Steigende Treibstoffpreise setzen die Touristikbranche unter Druck – ruf Jugendreisen zieht diese Kosten aber nicht auf bereits gebuchte Reisen um. Der Bielefelder Veranstalter, seit 44 Jahren am Markt und nach eigenen Angaben Marktführer im Kinder- und Jugendreisesegment, stellt Planungssicherheit für Eltern und Jugendliche über kurzfristige Marge. Geschäftsführerin Kristina Oehler bezeichnet das als „Investition in Vertrauen“.
Kerosin, Diesel, Strom – Energie ist teuer, und die Touristikbranche spürt das. Mehrere Veranstalter haben in den vergangenen Monaten Preisanpassungen für laufende Buchungen angekündigt oder zumindest diskutiert. ruf Jugendreisen aus Bielefeld macht das nicht. Wer gebucht hat, zahlt den vereinbarten Preis – Punkt.
Warum gerade Jugendreisen preissensibel sind
Jugendreisen sind kein gewöhnliches Tourismussegment. Für viele Teenager ist es der erste Urlaub ohne Eltern. Die Entscheidung, das eigene Kind in fremde Hände zu geben, ist für Familien oft monatelang vorbereitet – und hängt an Vertrauen, nicht an Sonderangeboten.
Genau das macht nachträgliche Preisänderungen besonders brisant. Wer nach der Buchung die Rechnung erhöht, beschädigt nicht nur die Kundenzufriedenheit. Er bricht das zentrale Versprechen, auf dem das gesamte Geschäftsmodell basiert: dass Eltern sich verlassen können.
Gerade bei Jugendreisen ist Planungssicherheit entscheidend. Eltern und Jugendliche müssen sich darauf verlassen können, dass Absprachen gelten. Wir verzichten bewusst auf nachträgliche Preiserhöhungen und verstehen das als Investition in Vertrauen, Fair Play und langfristige Kundenbeziehungen.
– Kristina Oehler, geschäftsführende Gesellschafterin, ruf Jugendreisen
Was das rechtlich bedeutet
Pauschalreisen unterliegen dem deutschen Reiserecht – konkret dem § 651n BGB. Preiserhöhungen nach Vertragsschluss sind zwar unter bestimmten Bedingungen zulässig, aber nur innerhalb enger Grenzen: frühestens 20 Tage vor Reisebeginn, nur bei klar definierten Kostenfaktoren wie Treibstoff, und nicht mehr als 8 % des ursprünglichen Reisepreises. Für Veranstalter, die auf dieses Recht verzichten, ist das kein Akt der Großzügigkeit – es ist eine strategische Entscheidung gegen kurzfristigen Ertrag und für Kundenbindung.
- Zulässig bis maximal 8 % des Reisepreises
- Nur bei definierten Kostenfaktoren (u.a. Treibstoff, Steuern, Gebühren)
- Frühestens 20 Tage vor Abreise möglich
- Muss dem Reisenden schriftlich mitgeteilt werden
- Bei mehr als 8 % Erhöhung hat der Kunde Rücktrittsrecht ohne Gebühr
ruf Jugendreisen: 44 Jahre, mehr als eine Million Reisende
Das Unternehmen aus Bielefeld ist seit 1982 im Markt. Nach eigenen Angaben haben seit der Gründung mehr als eine Million Jugendliche ihre Reise über ruf gebucht – damit bezeichnet sich das Unternehmen als Marktführer im Kinder- und Jugendreisesegment. Das Portfolio umfasst Gruppenreisen, Sprachreisen, Skifahrten, Abireisen und Kinderreisen mit pädagogisch ausgebildetem Betreuungspersonal vor Ort.
Seit Januar 2026 ist Peter Schuto neuer Vorstandsvorsitzender des Reisenetz e.V., dem Branchenverband der Kinder- und Jugendreiseveranstalter – eine Position, die ruf Jugendreisen als Mitglied aktiv mitgestaltet.
Was andere Veranstalter machen
Die Branche ist gespalten. Große Pauschalreise-Konzerne haben in den vergangenen Jahren Treibstoffzuschläge mehrfach eingesetzt – oft als separaten Posten neben dem Reisepreis. Für Familien bedeutet das: Der Buchungspreis ist nicht der Endpreis. Das schafft Unsicherheit, besonders wenn das Budget knapp kalkuliert ist.
ruf Jugendreisen positioniert sich hier bewusst anders. Das ist kein Zufall – sondern Teil eines Markenversprechens, das das Unternehmen seit Jahrzehnten kommuniziert: feste Endpreise, transparente Leistungen, kein Kleingedrucktes das die Kalkulation aushebelt.
Was das für die Branche bedeutet
Planungssicherheit ist kein nettes Extra – sie ist im Jugendreisemarkt ein echter Differenzierungsfaktor. Eltern mit Teenager-Kindern schätzen klare Ansagen. Wer ein Mal schlechte Erfahrungen mit nachträglichen Rechnungen gemacht hat, wechselt den Anbieter.
Dass ruf Jugendreisen das Thema aktiv kommuniziert, statt es still zu handhaben, ist eine klare Botschaft an den Markt: Wir verzichten auf Marge, weil uns Kundenbindung mehr wert ist. Ob das wirtschaftlich dauerhaft trägt, hängt davon ab, wie lange Treibstoffpreise auf diesem Niveau bleiben. Kurzfristig ist es mutig. Langfristig könnte es genau das sein, was Stammkunden macht.

