CDP (Customer Data Platform) — die zentrale Datendrehscheibe, die alle Berührungspunkte eines Gastes über alle Systeme hinweg zu einem einzigen, persistenten Profil zusammenführt. Eine CDP zieht Daten aus PMS, CRM, Booking-Engine, Web, App, E-Mail-System, Loyalty und Reviews zusammen, löst Identitäten über Mailadresse, Telefon, Loyalty-ID und Cookies auf und stellt das resultierende Single Customer View an nachgelagerte Systeme bereit (Personalisierung, Anzeigen-Plattformen, Newsletter, BI).

Wofür Hotels eine CDP brauchen

Im klassischen Hotel-Stack sind Profile fragmentiert: das PMS kennt den Gast nur, wenn er gebucht hat. Das CRM sieht den Gast erst nach Check-in. Die Web-Analyse weiß nichts über vergangene Aufenthalte. Die CDP schließt diese Lücken. Sie macht aus Web-Anonyme nach dem ersten erkannten Gast-Login einen vollständig identifizierten Gast — inklusive aller historischen Browse-Sessions. Das ist die Voraussetzung für Personalisierung in Echtzeit, präzise Re-Marketing-Audiences und CLV-basierte Segmentierung.

Plattformen im Markt

Hospitality-spezifisch: udo (Capaneo, Heritage Schober), Hotelchamp. Generisch, aber in großen Hotelgruppen verbreitet: Adobe Real-Time CDP, Tealium AudienceStream, Microsoft Dynamics 365 Customer Insights, Bloomreach Engagement, Twilio Segment. Die generischen sind flexibler und billiger pro Profil, brauchen aber mehr Eigenbau bei der hospitality-Logik (Aufenthalt, Zimmerkategorie, Loyalty-Tier).

DSGVO und Identitäts-Resolution

Eine CDP führt deterministische und probabilistische Identitäts-Verknüpfungen durch. Deterministisch (Login, Mailadresse, Loyalty-ID) ist DSGVO-unkritisch, wenn Einwilligung dokumentiert ist. Probabilistische Verknüpfung über Geräte-Fingerprints erfordert in der EU explizite Einwilligung. EU-Hosting und Auftragsverarbeitungsvertrag sind Pflicht; bei US-Anbietern (Adobe, Twilio, Tealium) muss das EU-US Data Privacy Framework greifen oder Standardvertragsklauseln plus zusätzliche Schutzmaßnahmen.