Die Average Daily Rate (ADR) ist der durchschnittliche Zimmerpreis pro verkauftem Zimmer. Sie zeigt, was du im Schnitt pro Buchung erzielst — unabhängig von der Auslastung. Der Rechner oben liefert den Wert in Sekunden. Diese Seite erklärt Formel, Rechenbeispiele, DACH-Benchmarks, Abgrenzung zu RevPAR und den häufigsten Berechnungs-Fehlern.

Die ADR-Formel

ADR = Zimmerumsatz ÷ verkaufte Zimmer. Nur Logis-Umsatz ohne F&B, Spa oder Nebenerlöse. Bei Packages (z.B. Übernachtung + Frühstück) muss der Logis-Anteil sauber rausgerechnet werden.

BEISPIEL-RECHNUNG (ohne JS sichtbar)

150.000 € ÷ 1.800 = 83,33 € ADR

Midscale-Stadthotel: 150.000 € Zimmerumsatz bei 1.800 verkauften Übernachtungen im Monat.

Rechenbeispiele aus der Praxis

Beispiel 1 — Stadthotel Midscale: 150.000 € ÷ 1.800 Übernachtungen = 83,33 € ADR.

Beispiel 2 — Resort Upscale: 720.000 € ÷ 3.600 Übernachtungen = 200,00 € ADR.

Beispiel 3 — Economy-Kette: 126.000 € ÷ 3.240 Übernachtungen = 38,89 € ADR.

ADR in Excel berechnen

=B2/B3

Mit Zimmerumsatz in B2 und verkauften Zimmer-Nächten in B3. Achte auf konsistente Brutto-/Netto-Logik. Unser Hotel-KPI-Excel-Template liefert ADR, RevPAR, GOPPAR, TRevPAR und NRevPAR in einer Datei.

ADR-Benchmarks nach Segment (DACH 2026)

  • Economy / Budget: 50–80 €
  • Midscale: 80–130 €
  • Upscale: 130–220 €
  • Luxury: 220–600 €+

Die Werte schwanken stark mit Saison und Standort. Der absolute ADR ist weniger aussagekräftig als der ARI (Average Rate Index) — dein ADR geteilt durch den Comp-Set-ADR × 100. Unter 95 = unterperformt, über 105 = outperformt.

ADR vs. RevPAR: Was ist der Unterschied?

ADR misst den Preis pro verkauftem Zimmer. RevPAR misst den Umsatz pro verfügbarem Zimmer. ADR × Auslastung = RevPAR.

Beispiel: 200 € ADR bei 70 % Auslastung → 140 € RevPAR. Wer nur die ADR hochtreibt, aber die Auslastung verliert, verbessert den Gesamterlös nicht. Beide Kennzahlen zusammen ergeben das vollständige Bild. Für den Blick auf Gewinn statt Umsatz siehe den GOPPAR-Rechner.

Häufige Fehler bei der ADR-Berechnung

  1. Packages nicht gesplittet: Halbpension, Frühstück, Spa-Treatments sind keine Logis. Der Package-Preis muss aufgeteilt werden, sonst wandert F&B-Umsatz in den ADR.
  2. Brutto-/Netto-Mix: MwSt.-Behandlung uneinheitlich — besonders problematisch in DACH-Vergleichen mit unterschiedlichen Sätzen. Immer netto rechnen, einmalig festlegen.
  3. Komplementary und Crew-Rooms mitgezählt: Zimmer, die nicht verkauft wurden (Dienstübernachtungen, Marketing-Upgrades), dürfen nicht im Nenner stehen.
  4. No-Show-Umsätze fehlen: No-Show-Gebühren sind Logis und gehören dazu. Storno-Gebühren dagegen sind strittig — mit Controlling harmonisieren.

ADR steigern: vier wirksame Hebel

  1. Rate Parity auf eigenen Kanälen brechen — Best-Rate-Garantie auf der Website, um Direktbuchungen mit höheren Margen zu fördern.
  2. Upselling am Check-in — Zimmerkategorie-Upgrades gegen Aufpreis, lift ADR ohne Auslastungsverlust.
  3. Mindestaufenthalts-Steuerung — in Hochphasen längere Aufenthalte erzwingen, verbessert Preisdurchsetzung.
  4. Value-Packages — statt Rabatt einen Mehrwert hinzubuchen (Frühstück, Spa-Zutritt, Parken). Hebt die ADR und die Gästezufriedenheit.

Kostenloses Excel-Template: Hotel-KPIs

Fertige Tabelle mit allen Formeln — RevPAR, ADR, Auslastung, GOPPAR, TRevPAR und NRevPAR. Trage deine Zahlen ein, die Ergebnisse rechnen sich live.

