Über 50 C-Level-Führungskräfte der UAE-Hotellerie trafen sich bei einem exklusiven Closed-Door-Lunch von The Bench und RIKAS Hospitality Group. Ehrengast war H.E. Abdulla bin Touq Al Marri, UAE-Minister für Wirtschaft. Oxford Economics stellte seine GCC-Prognose vor: Die langfristige Nachfrage bleibt robust, kurzfristig drücken Regionalkonflikte auf die Zahlen.
Krisenmanagement auf höchstem Level: Die Hospitality-Branche der UAE hat sich diese Woche zum offenen Gespräch getroffen – mit einem Minister am Tisch und einer Oxford-Economics-Analyse als Gesprächsgrundlage. Das Format: kein Konferenz-Podium, kein Marketingauftritt. Sondern ein Lunch unter C-Level, bei dem Tacheles geredet wird.
Was war das für ein Event?
Das Format heißt Business Unusual – und das ist Programm. The Bench, ein Netzwerk für Hospitality-Führungskräfte, lud gemeinsam mit der RIKAS Hospitality Group zu einem geschlossenen Mittagessen ein. Mehr als 50 Geschäftsführer, CEOs und Managing Directors aus der gesamten UAE waren dabei.
Ehrengast: H.E. Abdulla bin Touq Al Marri, UAE-Minister für Wirtschaft. Seine Anwesenheit zeigt, wie ernst die Regierung die Stimmungslage im Tourismus- und Gastgewerbesektor nimmt – und wie direkt der Austausch zwischen Politik und Branche in den Emiraten läuft.
The Bench ist ein geschlossenes Netzwerk für Senior-Führungskräfte der Hospitality-Industrie im Nahen Osten. Es organisiert regelmäßig vertrauliche Formate für strategischen Austausch auf C-Level.
RIKAS Hospitality Group ist ein UAE-basiertes Gastronomie- und Hospitality-Unternehmen mit mehreren Marken im Fine-Dining- und Lifestyle-Segment in Dubai.
Oxford Economics: GCC-Outlook trotz Turbulenzen
Den analytischen Rahmen lieferte Oxford Economics mit einer eigens vorgestellten GCC-Prognose. Die Kernbotschaft: Die langfristige Nachfrage nach Hotellerie und Tourismus im Golf-Kooperationsrat bleibt strukturell stark. Kurzfristig setzen die anhaltenden Regionalkonflikte die Branche aber unter Druck.
Konkrete Zahlen aus der Präsentation liegen öffentlich nicht vor – der Event war als Closed-Door-Format konzipiert. Oxford Economics stellte die Ergebnisse exklusiv dem Teilnehmerkreis zur Verfügung.
Welche Konflikte belasten den Markt?
Der Nahe Osten durchlebt seit 2023 eine unruhige Phase. Die Lage in Gaza, die Spannungen im Roten Meer und deren Wirkung auf Kreuzfahrtrouten und Reisebuchungen treffen die gesamte Region – auch die UAE, die bislang als politisch stabiler Hafen gilt.
- Rückgang von Buchungen aus bestimmten westeuropäischen Quellmärkten, die geopolitisch sensibel reagieren
- Höhere Versicherungskosten für Logistik- und MICE-Events in der Region
- Verunsicherung bei internationalen Kongressveranstaltern bei der Standortwahl
- Druck auf die Auslastungszahlen im Oberklasse-Segment durch ausbleibende Geschäftsreisende
Warum die UAE trotzdem optimistisch bleibt
Die UAE – und Dubai im Besonderen – ist strukturell anders aufgestellt als andere Märkte in der Region. Das Emirat hat in den vergangenen Jahren konsequent an seiner Positionierung als neutrales Business-Drehkreuz gearbeitet.
- Stark diversifizierte Quellmärkte: Indien, Saudi-Arabien, UK, Russland, China
- Wachsendes Angebot im Luxus- und Ultra-Luxus-Segment (Neue Eröffnungen 2024/25 u.a. Raffles The Palm, Atlantis The Royal weiterhin mit starker Auslastung)
- MICE-Infrastruktur: Dubai World Trade Centre und Expo City als globale Kongress-Standorte
- Regulatorische Stabilität und proaktive Regierungskommunikation mit der Branche
- Visa-Flexibilität: UAE zieht weiter Fachkräfte und Langzeitgäste an
Was C-Level jetzt diskutiert
Beim Business-Unusual-Lunch standen laut Veranstalter Recovery-Strategien im Mittelpunkt. Das ist Branchensprache für eine sehr konkrete Frage: Wie hält man RevPAR und ADR stabil, wenn die Nachfrage aus einzelnen Segmenten wegbricht?
Typische Antworten, die in solchen Runden diskutiert werden: Stärkere Ausrichtung auf regionale Gäste aus Saudi-Arabien und Katar, aggressiveres Yield-Management in Hochsaisonphasen, Ausbau von F&B-Revenues als hoteleigene Umsatzquelle sowie verstärkte Direktbuchungsstrategien, um OTA-Abhängigkeit zu senken.
Der Future Hospitality Summit (FHS) ist die wichtigste Investmentkonferenz der Hospitality-Branche im Nahen Osten und Afrika. FHS World 2025 brachte Teilnehmer aus 60+ Ländern und über 650 Unternehmen zusammen. Das Business-Unusual-Format ist ein eigenständiges, exklusives Side-Event unter dem FHS-Dach – kein öffentliches Panel, sondern ein vertrauliches C-Level-Format mit maximal 50–60 Teilnehmern.
Was bleibt
Dass ein UAE-Wirtschaftsminister persönlich zu einem Hospitality-Lunch kommt und Oxford Economics seine GCC-Prognose vorstellt – das ist kein Zufall und kein PR-Termin. Es zeigt, wo der Nahe Osten gerade steht: Die Branche ist robust genug, um Krisen zu diskutieren, statt sie zu verdrängen. Und die Politik schaut genau hin. Für alle, die im GCC investieren oder operieren, ist das ein Signal, das zählt.

