Protel war 30 Jahre lang der DACH-PMS-Klassiker für mittelgroße Stadt- und Tagungs-Hotels. Im Jahr 2022 wurde Protel von Planet übernommen — einem schweizerischen Payment- und Hospitality-Tech-Konglomerat. Seitdem firmiert das Produkt unter Planet PMS (manchmal noch Protel by Planet). Der Übergang läuft: Bestehende Protel-Kunden behalten ihre Verträge, neue Verkäufe laufen unter Planet, und die technische Plattform wird in Richtung Cloud-Native weiterentwickelt.

Funktionsumfang

Protel deckt das volle Spektrum eines klassischen Mittelklasse-PMS ab: Reservierung mit drag-and-drop Kalender, Front-Office-Workflows, Folio mit Multi-Tax und Multi-Currency, Tagesabschluss, Channel-Manager-Sync, Online-Check-In und einfache Bankett-Funktionen. Was Protel/Planet besonders auszeichnet, ist die Tiefe der Tagungs- und MICE-Workflows — Group-Booking, Allotment-Steuerung, Function-Sheets für Bankette, Tisch-Pläne und Speise-Funktionen sind nativ abgebildet. Das macht Protel zur ersten Wahl für Hotels mit ausgeprägtem Konferenz-Geschäft (z.B. typische 4-Sterne-Stadt-Hotels mit 80-200 Zimmern und 5-15 Tagungs-Räumen).

Stärken

Tagungs-Tiefe wie kaum ein anderes PMS in dieser Preisklasse. Die nativen MICE-Workflows ersparen den Hotels Add-On-Lösungen wie iVvy oder Event Temple, die bei Mews und Apaleo nötig wären.

DACH-Lokalisierung. Deutsche Bilanzierung, DATEV-Schnittstelle, EU-konforme Steuerlogik (DSGVO, MwSt.-Sätze) sind Standard. Support in Deutsch ist verlässlich.

Reife. 30 Jahre Produkt-Geschichte. Wenige Bugs in Standard-Workflows.

Schwächen und Limitierungen

UI-Modernität. Protels klassische Oberfläche wirkt im Vergleich zu Mews oder Cloud-Native-Anbietern altbacken. Neue Mitarbeiter brauchen länger zur Einarbeitung.

API-Offenheit. Schnittstellen sind verfügbar, aber nicht so radikal offen wie bei Apaleo oder Mews. Drittanbieter-Integrationen brauchen oft individuelle Beratungs-Mandate.

Übergangs-Phase. Die Planet-Übernahme bringt Roadmap-Unsicherheit. Bestehende Protel-Kunden warten teils auf Klarheit, ob die On-Prem-Variante (Protel SPE) langfristig weiter unterstützt wird oder zur Cloud migriert werden muss.

Für welche Hotel-Typen geeignet

  • Stadt-Hotels mit ausgeprägtem Tagungs- und Konferenz-Geschäft
  • 4-Sterne-Häuser mit 80-300 Zimmern und mittlerer MICE-Komplexität
  • DACH-Hotels mit Bedarf an robuster DATEV-/SAP-Schnittstelle
  • Hotels, die On-Prem-Lösungen explizit bevorzugen (Datensouveränität, regulatorische Anforderungen)

Integrationen

  • Channel-Manager: SiteMinder, D-EDGE, RoomCloud, Cubilis
  • RMS: IDeaS, Duetto, Atomize
  • Buchhaltung: DATEV (nativ), SAP, Sage
  • POS: Vectron, Hypersoft, Lightspeed
  • Door-Lock: Salto, Assa Abloy, Dormakaba
  • Payment: Planet's eigene Payment-Lösungen sind nach der Übernahme tief integriert

HÄUFIGE FRAGEN

Wer betreibt Protel jetzt und was hat sich durch die Übernahme geändert?

Planet Payment Group übernahm Protel 2022. Das Produkt heißt nun Planet PMS, bestehende Kunden behalten ihre Verträge, und die Plattform wird zu Cloud-Native weiterentwickelt. Es herrscht jedoch noch Unsicherheit, ob die On-Prem-Variante langfristig unterstützt bleibt.

Für welche Hotels ist Protel/Planet PMS besonders geeignet?

Protel ist ideal für Stadt- und Tagungs-Hotels mit 80-300 Zimmern, die ein ausgepräagtes Konferenz- und MICE-Geschäft haben. Die Software bietet native Tagungs-Workflows wie Group-Booking, Bankett-Funktionen und Speiseplanning, die bei anderen PMS-Systemen Add-Ons erfordern würden.

Welche Schwächen hat Protel gegenüber moderneren PMS-Lösungen?

Die Benutzeroberfläche wirkt veraltet im Vergleich zu Cloud-nativen Anbietern, die API-Offenheit ist eingeschränkter, und Drittanbieter-Integrationen erfordern oft individuelle Beratung. Hinzu kommt die aktuelle Roadmap-Unsicherheit durch die Planet-Übernahme.

Ist Protel gut für DACH-Hotels mit hohen Compliance-Anforderungen geeignet?

Ja, Protel bietet deutsche Lokalisierung, native DATEV-Schnittstelle, EU-konforme Steuerlogik und zuverlässigen deutschen Support. Das macht es zur ersten Wahl für Hotels mit Datenschutz- und Bilanzierungsanforderungen im deutschsprachigen Raum.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →