Die Auswahl des passenden PMS hängt fundamental von der Hotelgröße ab. Was bei einem 30-Zimmer-Boutique-Hotel funktioniert, ist bei einem 800-Zimmer-Resort untauglich — und umgekehrt. Diese Übersicht ordnet die wichtigsten PMS-Anbieter nach Hotelgröße und Komplexität ein, damit der RFP-Prozess auf die relevanten 2-3 Anbieter fokussiert werden kann.

15-50 Zimmer: Boutique-, Pension-Segment

In dieser Größe ist der Tech-Aufwand begrenzt, das Personal ist klein, Workflows sind übersichtlich. Channel-Manager und Booking-Engine müssen integriert sein. Tagungs-Workflows meist nicht relevant.

Empfohlene Anbieter: Cloudbeds (sehr stark im Independent-Segment, Channel-Manager nativ integriert), Mews (für Boutique mit Premium-Anspruch), Little Hotelier von SiteMinder. Apaleo passt für die seltenen Tech-affinen Boutique-Hoteliers.

Kosten-Indikation: 5-10 EUR pro Zimmer/Monat = 75-500 EUR/Monat. Initial-Setup typisch 2.000-5.000 EUR.

50-150 Zimmer: Klassisches Mid-Market

Die größte Kategorie im DACH-Markt. Stadt-Hotels, Wellness-Hotels, Familien-geführte Premium-Häuser. Tagungs-Workflows werden relevant (5-15 Räume), F&B-Outlets gibt es typisch 1-3, Loyalty-Programm ist optional.

Empfohlene Anbieter: Mews als Marktführer für moderne Boutique-/Lifestyle-Häuser. Protel/Planet für Stadt-Hotels mit ausgeprägtem Tagungs-Geschäft. SIHOT für Resort/Wellness. Apaleo für Multi-Property-Gruppen.

Kosten-Indikation: 5-15 EUR pro Zimmer/Monat = 250-2.250 EUR/Monat. Initial-Setup 5.000-25.000 EUR.

150-300 Zimmer: Premium / Resort / Konferenz-Hotels

Komplexere Workflows: mehrere F&B-Outlets, Spa, Bankett mit 200+-Personen-Veranstaltungen, eigenes Loyalty-Programm, oft mehrere Property-Manager und Direktoren. Internationaler Gast-Mix mit GDS-Bedarf.

Empfohlene Anbieter: Mews oder Apaleo (für moderne Premium-Häuser ohne tiefste MICE-Komplexität). Protel/Planet für Stadt-Konferenz-Hotels. SIHOT für Resort/Wellness. Oracle OPERA Cloud, wenn Konzern-Bindung oder Marken-Standard.

Kosten-Indikation: 5-15 EUR pro Zimmer/Monat plus Add-Ons = 1.000-5.000 EUR/Monat. Bei OPERA-Lizenz 50.000+ EUR/Jahr plus Implementation.

300-1.000 Zimmer: Konzern-Hotellerie und Großresorts

Multi-Outlet F&B mit 5-15 Restaurants/Bars, Spa mit 20+ Behandlungs-Räumen, Bankett-Bereich für 500-2.000 Personen, mehrstöckige Loyalty-Programme. GDS-Anbindung Pflicht. Oft Multi-Property innerhalb der gleichen Brand-Family.

Empfohlene Anbieter: Oracle OPERA Cloud ist hier dominant — schwer zu schlagen für die Tiefe der Konzern-Workflows. Apaleo für Hotelgruppen, die ein API-First-Backbone wollen und bereit sind, Marketplace-Apps zu integrieren.

Kosten-Indikation: Lizenz auf Anfrage, typisch 200.000-800.000 EUR Initial-Investment. Ongoing 50.000-300.000 EUR/Jahr.

1.000+ Zimmer: Mega-Resorts und Casino-Hotellerie

Eigene Anforderungen: Casino-Player-Tracking, Multi-Property-Cashpooling, hochkomplexe Allotments für Reise-Veranstalter, Multi-Currency mit Echtzeit-Konvertierung.

Empfohlene Anbieter: Oracle OPERA Cloud Enterprise. Custom-Implementations mit dedizierten Berater-Teams sind Standard.

Multi-Property-Hotelgruppen: separate Logik

Unabhängig von der Größe pro Property gilt für Hotelketten und Gruppen mit 3-30 Properties:

  • Apaleo ist von Tag 1 für Multi-Property gebaut — zentrale Stammdaten, gruppenweite Raten, konsolidiertes Reporting nativ.
  • Mews kann Multi-Property, kommt im Premium-Tier mit zusätzlichen Lizenz-Kosten.
  • SIHOT ist stark in DACH-Hotelgruppen mit komplexen Resort-Workflows pro Property.
  • Oracle OPERA Cloud ist der Standard für Konzern-Strukturen.

Detail-Profile zu jedem Anbieter findest du im PMS-Hub.

HÄUFIGE FRAGEN

Welches PMS ist für ein 40-Zimmer-Boutique-Hotel geeignet?

Für diese Größe sind Cloudbeds, Mews oder Little Hotelier von SiteMinder ideal, da sie speziell auf kleine Teams mit überschaubaren Workflows ausgerichtet sind. Eine integrierte Booking-Engine und ein Channel-Manager sind in dieser Kategorie essentiell.

Wie unterscheiden sich die Kosten zwischen einem 100-Zimmer-Hotel und einem 500-Zimmer-Resort?

Ein 100-Zimmer-Hotel zahlt typisch 500-1.500 EUR/Monat, während ein 500-Zimmer-Resort mit 50.000-300.000 EUR/Jahr rechnen muss. Bei größeren Properties kommt dazu ein erheblicher Initial-Investment für Implementation und Customization.

Ist Oracle OPERA Cloud auch für kleinere Hotels sinnvoll?

Nein, OPERA Cloud ist erst ab etwa 300 Zimmern wirtschaftlich sinnvoll und wird vor allem von Konzern-Hotels und Großresorts eingesetzt. Für kleinere und mittlere Hotels sind moderne Alternativen wie Mews oder Apaleo bessere Lösungen.

Welches PMS eignet sich für eine Hotelgruppe mit mehreren Properties?

Apaleo ist von Beginn an für Multi-Property-Strukturen konzipiert mit zentralen Stammdaten und Gruppen-Raten. Mews und Oracle OPERA Cloud können ebenfalls mehrere Properties verwalten, erfordern aber zusätzliche Lizenzen oder Customization.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →