Die FIFA WM 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt – und bringt wochenlang Frequenz in gastronomische Betriebe. Sharing-Formate können den Umsatz an Spieltagen laut Branchenangaben um bis zu 283 Prozent steigern. Wer plant, gewinnt – wer wartet, schaut zu.
Elf Wochen. 104 Spiele. Und ein Turnier, das zum ersten Mal auf drei Kontinente verteilt ist. Die WM 2026 läuft vom 11. Juni bis 19. Juli – mitten in der Sommerterrassensaison. Für Restaurants, Bars und Hotelbetriebe mit Gastronomie ist das kein Zufallstreffer, sondern eine planbare Chance.
Die Zeitverschiebung macht den Unterschied. Viele Gruppenspiele laufen nachmittags – also genau in den Stunden, die normalerweise schwach gebucht sind. Das öffnet ein Zeitfenster für Konzepte, die sonst nicht funktionieren würden.
Warum Sharing-Konzepte an Spieltagen so stark performen
Fußball schaut man selten allein. Gruppen bestellen mehr, bleiben länger, trinken mehr Runden. Der Effekt ist messbar: Branchenangaben zufolge steigern ausgeprägte Sharing-Momente den Gastroumsatz an Spieltagen um bis zu 283 Prozent – verglichen mit normalen Abenden ohne Event-Anlass.
Was dahintersteckt: Sharing-Formate wie Fingerfood-Körbe, Nachos, Dips und kleine Bites senken die Hemmschwelle zum Nachbestellen. Niemand muss ein volles Gericht ordern. Es wird nebenbei gegessen, geteilt, nochmal bestellt. Der durchschnittliche Bon steigt – ohne dass der Gast das Gefühl hat, viel ausgegeben zu haben.
- Fingerfood in Körben oder auf Boards – bestell- und teilbar in der Gruppe
- Dip-Variationen: Hummus, Guacamole, Tzatziki – low cost, high margin
- Mini-Burger, Sliders, Wraps – schnell serviert, kein Besteck nötig
- Flatbread, Nachos, Pommes – Klassiker mit Ausbau-Option (Toppings extra)
- Plant-based Alternativen im gleichen Format – nicht als Sondermenü, sondern als Default-Option
Der flexitarische Gast ist längst die Norm
Jeder zweite Gast isst heute flexitarisch, vegetarisch oder vegan – das ist kein Nischenphänomen mehr, sondern Realität an fast jedem Tresen. Wer das im WM-Sommer ignoriert, verliert Bestellungen.
Das Problem: Viele Betriebe bieten zwar plant-based Optionen an, aber nicht im richtigen Format. Ein veganer Burger auf der regulären Karte hilft wenig, wenn das Sharing-Sortiment ausschließlich aus Chicken Wings und Speck-Fries besteht. Die Lösung liegt nicht in einem separaten Veganmenü, sondern in Sharing-Produkten, die von vornherein für alle funktionieren.
Plant-based Sharing-Produkte müssen denselben Crunch, dieselbe Portionierbarkeit und denselben Bestellimpuls erzeugen wie ihre Fleisch-Pendants. Wer das hinbekommt, hat keinen Nischen-Artikel mehr – sondern das Tisch-Produkt der Gruppe.
Ein Beispiel aus dem Markt: endori positioniert seine Crispy Balls explizit für diesen Anwendungsfall – plant-based, Sharing-tauglich, für den Gastronomie-Einsatz an Spieltagen konzipiert. Ob das für den eigenen Betrieb passt, hängt vom Konzept ab – aber die Richtung stimmt.
Timing: Wann die Spiele laufen – und was das bedeutet
Die WM 2026 findet in drei Zeitzonen statt. Anpfiffe in Nordamerika bedeuten für deutsche Betriebe vor allem: Nachmittagsspiele. Viele Partien der Gruppenphase starten zwischen 15 und 18 Uhr – ein Zeitfenster, das für viele Gastronomien schwach frequentiert ist.
Drei konkrete Hebel für mehr Umsatz an Spieltagen
1. Spieltag-Karte statt Normalkarte
Keine komplette Karte rauswerfen – aber eine reduzierte Spieltag-Karte macht die Küche schneller und fokussiert den Gast auf die margenstarken Produkte. Vier bis sechs Positionen reichen. Alles sharing-tauglich, alles schnell reproduzierbar.
2. Kombiangebote mit Getränkebindung
„Sharing-Board + 2 Bier“ als Paket senkt die Entscheidungshürde und erhöht den Bon. Klassisches Bundling – funktioniert seit Jahren in der Gastronomie und wird an Spieltagen noch besser angenommen, weil Gruppen sowieso gemeinsam bestellen.
3. Halbzeit-Push aktiv spielen
Die 15 Minuten Halbzeit sind der stärkste Nachbestellmoment des Abends. Wer zu diesem Zeitpunkt aktiv am Tisch vorbeigeht – nicht aufdringlich, aber sichtbar – erhöht die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Bestellrunde deutlich. Ein kurzes „Noch eine Runde?“ reicht.
Public Viewing selbst oder Kooperation mit Nachbarlokal?
Eigenes Public Viewing
- Volle Kontrolle über Konzept und Karte
- Eigene Marke im Vordergrund
- Stammgäste binden
- Terrassennutzung mit Beamer möglich
Kooperation / Verlinkung
- GEMA-Lizenz für Public Viewing prüfen (Kosten beachten)
- Personalaufwand unterschätzen viele
- Großbildleinwand: Investition oder Miete einkalkulieren
- Bei kleiner Fläche: Nachbarbetrieb kann sinnvoller sein
Was du jetzt schon vorbereiten solltest
Die WM startet am 11. Juni. Das klingt weit weg – ist es aber nicht, wenn man Lieferzeiten, Personalplanung und Kommunikation einrechnet. Wer im Mai mit dem Public-Viewing-Antrag wartet, hat an manchen Orten ein Problem. Gleiches gilt für Technik: Beamer, Leinwand oder größere Screens sind in Sporteventsommern schnell ausgebucht.
- Spielplan der WM 2026 runterladen und Spieltage in den Belegungsplan einpflegen
- GEMA-Lizenz für öffentliche Wiedergabe prüfen (Stichwort: Veranstaltungslizenz)
- Spieltag-Karte entwickeln – max. 6 Positionen, alle Sharing-tauglich
- Plant-based Option ins Sharing-Sortiment integrieren
- Personal für Spieltag-Schichten fixieren
- Technik reservieren: Beamer, Screen, HDMI-Setup
- Social-Media-Inhalte vorbereiten – Spieltag-Teaser, Specials ankündigen
- Nachbestellmoment Halbzeit ins Team-Briefing aufnehmen
Fazit: Der WM-Sommer ist planbar – fang jetzt an
104 Spiele über elf Wochen bedeuten regelmäßige Frequenzspitzen, die sich vorbereiten lassen. Der Schlüssel liegt nicht im größten Budget, sondern in den richtigen Produkten – sharing-fähig, schnell produzierbar, für alle Gäste geeignet. Wer das mit aktivem Service an neuralgischen Momenten wie der Halbzeit verbindet, hat ein funktionierendes Konzept. Und wer die Zahlen hinterher auswertet, weiß für die EM 2028 schon, was bei seiner Gästestruktur wirklich wirkt.

