Der TRevPAR (Total Revenue per Available Room) misst den kompletten Umsatz pro verfügbarem Zimmer und Nacht — nicht nur Logis, sondern auch F&B, Spa, MICE und alle anderen Umsatzquellen. Damit zeigt TRevPAR, wie gut ein Haus seine Gäste zu Mehrumsatz bewegt und wie stark die Nebenerlöse ins Gesamtergebnis einzahlen.
Die TRevPAR-Formel
TRevPAR = Gesamtumsatz ÷ (verfügbare Zimmer × Tage). Der Gesamtumsatz umfasst alle Umsatzkategorien: Zimmer, Restaurant, Bar, Spa, Tagung, Parken, Laundry und sonstige Nebenerlöse.
380.000 € ÷ (80 × 30) = 158,33 € TRevPAR
Vollservice-Stadthotel: 380.000 € Gesamtumsatz (Logis + F&B + Spa) bei 80 Zimmern und 30 Tagen.
Rechenbeispiele
Stadthotel ohne F&B (80 Zimmer): 180.000 € ÷ (80 × 30) = 75,00 € TRevPAR. Hier liegt TRevPAR dicht an RevPAR, weil kaum Nebenerlöse vorhanden sind.
Vollservice-Resort (150 Zimmer): 1,2 Mio. € ÷ (150 × 30) = 266,67 € TRevPAR — bei RevPAR von vielleicht nur 160 €. Der Delta zeigt die Kraft der F&B- und Spa-Umsätze.
MICE-Hotel (200 Zimmer): 1,6 Mio. € ÷ (200 × 30) = 266,67 € TRevPAR. Tagungsumsätze verschieben das Verhältnis RevPAR:TRevPAR deutlich.
TRevPAR in Excel berechnen
=B2/(B3*B4)
Gesamtumsatz in B2, verfügbare Zimmer in B3, Tage in B4. Das Hotel-KPI-Excel-Template enthält TRevPAR fertig mit allen verwandten Kennzahlen.
TRevPAR-Benchmarks DACH 2026
- Economy (nur Frühstück): 35–70 €
- Midscale: 70–130 €
- Upscale (Vollservice): 130–260 €
- Luxury: 260–700 €+
TRevPAR vs. RevPAR: Delta zeigt Nebengeschäft
RevPAR zählt nur Logis. TRevPAR zählt alles. Je größer das Delta zwischen beiden, desto stärker ist das Nebengeschäft. In klassischen Vollservice-Häusern liegt TRevPAR 40–80 % über RevPAR; in Budget-Häusern fast gleich. Für die Profitabilitätsansicht siehe den GOPPAR-Rechner.
Häufige Fehler bei der TRevPAR-Berechnung
- Interne Verrechnungen doppelt gezählt: Frühstück, das im Zimmerpreis enthalten ist, darf nicht noch einmal als F&B gebucht werden.
- Drittanbieter-Umsätze eingerechnet: Wenn das Restaurant verpachtet ist, gehört der Gastronom-Umsatz nicht zu dir — nur die Pacht.
- MwSt.-Mix: Logis (7 % in D) und F&B (meist 19 %) unterschiedlich behandelt. Immer netto rechnen.
- Erlösschmälerungen fehlen: Retouren, Storni, Mitarbeiterrabatte gehören abgezogen.
TRevPAR steigern
- F&B-Attach-Rate erhöhen — Paketpreise, Late-Check-out-Brunch, gezielte In-House-Promotions.
- Spa-Angebote bewerben — Check-in-Upsell, Room-Key-Discount, Signature-Treatments.
- MICE-Geschäft ausbauen — Tagungsumsatz pro Gast oft doppelt so hoch wie Leisure.
- Minibar & Roomservice — hochmargiges Nebengeschäft bei guter Kuratierung.
Kostenloses Excel-Template: Hotel-KPIs
Alle KPIs in einer Datei — RevPAR, ADR, Auslastung, GOPPAR, TRevPAR, NRevPAR.
↓ HOTEL-KPI-TEMPLATE.XLSX (kostenlos)
Wie hoch ist typischerweise der F&B-Anteil am TRevPAR?
Die Verteilung zwischen Logis und Non-Room-Revenue variiert stark mit der Betriebsform. Ein gutes Gefühl dafür gibt diese DACH-Bandbreite:
- Stadt-Business ohne F&B: 90–100 % Logis, 0–10 % Sonstiges — TRevPAR liegt nah am RevPAR.
- Midscale mit Frühstück: 80–90 % Logis, 10–20 % F&B. Die meisten DACH-Geschäftshotels.
- Upscale Vollservice: 60–75 % Logis, 20–30 % F&B, 5–10 % Spa/Sonstiges.
- MICE-Hotel: 45–60 % Logis, 30–45 % F&B (v.a. Bankett), 5–10 % Sonstiges.
- Resort / Luxury: 50–65 % Logis, 20–30 % F&B, 10–20 % Spa, 5–10 % Sonstiges.
Wer den F&B-Anteil systematisch ausbauen will, findet den Hebel oft nicht in mehr Gästen, sondern in der Attach-Rate — also dem Prozentsatz der Gäste, die nach dem Check-in noch F&B oder Spa konsumieren. Von 40 % Attach auf 60 % zu heben bringt einem Midscale-Haus oft 10–15 € TRevPAR-Zuwachs ohne neue Investition.
TRevPAR und GOPPAR im Zusammenspiel
TRevPAR misst Umsatz, GOPPAR misst Gewinn. Hoher TRevPAR bedeutet nicht automatisch hoher GOPPAR — F&B-Umsätze mit schlechter Marge können TRevPAR pushen, aber GOPPAR kaum verbessern. Gesunde Häuser haben ein GOPPAR-zu-TRevPAR-Verhältnis von 25–35 %. Unter 20 % ist die Kostenbasis zu teuer, über 40 % entweder Luxussegment oder eingesparte Substanz.
TRevPAR in Saison und Nebensaison
Die Saisonalität des TRevPAR ist oft stärker ausgeprägt als die des RevPAR. Begründung: In der Hauptsaison konsumieren Gäste nicht nur mehr Zimmer, sondern auch mehr Nebenerlöse. Ein Resort mit 130 € RevPAR im Sommer hat oft 280 € TRevPAR, im Winter aber nur 90 €/140 €. Für das Jahresbudget bedeutet das: die F&B-Personalplanung muss stärker saisonal sein als die des Housekeepings.
Weiterführende Quellen
- STR Global – TRevPAR-Benchmarks in wöchentlichen und monatlichen Branchen-Reports.
- Hospitality Net – Fachartikel zu Total-Revenue-Management und F&B-Kennzahlen.
TRevPAR steigern: Drei Umsatz-Quellen
F&B-Outlet-Performance
Der F&B-Anteil am TRevPAR liegt in Stadthotels bei 20–35 %, in Resort-Hotels bei 35–50 %. Hebel: Cover-Anzahl je Outlet, Pro-Kopf-Umsatz, F&B-Capture-Rate (wie viel Prozent der Gäste nutzen mindestens ein Outlet). Upscale-Haeuser targetieren 75 %+ Capture-Rate.
Spa und Wellness als Profitcenter
Spa-Auslastung (RevPATR) ist der Schlüssel. Dynamic Pricing auf Behandlungen, Paket-Angebote für Longstay-Gäste und Retail-Upselling nach der Behandlung heben den Spa-Umsatz pro Verfügbare Behandlungsstunde um 15–25 % ohne zusätzliche Therapeuten-Stunden.
Meeting-Space-Monetarisierung
Bankett- und Tagungs-Umsatz ist in Stadthotels oft unterausgeschöpft. Dynamic-Space-Pricing, Micro-Meeting-Angebote für Tages-Tarife und Day-Use-Room-Kombi-Angebote lassen TRevPAR-Anteil MICE um 5–10 Prozentpunkte steigen.
Weiterführende Rechner
- RevPAR-Rechner — nur Logis
- ADR-Rechner — Zimmerpreis
- GOPPAR-Rechner — Gewinn pro Zimmer
- Break-Even-Auslastung
- Hotel-KPI-Hub

