Indiens Hotelbranche legte im ersten Quartal 2026 eine bemerkenswert starke Performance hin: RevPAR lag zwischen ₹6.700 und ₹7.038, die Auslastung bewegte sich bei 67–69 Prozent. Delhi führte das Feld mit 78–80 Prozent Belegung an. Im März flachte der Markt saisonal ab – das ist aber kein Warnsignal, sondern ein normales Muster nach dem starken Februar.
Q1 2026: Solider Start, Delhi vorn
Der HVS ANAROCK Monitor für April 2026 zeichnet ein klares Bild: Indiens Hotelmarkt hat das erste Quartal mit Schwung hinter sich gebracht. RevPAR zwischen ₹6.700 und ₹7.038 – das entspricht umgerechnet rund 73 bis 77 Euro – und eine nationale Durchschnittsauslastung von 67 bis 69 Prozent sind für einen Markt dieser Größe und Diversität starke Werte.
Delhi setzt sich dabei deutlich ab: 78–80 Prozent Belegung machen die Hauptstadtregion zum stärksten Markt im Land. Das ist kein Zufall – Delhi profitiert von Regierungs- und Kongresstourismus, einer wachsenden Zahl internationaler Arrivals und einer vergleichsweise konzentrierten Nachfrage auf wenige Stadtteile.
März: Saisonale Abschwächung – kein Grund zur Sorge
Nach einem besonders starken Februar moderierten die Kennzahlen im März sequenziell. HVS ANAROCK führt das auf zwei Faktoren zurück: saisonale Softening-Effekte und den Einfluss des Ramadan-Monats auf bestimmte Reisesegmente. Wer indische Hotelmärkte kennt, weiß: Diese Muster sind gut dokumentiert und jedes Jahr zu beobachten.
Strukturell ändert das nichts an der Einschätzung. Der Markt zeigt Pricing Power – und die wird 2026 weiter getestet.
Ausblick: Zimmerpreise sollen ₹10.000 knacken
Noch ambitionierter ist der Jahreszielkorridor: Laut dem HVS ANAROCK India Hospitality Industry Overview 2025 sollen die durchschnittlichen Zimmerpreise (ADR) 2026 erstmals die Marke von ₹10.000 überschreiten – das wäre ein symbolisch wichtiger Meilenstein für die Branche.
Drei Treiber stehen dahinter:
- Anhaltend starkes Nachfragewachstum, besonders im Leisure- und MICE-Segment
- Verbesserte Pricing Power der Betreiber nach Jahren der pandemiebedingten Rabattschlacht
- Rekordniveau bei der Neueröffnungsaktivität – neue Häuser, neue Kapazitäten, aber auch neue Referenzpreise
Neue Hotels: Tier-1-Städte dominieren die Pipeline
HVS ANAROCK hat für den YTD-Zeitraum bis März 2026 Daten von 19 Hotelbetreibern ausgewertet. Die Analyse der Markteröffnungen zeigt: Tier-1-Städte – darunter Delhi, Mumbai, Bengaluru, Chennai, Kolkata, Hyderabad, Goa, Jaipur und Gurugram – absorbieren den Großteil der neuen Branded-Hotel-Kapazitäten.
Das ist sowohl Chance als auch Risiko: Wo viel neu eröffnet wird, entsteht Wettbewerb. Gleichzeitig zieht professionell geführte Kapazität neue Gästesegmente an – ein Effekt, den die Branche aus den Expansionsphasen in Bangkok, Dubai oder Singapur kennt.
- Delhi (inkl. Gurugram)
- Mumbai
- Bengaluru
- Chennai
- Kolkata
- Hyderabad
- Goa
- Jaipur
Datenbasis: 19 Hotelbetreiber, Stichtag 24. April 2026. Alle Angaben beziehen sich auf das Kalenderjahr, Änderungen vorbehalten.
Was bedeutet das für europäische Hoteliers?
Indien ist kein Nischenmarkt mehr. Internationale Ketten wie Marriott, IHG, Accor und Hilton bauen ihre Präsenz im Subkontinent seit Jahren aus – nicht zuletzt, weil die Middle Class wächst und die Inlandsnachfrage stabil bleibt, unabhängig von geopolitischen Schwankungen im Incoming-Tourismus.
Für europäische Fachkräfte, die internationale Karriereschritte planen, ist das relevant: Wer Erfahrung in einem der wachstumsstärksten Hotelmärkte der Welt sammeln will, findet in Indien aktuell gute Bedingungen – auch weil internationales Know-how in Revenue Management, Spa oder F&B gesucht ist.