↓ HOTEL-KPI-TEMPLATE.XLSX (kostenlos)

ADR-Muster: Wochentag und Saison

Der ADR ist keine statische Größe — er schwankt stark mit Wochentag, Saison und Nachfrage-Schocks. Typische Muster im DACH-Raum:

  • Stadthotellerie Mo–Do: +15–25 % über Jahresschnitt (Business-Reisende, geringe Preis-Elastizität).
  • Stadthotellerie Fr–So: −10–20 % (Leisure, hohe Preis-Elastizität).
  • Messewochen: +60–150 % (ITB Berlin, INHORGENTA München, IAA etc.).
  • Sommerferien Stadthotellerie: −20 % bis ±0 (Geschäftsreisen brechen ein).
  • Ferienhotellerie Hauptsaison: +40–100 % (bei starker Auslastung eher Preis- als Mengenhebel).

Moderne Revenue-Management-Systeme rechnen den ADR nicht mehr als Monatsmittel, sondern als Tag-für-Tag-Vorhersage mit Wochentag-, Saison- und Event-Komponenten. Wer die Schwankung nicht abbildet, verschenkt Margenpotenzial in Hochphasen und stößt Gäste in Tiefphasen ab.

Weiterführende Quellen

ADR-Strategie: Drei Hebel im Detail

Segment-spezifische Rate-Fences

Nicht jeder Gast reagiert gleich auf Preiserhöhungen. Geschäftsreisende sind preisunelastisch bei Lage und Frühstück, Freizeitreisende dagegen stark preissensibel. Rate-Fences (Voraus-Rate, nicht-stornierbar, Paket) segmentieren den Markt und ermöglichen höhere ADR bei gleichem Auslastungsziel — typische Lift-Quote 4–8 % über 12 Monate.

Dynamic Pricing per Lead-Time

Systeme wie IDeaS oder Duetto passen die BAR-Rate automatisch je nach Buchungs-Pace und Comp-Set-Bewegung an. Kritisch: die ersten 90 Tage bis zum Anreisedatum — hier entscheidet sich, ob der ADR-Ziel-Korridor getroffen wird. Manuelle Overrides an Event-Tagen bleiben notwendig.

Upselling am Check-in

Pre-Arrival-Upselling-Tools (Oaky, GuestJoy) heben den ADR um 3–6 % ohne Raten-Erhöhung — weil die gezeigten Upgrades als Zusatzumsatz auf die verkauften Zimmer wirken und der gezählte ADR steigt. Bezahlter Upgrade-Anteil typisch 8–14 % der Ankünfte.

Weiterführende Rechner

HÄUFIGE FRAGEN

Was ist ADR?

ADR steht für Average Daily Rate und bezeichnet den durchschnittlichen Zimmerpreis pro verkauftem Zimmer. Formel: Zimmerumsatz ÷ verkaufte Zimmer. Nur Logis-Umsatz, ohne F&B oder Spa.

Was ist der Unterschied zwischen ADR und RevPAR?

ADR ist der Preis pro verkauftem Zimmer. RevPAR (Revenue per Available Room) ist der Umsatz pro verfügbarem Zimmer — inkl. der leeren. Es gilt: ADR × Auslastung = RevPAR.

Was ist ein guter ADR?

Im DACH-Raum sind 2026 folgende Bandbreiten typisch: Economy 50–80 €, Midscale 80–130 €, Upscale 130–220 €, Luxury 220–600 €+. Standort und Saison beeinflussen die Werte stark.

Wie steigert man die ADR?

Wichtigste Hebel: Upselling am Check-in, Best-Rate-Garantie auf der eigenen Website, Mindestaufenthalts-Steuerung in Hochphasen, Value-Packages statt Rabatten.

Wie berechnet man ADR in Excel?

Als Formel: =Zimmerumsatz / verkaufte_Zimmer_Nächte. In Zelle B2 den Umsatz, B3 die verkauften Zimmer-Nächte, Formel =B2/B3 in B4.

Was ist der ARI?

Der Average Rate Index (ARI) vergleicht den eigenen ADR mit dem des Comp Sets: (eigener ADR ÷ Comp-Set-ADR) × 100. ARI 100 = Marktdurchschnitt, über 105 = Outperformance.

Gehören No-Show-Gebühren zum ADR?

Ja. No-Show-Gebühren sind Logis-Umsatz und zählen dazu. Storno-Gebühren dagegen sind strittig — mit dem Controlling harmonisieren, was dort gebucht wird.
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