächlichen Aufenthalt schon.

3. Der Jubiläums-Moment (rund um den Jahrestag des Aufenthalts)

"Vor einem Jahr warst du bei uns" – simpel, aber wirksam. Gäste, die einmal gerne da waren, erinnern sich gerne daran. Kein aufwendiges Angebot nötig, manchmal reicht der Moment allein.

4. Die Winback-Nachricht (nach 6–12 Monaten Inaktivität)

Für Gäste, die länger nichts gebucht haben. Hier darf ein konkreter Anreiz stehen – ein Direktbuchungs-Vorteil, ein Upgrade, ein Frühbucher-Preis. Aber auch hier gilt: Je mehr Bezug zum ursprünglichen Aufenthalt, desto besser die Performance.

Was du für funktionierendes Re-engagement brauchst
  • PMS und E-Mail-Marketing-Tool müssen Daten austauschen – ohne manuelle Exporte
  • Segmentierung nach Aufenthaltstyp, Buchungskanal und Reisedatum
  • Automatisierte Trigger: Dankesmail, Follow-up, Jahrestag, Winback
  • Personalisierung auf Ebene des einzelnen Aufenthalts – nicht nach Gästesegment
  • Klares Ziel pro Nachricht: Feedback, Direktbuchung oder Bindung – nie alles gleichzeitig
  • Datenschutz-Compliance: DSGVO-konforme Opt-ins aus dem PMS-Prozess

Welche Tools das verbinden

Das Kern-Problem ist technisch: PMS und CRM sprechen in den meisten Häusern nicht miteinander. Plattformen wie BookBoost sind darauf ausgelegt, genau diese Lücke zu schließen – Gästedaten aus dem PMS fließen direkt in automatisierte Kommunikationsstrecken. Ähnliche Ansätze verfolgen Anbieter wie Revinate oder dailypoint, die auf Gäste-CRM spezialisiert sind.

Für Gruppen mit mehreren Häusern ist die Datenfrage noch drängender: Wer in Haus A war, sollte beim nächsten Haus-B-Besuch nicht wie ein Fremder behandelt werden. Zentrale Gästedatenbanken, die über Property-Grenzen hinweg arbeiten, sind dabei keine Kür – sie sind die Voraussetzung.

Kanalvergleich: Neukundenakquise vs. Re-engagement
Google Ads / OTA
Re-engagement E-Mail
Kosten pro Buchung
€ 75–400Google; oder 15–25 % Provision OTA
nahezu € 0Nur Tool-Kosten, kein CPC, keine Provision
Öffnungs-/Klickrate
2–4 % Conversionauf Klick-Basis, hohe Streuverluste
40–55 % Öffnungsratebei personalisiertem Bezug zum Aufenthalt
Vorwissen beim Empfänger
KeinFremde, kein Vertrauensvorschuss
HochGast kennt das Haus, war bereits zufrieden
Quelle: eHotelier/BookBoost, Mai 2026

Was das für dein Budget bedeutet

Niemand sagt, Google Ads oder OTAs abzuschalten. Beide Kanäle füllen das Haus mit neuen Gästen – das bleibt wichtig. Aber ein Budget, das zu 80 % in Akquise und zu unter 5 % in Re-engagement fließt, lässt Geld auf dem Tisch liegen.

Ein nüchterner Test: Wie viele Gäste aus den letzten 18 Monaten haben seit ihrem Aufenthalt genau eine Kommunikation von dir erhalten – nämlich gar keine? Das sind deine günstigsten potenziellen Wiederbucher. Re-engagement ist kein nettes Extra – es ist der Kanal mit dem besten Kosten-Ertrags-Verhältnis im Hotel-Marketing. Er funktioniert nur dann nicht, wenn niemand ihn bedient.

HÄUFIGE FRAGEN

Was kostet eine Direktbuchung über Google Ads im Schnitt?

Bei einem Cost-per-Click von 3 bis 8 Euro auf Hotel-Keywords und einer typischen Conversion Rate von 2 bis 4 % zahlst du zwischen 75 und 400 Euro pro Direktbuchung – je nach Markt und Keyword.

Wie hoch ist die Öffnungsrate bei Re-engagement-Mails im Vergleich zu Newslettern?

Personalisierte Re-engagement-Mails an frühere Hotelgäste erzielen laut BookBoost Öffnungsraten von 40 bis 55 %, während generische Hotel-Newsletter bei rund 12 % landen.

Warum nutzen so wenige Hotels Re-engagement als Marketing-Kanal?

Drei Hauptgründe: Die Gästedaten im PMS sind nicht mit dem E-Mail-Tool verbunden, Neukundengewinnung fühlt sich dringlicher an, und die Post-Stay-Phase gehört in den meisten Hotels zu niemandem als feste Aufgabe.

Welche Re-engagement-Nachrichten funktionieren am besten?

Bewährt sind vier Typen: eine kurze Dankesnachricht 1–3 Tage nach Check-out, eine aufenthaltsbezogene Folgenachricht nach 4–8 Wochen, eine Jubiläumsnachricht zum Jahrestag des Aufenthalts und eine Winback-Nachricht nach 6–12 Monaten Inaktivität.

Welche Tools verbinden PMS und E-Mail-Marketing für Re-engagement?

Plattformen wie BookBoost, Revinate oder dailypoint sind darauf spezialisiert, Gästedaten aus dem PMS automatisch in Kommunikationsstrecken zu übertragen – ohne manuelle Exporte zwischen den Systemen.
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