GreenSign ist das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel für Hotels im deutschsprachigen Raum. Wer vor der Siegel-Wahl steht, kommt an ihm nicht vorbei. Dieser Artikel erklärt, wie GreenSign funktioniert, was es kostet und für wen es sich lohnt. Den Vergleich mit anderen Siegeln liefert der Zertifikate-Überblick, den Gesamtkontext der Nachhaltigkeits-Leitfaden.
Was GreenSign ist und wer dahintersteht
GreenSign wird vom GreenSign Institut vergeben und prüft Hotels seit 2015. Über 900 Häuser sind zertifiziert. Wichtig für die Glaubwürdigkeit: Der GreenSign-Hotel-Standard ist seit 2022 vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC) anerkannt — dem internationalen Dachverband für Tourismus-Zertifizierungen. Diese Anerkennung trennt GreenSign von rein werblichen Eigen-Labels und macht es zu einem belastbaren Nachweis gegenüber Gästen, Banken und großen Auftraggebern.
Fünf Level · über 130 Kriterien in zehn Handlungsfeldern · 20 Pflichtkriterien für jedes Hotel · GSTC-anerkannt seit 2022 · Zertifikat drei Jahre gültig, dann Re-Audit · seit 2015 über 900 zertifizierte Häuser.
Die fünf Level & die Kriterien
GreenSign arbeitet mit fünf aufeinander aufbauenden Stufen. Level 1 markiert den Einstieg, Level 5 das anspruchsvollste Niveau. Bewertet werden ökologische, soziale und ökonomische Aspekte — von Energie und Wasser über Einkauf und Lieferkette bis zu Mitarbeitenden und regionalem Engagement. Zwanzig Kriterien sind für jedes Haus verpflichtend, der erreichte Rest bestimmt das Level. Die Orientierung an den UN-Nachhaltigkeitszielen sorgt dafür, dass das Siegel breit aufgestellt ist und nicht nur die Energieseite abdeckt.
Ablauf & Dauer der Zertifizierung
- Bestandsaufnahme. Daten zu Verbrauch, Einkauf und Prozessen sammeln.
- Online-Erfassung. Kriterien im GreenSign-System dokumentieren und mit Nachweisen belegen.
- Audit. Prüfung der Nachweise, in der Regel mit Vor-Ort-Begehung.
- Zertifikat. Vergabe des Levels, gültig für drei Jahre, danach Re-Audit.
Kosten & Nutzen
Die Gebühren richten sich nach Hotelgröße und werden als gestaffelter Jahres- beziehungsweise Zertifizierungsbeitrag erhoben. Dem steht ein doppelter Nutzen gegenüber: ein belastbarer Nachweis für Gäste, Banken und Auftraggeber sowie der strukturierte Blick auf Einsparpotenziale. Häufig rechnet sich die Zertifizierung schon über geringere Energie- und Ressourcenkosten, weil der Kriterienkatalog wie eine Checkliste für Effizienz wirkt.
Lohnt sich GreenSign für kleinere Häuser?
Gerade kleinere und mittlere Hotels zögern oft — zu Unrecht. Das Levelsystem erlaubt einen niedrigschwelligen Einstieg: Schon Level 1 ist ein anerkannter Nachweis, und der Kriterienkatalog wirkt wie eine strukturierte Anleitung, mit der auch ein Haus ohne eigene Nachhaltigkeitsabteilung systematisch vorgeht. Der gestaffelte Beitrag berücksichtigt die Größe, und die Datenerhebung deckt sich mit dem, was ohnehin für Energiekosten und Förderanträge nötig ist. In der Praxis ist GreenSign damit weniger ein Zusatzaufwand als ein roter Faden, der das Thema vom Bauchgefühl in messbare Schritte überführt.
GreenSign vs. andere Siegel
GreenSign punktet mit Bekanntheit im DACH-Markt und GSTC-Anerkennung. Alternativen wie Green Key, EU Ecolabel oder Viabono haben andere Schwerpunkte und Verbreitungsgrade. Welches Siegel zu deinem Haus passt, klärt der Zertifikate-Überblick. Warum ein anerkanntes Siegel gegen Greenwashing-Vorwürfe schützt, zeigt der Artikel Greenwashing vermeiden; den regulatorischen Rahmen ordnet CSRD und ESG-Reporting ein.

